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"Conti wird Weltmeister" Continental veranstaltet mit dem ContiTeamCup zum zweiten Mal die größte konzerninterne Fußball-WM der Welt. Personalvorstand Heinz-Gerhard Wente erklärt die Motivation, das Turnier gerade auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten durchzuführen. Und was man als Unternehmer vom Fußball lernen kann. ContiSoccerWorld: Herr Wente, Continental richtet erneut den ContiTeamCup aus. Was hat Sie zu dem Schritt bewogen, das Turnier zum zweiten Mal auszurichten? |
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![]() Heinz-Gerhard Wente |
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Heinz-Gerhard Wente: Der ContiTeamCup vor vier Jahren war eine rundum erfolgreiche Veranstaltung, wir haben damals sehr positive Rückmeldungen bekommen. Dahinter steht auch der grundsätzliche Gedanke: Wenn wir uns extern stark präsentieren als einer der Hauptsponsoren der FIFA WM 2010, dann ist es für uns nur logisch, diesen Geist auch in das Unternehmen zu tragen. Fußball begeistert die Menschen weltweit einfach wie keine zweite Sportart, im Stadion, vor dem Fernseher und auf dem Platz, wenn man selbst gegen den Ball tritt. Wir haben vor vier Jahren gemerkt, wie sehr so ein Turnier das Gemeinschaftsgefühl der Mitarbeiter stärken kann und über formale Grenzen hinweg neue Kontakte schafft. Es gibt viele Beispiele, bei denen Mitarbeiter, die schon im Business an gemeinsamen Projekten arbeiten, durch den ContiTeamCup noch näher zusammengerückt sind.
ContiSoccerWorld: Gibt es Aspekte, die man als Unternehmen vom Fußball lernen kann?
Heinz-Gerhard Wente: Ja, es gibt eine Menge Parallelen zwischen Fußball und Geschäftsleben. Zu Fußball gehören Strategie und Ausdauer, das sind natürlich auch sehr wichtige Aspekte im Geschäftsleben. Man darf niemals im Abseits im stehen, das gilt im Beruf ebenso wie auf dem Platz. Wenn man an den Standorten hervorragende Leistungen erbringen und gut mit den Kollegen am Arbeitsplatz auskommen möchte, dann ist Teamgeist entscheidend. Im Fußball werden Talente gefördert, das machen wir im Unternehmen auch. Zu einer guten Fußballmannschaft gehört zudem, dass ein paar erfahrene Spieler in entscheidenden Phasen des Spiels für Ruhe sorgen können und Verantwortung für ihr Team übernehmen, auch das gilt für ein erfolgreiches Unternehmen.
ContiSoccerWorld: Ist ein guter Fußballer automatisch auch ein guter Mitarbeiter? Ein mitunter egozentrischer Ausnahmespieler wie Christiano Ronaldo wäre vielleicht nicht ohne weiteres erfolgreich in ein Unternehmen zu integrieren.
Heinz-Gerhard Wente: Wir würden erstmal sehen, wie sich Ronaldo in der Probezeit bei uns macht… (lacht). Nein, im Ernst, die einzige Aussage, die ich mit Sicherheit so stehen lassen kann ist, dass alle Fußballspieler, die beim ContiTeamCup mitspielen, hervorragende Mitarbeiter sind. Natürlich ist nicht jeder gute Mitarbeiter - und wir haben nur solche - auch ein guter Fußballer.
ContiSoccerWorld: Kann man unerwünschte Spannungen erzeugen durch so ein Turnier? Wird der Frust über den ungerechten Elfmeter in der Schlussminute vielleicht am nächsten Tag ins Unternehmen getragen und sorgt für Missstimmung am Arbeitsplatz?
Heinz-Gerhard Wente: Fußball ist bei den Menschen immer ein Thema. Und natürlich wird am Montag darüber gesprochen, wenn es in der 93. Minute einen als ungerecht empfundenen Elfmeter für die andere Mannschaft gegeben hat, unabhängig, ob das bei einem unserer Spiele gewesen ist oder in der jeweiligen Liga des Landes, oder ob es beim Konföderationen-Pokal 2009 bzw. der Weltmeisterschaft in Südafrika sein wird. Emotionen gehören dazu, und wir sind doch froh über Mitarbeiter, die durchaus an der einen oder anderen Stelle ihre Emotionen zeigen. Das sehe ich nicht als Nachteil an, wenn am nächsten Tag noch einmal eine Situation aus dem Spiel vom Wochenende das Thema ist.
ContiSoccerWorld: Beflügeln positive Fußball-Erlebnisse die Mitarbeiter?
