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7. Saisonlauf zum Uniroyal Funcup:

30.10.2007

Gummi Grassau wird Deutscher Meister

Hannover/ Sachsenring, im Oktober 2007. Die Entscheidung um die Meisterschaft im deutschen war spannender als in der diesjährigen Formel 1. Nicht nur drei, sondern fünf Kandidaten hatten Chancen auf den Titel. Mit knappem Punktevorsprung war Stoll Motorsport als Favorit an den Sachsenríng gereist, am Ende jedoch siegte Gummi Grassau Racing in seiner dritten Saison eher verdient als glücklich.

Das triste Grau des bedeckten Himmels trennte sich kaum vom gleichfarbigen Asphalt, als am Samstagmorgen, dem 27. Oktober 2007, das freie Training auf der kurvigen und hügeligen Rennstrecke des Sachsenrings aufgenommen wurde. Die rund 3,7 Kilometer lange Bahn präsentierte sich in dem am schwersten fahrbaren Zustand: Bei kalter und feuchter Witterung war es trotz der spezialisierten Regenreifen von Uniroyal, Typ RainSport 1, ausgesprochen rutschig. Auf der seifigen Emulsion aus Wasser und Gummiabrieb hatten sich auf der Ideallinie Glatteis artige Zustände eingestellt.

Eine trockene Strecke wäre für die vielen Rookies in den Teams von funny drivers, funny royal, Impuls 3 und Impuls 5 zum Einstieg sicher einfacher gewesen. Doch auch die etablierten Teams kreiselten mit schwungvollen Pirouetten ins Kiesbett oder streiften Spoilerecken bei Ausflügen über die Curbs und ins Gras ab. Mit 4,8 Sekunden Rückstand auf den Trainingsschnellsten kam der Meister 2006 und führende der aktuellen Wertung mit seiner 173 nur auf den 13. Platz. Aber weder Rundenzeit noch Startplatz sind beim so wichtig wie bei der Formel 1, und eine schwächere Ausgangsbasis hat Stoll noch selten am Siegen gehindert – damit war also noch nichts entschieden.

Am schnellsten fuhr etwas unerwartet die Startnummer 34 mit Steve Müller und Herbert Wartenberg gleich am Anfang des Trainings eine Rundenzeit von 1:55,0. Auch der Wagen 213 von sportline racing kam mit Henrik Hansen am Steuer auf 1:55-er Zeiten wie Stoll auf dem zweiten Auto mit der Nummer 67. Ein kleiner Regenguss zwischendurch – die Wettervorhersage war auf den Kopf gestellt – machte erst gegen Ende des Trainings wieder schnelle Rundenzeiten möglich. Schließlich erreichte Mit-Favorit Grassau nur die neuntschnellste Runde mit 1:58,2. Impuls 1 mit 1:57,4, MK Racing I mit 1:57,0 oder Conti Motorpresse mit 1: 56,2 wirkten besser aufgestellt für die Entscheidung im Titelkampf.

Die übliche Verlosung wirbelte die Startaufstellung dann im Vergleich zu den Trainingszeiten noch einmal durcheinander: Eingeteilt in eine schnellere und eine langsamere Hälfte, eroberte sportline racing die Pole Position, Stoll 2 auf dem zweiten Platz, dahinter Gummi Grassau und Impuls 1, in der dritten Reihe die 34 von funmotorsports und die 174 der Conti Motorpresse, in der vierten Reihe MK Racing 2 und Black Panr vor MK Racing 1 und , funny royal und Impuls 2, Stoll 1 und Impuls 5. Insgesamt 20 Autos nahmen das Rennen auf.

Pünktlich um zwei Uhr ging das Feld hinter dem Pace Car auf die Reise, um nach einer Einführungsrunde direkt mit fliegendem Start die Ziellinie zu passieren. Wider Erwarten endete die erste Kurve für kein Fahrzeug im Kiesbett. Doch die ersten Ausrutscher sollten auf der anspruchsvollen Strecke nicht lange auf sich warten lassen. Die Rookies auf dem Impuls 3-Auto mit der Startnummer 335 erwischte es zuerst: Zu spät gebremst, rutsche der Zweisitzer heftig ins Heck eines Konkurrenten, und dabei ging mehr als der Spoiler zu Bruch: Der beschädigte Kühler sorgte schnell für Überhitzung des Motors und nach nur drei Rennrunden kam das Aus mit defekter Kopfdichtung. Lange nach dem Rennen überlegte der gerammte Gegner unter Einwirkung von ein paar Bierchen, ob ein Fahrzeugheck in blauer Lackierung mit weißen Streifen ein wirksamer Schutz sein könnte, solche Malheure zu verhindern.

Besser als die 335 machten es die Impuls-Rookies mit der Startnummer 171. Die schnellste Rennrunde fuhren sie in 2:00,106. Am Ende hatten die Piloten von Impuls 5, die Herren Henkies, Frische, Wagner, Opitz, Korb und Domenico, einen zehnten Gesamtrang erreicht und insgesamt 103 Runden absolviert – vier Runden mehr als die nächstplatzierten Rookies auf dem Auto Nummer 172, auf dem auch der Gewinner des DSF-Preisausschreibens mit fuhr.

