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Über 160 Starter beim Saisonhöhepunkt des Uniroyal Funcup

11.07.2007

Sieg für Gummi Grassau Racing

Hannover/ Spa, im Juli 2007. Der Uniroyal Funcup ist weiterhin auf Wachstumskurs: Mit 162 Startern fanden sich auf der umgebauten Rennstrecke in Spa Francorchamps zum 25h-Rennen am Wochenende vom 6. bis 8. Juli so viele Fahrzeuge wie noch nie ein. Das englische Team JPR Motorsport führte zwischenzeitlich und hätte das erste nicht-belgische Siegerteam werden können, doch am Ende gewann Maes-Van Oost vor zwei weiteren einheimischen Teams. In der deutschen Wertung verhinderte ein defektes Radlager kurz vor Schluss den lange sicher geglaubten Sieg von Black Panther. So stand schließlich Gummi Grassau Racing am Ende ganz oben auf dem Podest – der vierte Sieger im vierten Lauf. Die Meisterschaft bleibt spannend.

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Der 25stündige Rennmarathon des Uniroyal Funcup in Spa Francorchamps ist jedes Jahr der absolute Saisonhöhepunkt. Die Rennstrecke präsentierte sich bei zunächst trübem und feuchtem Wetter modifiziert: Durch den Umbau der Bus-Stopp-Schikane ist die Piste nun 7,003 Kilometer lang, sie weist an mehreren Stellen anstelle von Kiesbetten asphaltierte Flächen und vergrößerte Sturzräume auf. Nach dem Abriss der Formel 1-Boxen im oberen Fahrerlager entstand ein gigantisches neues Gebäude mit deutlich größeren Boxen, die jetzt endlich auch Toiletten beinhalten.

Die schillernde Internationalität des Spektakels nutzte die belgische Organisation von Continental für eine Einladung von rund 600 Gästen. Ludo Hendrickx hatte ein umfangreiches Programm ausgearbeitet: „Wir setzen nicht nur Autos für Uniroyal ein, sondern haben auch zwei gelb lackierte Fahrzeuge - unsere Gäste können daher nicht nur zuschauen, eine begrenzte Zahl kann auch mitfahren. Dieses Langstreckenrennen ist ein überzeugender Beweis für die gute Performance der Uniroyal Regenreifen."

Das riesige Starterfeld bestand aus zehn italienischen Teams, zwölf deutschen, 16 englischen, 42 französischen und 63 belgischen, unter die sich auch Teams aus USA, Schweden und Deutschland (Stoll) gemischt hatten. Die Italiener fuhren innerhalb des Laufes ein Sechs-Stunden-Rennen für die nationale Funcup-Meisterschaft aus, doch nur ein Team stoppte wirklich. Alle anderen fuhren bis zum Schluss.

Aus Deutschland hatten sich 13 Teams eingefunden. Stoll Motorsport entschied sich für ihre Startnummer 67 zur Teilnahme an der belgischen Wertung und wollte mit einer fahrerisch starken Truppe ganz vorne mitgeigen. Im Training zählten sie zu den 20 schnellsten, die mit Rundenzeiten unter 3:10 Minuten an die Spitze fuhren. Nur neun Teams erreichten Zeiten unter 3:09. Mit Black Panther und Impuls 1 waren zwei Teams recht dicht an dieser Spitzengruppe dran, Grassau und Stoll (mit dem zweiten Wagen, der Startnummer 167) lagen schon zwei Sekunden dahinter. Am Ende des Starterfeldes reihten sich MK Racing 2 und die bunte Truppe auf der Startnummer 170 mit Zeiten von 3:22 bzw. 3:28 ein.

In der separat gewerteten Klasse der Zweisitzer ging auch die deutsche Nummer 327 an den Start, insgesamt 20 Fahrzeuge dieser Kategorie, die auch im Rennen mit zwei Personen fahren, waren genannt. Auf dem Dach der 327 war ein Taxi-Schild montiert. Der italienische Continental-Mitarbeiter Alberto Bergamaschi ließ einige Gäste in diesem Renntaxi am Geschehen teilnehmen, was in den meisten Fällen für gerötete Wangen und geweitete Pupillen sorgte, denn die Fahrer schonten weder sich noch das Material und fuhren ganz „normal" im Renntempo im Feld mit. So nah kommen sonst Gäste nie an das Renngeschehen heran.

Am Renntag hatten sich die grauen Wolken am Himmel verzogen, die Sonne schien und es wurde etwas wärmer. Nach den ersten vier Rennstunden führte Impuls 1 die deutsche Wertung auf Gesamtrang 22 liegend vor Gummi Grassau, Black Panther und MK Racing 1 an. Das Team des belgischen Modedesigners Gilles Debrus hatte zu diesem Zeitpunkt den zwischenzeitlich erreichten dritten Rang durch einen Defekt bereits wieder verloren. Nun erwischte es Impuls 1 mit der unwahrscheinlichsten aller Pannen: Die doppelt geführten Gaszüge rissen gleichzeitig und Abschleppen sowie Reparatur kosteten ordentlich Zeit. Mit sechs Runden Rückstand lag man nach sieben Stunden daher nur noch auf dem vierten Platz. Nach zehn Stunden hatte sich auch das Team Conti Motorpresse mit Hermann Rottwilm, Andreas Leue, Sebastian Schneider und Horst Wippersteg an Impuls 1 vorbeigeschoben.