Heinz-Gerhard Wente: Ein Fußball-Turnier bewegt die Menschen, ganz klar. So wie die FIFA Fußball-Weltmeisterschaften die Massen mobilisieren, so begeistern sich auch unsere Mitarbeiter für die interne Fußball-Weltmeisterschaft. Nehmen wir die WM 2006 in Deutschland, die hat erstaunliche Kräfte freigesetzt, die hat Optimismus im ganzen Land verbreitet und in die Welt getragen. Für uns als Unternehmen ist es da nur mehr als wünschenswert, wenn wir von so einem Optimismus und Enthusiasmus auch unserer internen Mitarbeiter-WM profitieren können. Das mexikanische Frauenteam aus Cuautla, das den Titel beim letzten ContiTeamCup gewonnen hat, wurde bei der Rückkehr sogar vom Bürgermeister empfangen, da wurde ein richtig großer Staat gemacht. Die Mitarbeiterinnen sind in dem Moment sicher einmal mehr stolz gewesen, Teil der Conti zu sein.
ContiSoccerWorld: Lässt sich so ein Turnier überhaupt in unternehmerischen Werten beziffern? Welchen Wert bringt ein internes Turnier?
Heinz-Gerhard Wente: Wenn Sie mich als Personaler fragen, dann sage ich, ich lege gar nicht so viel Wert darauf, das Turnier in Werten zu quantifizieren. Ich beobachte die Menschen, ich freue mich, wenn sie Spaß haben und sich mit unserem Unternehmen identifizieren und vielleicht einen Schuss zusätzliche Motivation aus der Veranstaltung mitnehmen. Als Unternehmensmanager muss ich sagen, dass jede Werbeaktion nach außen natürlich immer auch einen quantitativen wirtschaftlichen Erfolg bringen soll. Bei unseren Sponsoringaktivitäten Iässt sich das auch sehr gut nachvollziehen.
ContiSoccerWorld: Die Automobilbranche durchlebt sehr schwierige Zeiten. Gibt es vor diesem Hintergrund nicht auch Irritationen bei Mitarbeitern, die sich fragen, warum man gerade jetzt ein Fußball-Fest feiern sollte?
Heinz-Gerhard Wente: Die Stimmen gab es, und ich begrüße es ausdrücklich, dass es anfangs Diskussionen über den Sinn und Zweck einer solchen Veranstaltung gegeben hat. Das bestätigt einfach, dass sich die Mitarbeiter und die Vorgesetzten mit der Lage auseinandersetzen und nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Wir haben uns die erneute Ausrichtung des ContiTeamCups im Vorstand sehr sorgfältig überlegt und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir uns ganz bewusst einmal mit dieser Veranstaltung vom Tagesgeschäft entfernen wollen. Keine Frage: Wir haben eine schwierige Situation; aber wir können diese Situation im Team meistern. Ein Fußballturnier ist dafür ideal, man kann miteinander spielen, kämpfen und am Ende auch gemeinsam feiern und die großen Herausforderungen des Wirtschaftslebens einmal für ein paar Stunden vergessen.
ContiSoccerWorld: Wie sehen Sie überhaupt das fußballerische Potenzial von Continental? Gibt es bislang unentdeckte Talente?
Heinz-Gerhard Wente: Wir haben ja alle Fußballer-Facetten dabei: Die brasilianischen Ballkünstler, die strategisch spielenden Deutschen, die gut vorbereiteten Asiaten… Wir können auf ein riesiges Potenzial an fußballerischem Können in unserer Reihen vertrauen und sind sehr gespannt, wer 2010 das Finale bestreiten wird.
ContiSoccerWorld: Erwarten Sie die Talent-Scouts des FC Bayern München oder vom FC Barcelona am Spielfeldrand?
Heinz-Gerhard Wente: Wir geben unsere besten Spieler nicht her, die wären ja auch gar nicht zu bezahlen (lacht).
ContiSoccerWorld: Beim vergangenen Turnier 2005/2006 gab es kein Vorstandsteam. Wäre es nicht an der Zeit, dass auch die obersten Manager die Fußballschuhe schnüren?
Heinz-Gerhard Wente: Wir sind ja nur zu dritt im Vorstand, da könnten wir gerade mal einen Torwart und zwei Verteidiger aufstellen. Von daher werden wir das Geschehen wohl doch eher sehr engagiert vom Spielfeldrand aus beobachten.
ContiSoccerWorld: Sie haben aber doch selbst einmal aktiv Fußball gespielt, wie wir erfahren haben…
Heinz-Gerhard Wente: Ja, aber nur im Amateurbereich. Und ich habe meine Karriere vor etwa zehn Jahren beendet. Die Mannschaft hatte sich irgendwann von selbst aufgelöst, weil die meisten Spieler doch in einem gewissen Alter waren, beziehungsweise immer weniger Zeit hatten. Ich habe mir vor zwanzig Jahren sicherlich nie vorstellen können, einmal nicht mehr Fußball zu spielen. Aber man gewöhnt sich auch daran.
ContiSoccerWorld: Und Ihr Tipp, wer wird Weltmeister beim ContiTeamCup?
Heinz-Gerhard Wente: Continental! Genauer kann ich es nicht sagen, beim Fußball ist, wie man ja weiß, alles möglich. Wir freuen uns auf gute Spiele und gute Stimmung, dann gewinnen eigentlich alle. |