An der Spitze gab es reihenweise packende Zweikämpfe, doch reihten sich bald alle hinter der 34 mit Youngster Steve Müller und Herbert Wartenberg ein, die aber in der Meisterschaft ohne Chancen waren. Für Gummi Grassau, Conti Motorpresse, MK Racing 1 und Tabellenführer Stoll ging es dagegen um alles – und alle Mitglieder dieser Teams gaben alles. Die Positionen wurden immer wieder getauscht und das Meisterschaftsende blieb bis zum Schluss des vierstündigen Rennens offen. Mal war Conti Motorpresse Meister, mal Stoll oder MK Racing 1 oder Gummi Grassau. In Runde 29 erledigten sich alle Hoffnungen für MK Racing durch einen Dreher ins Kiesbett. Erst nach etlichen Minuten war der Unimog mit dem Abschleppseil vor Ort, am Ende fehlten vier Runden auf den Sieger. Tim Tews erhielt als zweitjüngster Fahrer des Feldes dennoch Komplimente, schließlich hatte er die schnellste Rennrunde mit 1:53,272 geschafft.

In seiner 69sten Runde erwischte es auch den Führenden der Meisterschaft, Stoll Motorsport. Nach einem Dreher steckten sie bis zum Bodenblech im Kies. Die interne Stallregie, das besser platzierte Auto mit der Nummer 67 hinter die 173 zu beordern, brachte zwar noch einen fünften Gesamtrang, doch am Ende reichte das nur für den zweiten Platz in der Meisterschaft. Mit einer einwandfreien Leistung beendete Black Panr das Rennen auf dem vierten Platz, Oliver Haider, Achim Müller und Norbert Gazon sahen das karierte Tuch mit einer Runde Rückstand auf die vorderen drei Teams.

Das funmotorsports-Auto mit der Nummer 34 erlaubte sich nur in zwei Runden kleine Fehler, die fast eineinhalb Minuten kosteten – schon das war zu viel für einen besseren Rang als den dritten. Auch für die 174 lief es fast makellos, denn außer einem ungeplanten Boxenstopp in Runde 44 fuhren Hermann Rottwilm, Horst Wippersteg und konstant schnell. Damit lagen sie am Ende zum vierten Mal in dieser Saison auf dem zweiten Platz. Auch André Reinke, Tim Röthig und Joachim Peterwitz mit dem Gummi Grassau-Auto hatte einen außerplanmäßigen Boxenstopp, der jedoch nur rund 20 Sekunden kostete. Nach dem letzten Halt betrug der Rückstand

auf die Startnummer 174 noch elf Sekunden. Erst fünf Runden vor Schluss überholte der schwarze Grassau-Rennwagen das führende Auto vom Team Conti Motorpresse auf der Strecke. Gegen die anderen Teams gewann man vor allem auch bei den regulären Fahrerwechseln, die nahezu perfekt abliefen, viel Zeit. So kamen mit dem dritten Saisonsieg weitere 70 Punkte auf das Konto der Nummer 167.

Das Team der norddeutschen Reifenhandelskette Grassau belegte mit nur drei Punkten Vorsprung in seiner dritten -Saison damit den ersten Platz und ist Deutscher -Meister des Jahres 2007. „Es war eine Saison mit Tiefen und Höhen“, erzählte André Reinke später bei der Jahressiegerehrung. Adria und Hockenheim waren äußerst schlecht gelaufen, die Siege am Nürburgring und Sachsenring hoch verdient, der Sieg beim 25 h-Rennen in Spa dank des Ausfalls von Black Panr kurz vor Schluss eher glücklich. Bei der von funmotorsports in der Eventhalle organisierten Saisonabschlussfeier am Sachsenring wurde dann ausgelassen gefeiert. Die sonnige Gemütslage dokumentierten die Teammitglieder von Grassau durch ausladende Sombreros, unter denen ausgesprochen fröhliche Gesichter hervorblitzten.

Abschlusstabelle 2007 nach sieben Meisterschaftsläufen:

Zu guter Letzt: Am 28. November wird DSF um 20.15 Uhr über das -Rennen am Sachsenring und die Erlebnisse des Gewinners berichten.

Doch damit noch nicht genug: funmotorsports hat für alle -Begeisterten einen Fun-Wintercup eingerichtet, der in Oschersleben am 14./ 15. Dezember erstmals ausgetragen wird (möglicherweise gibt es im Januar und Februar weitere Termine). Neben Test- und Einstellfahrten – wenn es die Witterung zulässt - soll dann nach 90 Minuten Training in vier Mal halbstündigen Läufen nach dem Bördesprint-Reglement ein Rennen stattfinden. Dabei werden die besten zehn Runden addiert und gewertet. Bis zu vier Fahrer pro Auto können genannt werden. Interessenten können sich über www.funcup.eu anmelden.

Der Uniroyal ist ein Markenpokal, der in Deutschland, Belgien, Frankreich, Ita­lien, England und Spanien durchgeführt wird. In Deutschland dürfen die 760 Kilogramm schweren und 130 PS starken Rennwagen von jedermann gefahren werden. Unter der nach dem VW Käfer aussehenden Kunststoffkarosserie stecken in einem eigens konstruier­ten Rohrrahmenchassis preiswerte Großserienkomponenten. Ein komplettes, neues Fahrzeug kostet rund 34 000 Euro. Interessenten wenden sich an www.funcup.eu.

Der belgische Gummiwarenhersteller Englebert produzierte seit 1895 Reifen, unter ande­rem für die Continental AG. Ab 1958 hieß die Firma nach dem Zusammenschluss mit US Rubber dann Uniroyal Englebert. Uniroyal, der Erfinder des Regenreifens, ist seit 1979 eine europäische Marke der Continental AG, Hannover.

Der Continental-Konzern ist ein führender Automobilzulieferer und Anbieter für Reifen, Bremssysteme, Fahrwerkkomponenten, Fahrzeugelektronik und Technische Elasto­mere. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2006 einen Umsatz von 14,9 Milliarden Euro und beschäftigt derzeit weltweit rund 87.000 Mitarbeiter.

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