Für Impuls 2 lief es noch schlechter, denn die Defekthexe schlug immer wieder zu, auch MK Racing 2 lag nicht viel besser und bei der Nummer 67 von Stoll wollte der Motor nicht rund laufen. So blieb der Wagen in der Box stehen. Erst als die Vergaser gründlich gereinigt waren, lief das Auto perfekt und konnte sofort Zeiten von 3:10 Minuten fahren, aber da war das Rennen längst gelaufen.

Den ersten Punktesegen holte sich bei der Halbzeitwertung nach zwölf Stunden das Team von MK Racing mit der Startnummer 168, die Auftaktsieger von Adria. Dahinter lagen Black Panther vor Conti Motorpresse, Gummi Grassau und dem blauen Wagen von Impuls 1. Die Blauen aus Gersthofen wurden bei ihrer weiteren Aufholjagd jäh gebremst, als sich die Gänge zwei, vier und fünf im Getriebe in den Urlaub verabschiedeten und nicht mehr mitmachten. Der Wechsel der Schaltbox kostete eine gute halbe Stunde Reparaturzeit.

Derweil pirschte vorn der Black Panther auf gleichmäßig schnellen Sohlen an die Spitze der deutschen Wertung, gefolgt von Grassau und Team Conti. MK Racing verabschiedete sich nach einem schweren Unfall in der Blanchimont, einem Vollgas-Linksbogen. Im Konflikt mit einem englischen Auto, das bei dem Unfall gleichfalls komplett zerstört wurde, konnte keiner gewinnen. Zum Glück entstiegen beide Piloten den Fahrzeugresten aus eigener Kraft. Kalle Kern war zuletzt in Zolder nach einem Überschlag unverletzt geblieben, diesmal versorgte ihn der Rennarzt mit einer Halskrause: „Ich war innen als der englische Piloten auf meine Linie zog. Meine Front und sein Heck berührten sich und wir schossen geradeaus in die Planken."

Nach 23 Stunden führte Black Panther mit drei Runden Vorsprung vor Grassau und Team Conti. Von hinten näherte sich Stoll Motorsport. Als dann in der letzten Rennstunde das erwähnte Radlager bei Black Panther einging und die Antriebswelle zerbröselte, platzten die Siegträume von Teamchef Oliver Heider. Aus dem Vorsprung wurde ein Rückstand von fünf Runden. Und bei Stoll freute sich der schweizer Journalist Peter Wyss beim Gang zum Podium über den glücklichen dritten Platz: „Ich liebe diese Strecke und der Funcup macht mordsmäßig Spaß." Große Freude gab es aber vor allem bei Gummi Grassau, den Fahrern Heike und André Reinke und Joachim Peterwitz sowie natürlich den ebenso abgekämpften Mechanikern, die in dieser Saison schon genügend Pech hatten und nun endlich zum auch verdienten Sieg kamen. Damit konnten sie diesmal die größten Pokale abholen - nach MK Racing (Adria), Impuls (Oschersleben) und Black Panther (Zolder).

Die Gesamtsieger drehten insgesamt 431 Runden, gut 3000 Kilometer. Drei Autos folgten mit einem Abstand von zwei Runden, darunter das englische JPR-Team, das schließlich auf dem undankbaren vierten Platz landete. Graussau belegte den Gesamtrang 24 (417 Runden), Team Conti auf Platz 27 kam auf 416 Runden, ebenso wie Stoll auf Platz 30. Die

schnellste Rennrunde drehte das englische Team Tiger mit 3:08.613, bei den deutschen Teams fuhr Impuls 1 mit 3:10.344 die beste Zeit.

Das nächste Uniroyal Funcup-Wochenende findet am 27./ 28. Juli in Hockenheim statt. Da der Hockenheimring 75-jähriges Jubiläum feiert sind umfangreiche Events – von der historischen Formel 1 bis zu Live-Musik-Acts mit PUR, Reamon und Christina Stürmer – rund um das fünfstündige Hauptrennen mit den Funcups geplant. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze.

Der Uniroyal Funcup ist ein Markenpokal, der in Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, England und Spanien durchgeführt wird. In Deutschland dürfen die 760 Kilogramm schweren und 130 PS starken Rennwagen von jedermann gefahren werden. Unter der nach dem VW Käfer aussehenden Kunststoffkarosserie stecken in einem eigens konstruierten Rohrrahmenchassis preiswerte Großserienkomponenten. Ein komplettes, neues Fahrzeug kostet rund 34 000 Euro. Interessenten wenden sich an www.funcup.eu.

Der belgische Gummiwarenhersteller Englebert produzierte seit 1895 Reifen, unter anderem für die Continental AG. Ab 1958 hieß die Firma nach dem Zusammenschluss mit US Rubber dann Uniroyal Englebert. Uniroyal, der Erfinder des Regenreifens, ist seit 1979 eine europäische Marke der Continental AG, Hannover.

Der Continental-Konzern ist ein führender Automobilzulieferer und Anbieter für Reifen, Bremssysteme, Fahrwerkkomponenten, Fahrzeugelektronik und Technische Elastomere. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2006 einen Umsatz von 14,9 Milliarden Euro und beschäftigt derzeit weltweit rund 87.000 Mitarbeiter.

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