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25 Stunden im Renntempo10.07.2005
Hannover, im Juli 2005. Die Traditionsrennstrecke im belgischen Spa-Francorchamps war am Wochenende vom 8. bis 10. Juli wieder Austragungsort des längsten Langstreckenrennens. Satte 25 Stunden lang müssen Autos und Fahrer, Mechaniker und Zuschauer aushalten, bevor die schwarz-weiß-karierte Zielflagge dem Spektakel ein Ende bereitet. Dennoch dürfen auch Amateure mit Tageslizenz bei dem Saisonhighlight des Uniroyal Funcup mitfahren. Die Pressemitteilung als doc-Datei zum herunterladen (946 KB). Der Uniroyal Funcup ist ein Markenpokal, der in diesem Jahr in Deutschland noch am Eurospeedway Lausitzring (27./ 28. August) und Nürburgring (17./ 18. September) gastieren wird. Die Fahrzeuge zeigen die Silhouette eines Volkswagen Käfers unter der Technik aus dem Audi 80/ A4 und Golf steckt. Mit 130 PS und 760 Kilogramm Gewicht rollen diese Autos auf ihren Serienreifen flott und gut beherrschbar aber natürlich gibt es auch hier ein jenseits des Grenzbereichs.
In der Startaufstellung vorn waren neben den belgischen Teams auch einige englische und französische Autos. Die Menge der Starter machte es erforderlich, zwei Startgruppen zu haben - die erste positionierte sich oberhalb von Eau Rouge, die zweite vor La Source. Nach einer Einführungsrunde ging es mit fliegendem Start am Samstag pünktlich um 16 Uhr in den Marathon. Schon nach wenigen Minuten gab es die ersten Abflüge, die alle glimpflich endeten. Da die Fahrzeuge danach wieder zur Reparatur in die Box geschleppt werden, geht es meist nach relativ kurzer Reparaturzeit wieder weiter. Der einfache und robuste Aufbau der Fahrzeuge macht´s möglich. Mit am Start waren auch 7 deutsche Fahrzeuge, die sich zwar nicht besser als auf Platz 70 qualifizieren konnten, im Rennen aber rasch Fortschritte machten. Die Betreuung dieser Wagen macht funmotorsports.de, eine Firma des Rallyeprofis Armin Holz. Bis zum ersten Fahrerwechsel hatte sich beispielsweise das Team Funmotorsports Rallye Stars mit Dieter Depping, Armin Kremer, Achim Müller und Lars Döhmann bis auf Position 31 verbessert. Aber anfangs liegen die Teams alle noch eng beieinander, und ein Boxenstopp mit Fahrerwechsel kann schnell über 20 Positionen kosten.
Die Tankkapazität von rund 45 Litern zwingt aber alle Fahrzeuge nach 1,5 bis 2 Stunden an die Zapfsäule. Hier ist eine weitere Besonderheit zu beobachten: Der Pilot muss sein Fahrzeug an die Tankstelle eingangs der Boxengasse steuern, sich abschnallen, aussteigen, den Tank aufschrauben und selber nachfüllen. Erst dann kann er zur Box weiterfahren, um dort den nächsten Piloten ans Steuer zu lassen. Die besten Rundenzeiten für die Funcup-Autos in Spa liegen bei 3:08, im Rennen werden eher Zeiten von 3:10 bis 3:12 gefahren. Die weniger geübten Piloten kommen auf 3:20 bis 3:30 oder noch mehr. Im Laufe des Rennens zieht sich das Feld immer weiter auseinander. Mit Einbruch der Dämmerung stellen sich erste Ermüdungserscheinungen ein, die manchmal kleine Fahrfehler nach sich ziehen. Dann gibt es schnell mal einen Dreher, einen kleinen Verbremser, bei dem man sich den Frontspoiler abreißt oder dem Hintermann die Heckschürze eindrückt.
Lose Karosserieteile werden an der Box mit ein paar Löchern in der Karosserie und Kabelbindern sowie Klebeband wieder geflickt – Schönheit steht dann ganz unten auf der Prioritätenliste, Hauptsache, das Auto ist schnell wieder auf der Strecke, um weitere Runden zu drehen. Die kurze Julinacht bringt für die Mechaniker keinerlei Ruhepause. Ständig kommt ein Fahrzeug in die Box, entweder wegen eines Routinestopps mit Fahrerwechsel oder eines Defekts.
Auch größere Reparaturen wie beispielsweise ein Motorwechsel werden durchgeführt, denn bis zum Rennende kann auch den Gegnern noch viel passieren. Das zeigt sich beispielsweise in der vorletzten Runde, als zwei Wagen in der im fünften Gang voll gefahrenen Rascasse abfliegen und an den Leitplanken zerschellen. Morgens um 10 liegt das Rallyestar-Auto auf Platz 21. Mit flotten Zeiten ist es auf der Strecke, als ein Positionsgerangel zum Crash führt. Das wirft die Startnummer 170 auf Platz 79 zurück. Das Team Conti Motorpresse ist bestes deutsches Auto zu dieser Zeit, dreht unauffällig aber konstant seine Runden.
Am Ende ist das Team mit Horst Wippersteg, Heinz Drolshagen, Andreas Leue und Hermann Rottwilm mit Position 24 bestes deutsches Auto. Mit Nationalhymne, Pokalen und Sekt werden sie geehrt. Eigentlich hätte ja das Team Scholzen, das für die deutsche Wertung eingeschrieben ist, diesen Rang verdient. Doch die Brüder Scholzen sind Belgier, weshalb der Veranstalter sie in die belgische Wertung nahm – ihr dritter Gesamtrang ist eine tolle Leistung. Die Rallyestars beenden das Rennen auf Platz 56. Sie konnten nach dem Crash immerhin noch ein anderes deutsches Auto wieder abfangen. Neben der Gesamtwertung gibt es beim 25 Stunden-Rennen auch Wertungen für die verschiedenen Nationen, Belgien, Frankreich, England, Italien und Deutschland. So endet ein besonderes Rennspektakel mit vielen Pokalen, Hymnen und einer Sektspritzerei, die Formel 1-würdig ist.
Der klebrige Schaumwein ist schnell abgewaschen, der Muskelkater bleibt noch etwas länger. Für die Mechaniker heißt es, die Reste der Fahrzeuge einzuladen. Denn nach dem Rennen ist vor dem Rennen – zum nächsten Termin werden alle Fahrzeuge wieder tipptopp aussehen, auch wenn dieser Zustand manchmal nur wenige Trainingsminuten anhält. That´s racing vom Feinsten. Lars Döhmann Leiter Presse Uniroyal Büttnerstraße 25 30165 Hannover Telefon: +49 (0) 511/ 938-2370 Fax: +49 (0) 511/ 938-2462 E-mail: lars.doehmann@conti.de |
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