UEFA-U21-Europameisterschaft
U-21 Historie

Die Entwicklung der U-21-Junioren-EM - Italien gewann fünf Titel

Die U-21-Junioren-Europameisterschaft hat sich den vergangenen Jahrzehnten zu einem der wichtigsten und attraktivsten Wettbewerbe der Europäischen Fußball-Union (UEFA) entwickelt. Ähnlich wie die die UEFA Europameisterschaft™ für A-Nationalmannschaften wurden mehrere Änderungen am Modus des Junioren-Wettbewerbs vorgenommen bis zum aktuellen Status. Seit 1976, in dem Jahr mit der Festlegung der Altersgrenze der Spieler auf 21 Jahre, wurden 16 Titel vergeben. Zuvor gingen U-23-Mannschaften an den Start. Ein wesentlicher Unterschied zu den UEFA Europameisterschaften™, deren Endrunden im Vier-Jahres-Rhythmus ausgetragen werden, besteht darin,  dass bei den jüngeren Teams alle zwei Jahre ein Kontinentalmeister gekürt wird.

Italien ist mit fünf Titelgewinnen der Rekord-Europameister bei der UEFA U21-Europameisterschaft™. Zuletzt feierte das Team 2004 in Bochum einen Finalsieg. (Foto: Rzepka/Augenklick)

Italien hat den Titel der UEFA U-21-Junioren-EM fünfmal gewonnen. Damit sind die „Azzurri“ der Rekordmeister in dieser Altersgruppe, die großen „Azzurri“ schafften es bisher erst einmal, die EM-Trophäe der UEFA zu holen. Die U-21-Mannschaften von England, der UdSSR und der Niederlande erkämpften jeweils zwei Titel. Das „Oranje-Team“ triumphierte 2006 in Portugal und 2007 im eigenen Land. Jugoslawien, Spanien, Tschechien und Frankreich trugen sich seit 1976, nachdem das Alterslimit auf 21 Jahre festgezurrt worden war, je einmal in die Siegerliste ein. Deutschland, mit drei Titeln bei der „großen“ UEFA-Europameisterschaft™ die erfolgreichste Nation, erreichte hingegen nie bei den U-21-Junioren den ersten Platz.

Ein Wettbewerb, aus dem das heutige EM-Turnier der ältesten Nachwuchsklasse entstand, wurde am 7. Juni 1967 in Stara Zagora von Bulgarien mit 3:2 gegen die DDR gewonnen. Ab 1970 folgte ein erster Wandel des Austragungsmodus. 23 Länder wurden in acht Gruppen gegliedert, die Ersten zogen in das Viertelfinale ein, das wie das Halbfinale und auch das Finale in Hin- und Rückspielen entschieden wurde. Der erste U-23-Europameister nach dieser Änderung wurde die Tschechoslowakei (1972), es folgten Ungran (1974) und die UdSSR (1976).

Viele Superstars nahmen an der UEFA U21-Europameisterschaft™ teil, so auch FIFA Weltmeister™ Jürgen Kohler in einer Partie 1985 zwischen Deutschland und Portugal. (Foto: Kunz/Augenklick)

1976 nahm die UEFA eine Senkung der Altersgrenze von 23 auf 21 Jahre vor. Jugoslawien bezwang in den ersten Endspielen nach dieser Modifikation 1978 die DDR mit 1:0 und 4:0 in der Hin- und Rückbegegnung. Danach errangen die UdSSR (1980 gegen die DDR), England (1982 gegen die Bundesrepublik Deutschland und 1984 gegen Spanien), Spanien (1986 gegen Italien), Frankreich (1988 gegen Griechenland), die UdSSR (1990 gegen Jugoslawien) und Italien (1992 gegen Schweden) die Junioren-Krone der UEFA.

Für die Titelvergabe 1994 wurde ein erneuter Schnitt gemacht, und die Entwicklung nach vorne getrieben durch die Einführung einer Endrunde der vier Halbfinalisten an einem Ort. Hin- und Rückspiele entfielen nun. Die Partien fanden in Montpellier in Frankreich statt, das Finale erreichten Italien und Portugal, die kleinen „Azzurri“ setzten sich mit 1:0 nach Verlängerung durch. 1996 gastierte die Endrunde in Barcelona, Titelverteidiger Italien besiegte Gastgeber Spanien nach einem 1:1 nach Verlängerung im Finale durch ein 4:2 im Elfmeterschießen.

Seit dem Jahr 2002 im aktuellen Turnier-Format

1998 erfuhr der Junioren-Wettbewerb eine neue Aufwertung, indem nun auch die Viertelfinalspiele in die Endrunde integriert wurden. Rumänien war der Schauplatz der Entscheidungsspiele. Spanien gewann die U-21-EM durch ein 1:0 gegen Griechenland. 2000 gab es eine weitere Änderung. Wie zwei Jahre zuvor reisten acht Teams an, die aber keine Viertelfinals mehr bestritten, sondern zwei Gruppen bildeten. Die Erstplatzierten erreichten das Endspiel, die Zweiten der Gruppen bestritten das Spiel um Platz drei. In der Slowakei setzte sich wieder Italien durch nach einem 2:1 gegen Tschechien.

Klaas-Jan Huntelaar war der überragende Stürmer bei der UEFA U21-Europameisterschaft 2006™. 2008 wechselte der Niederländer von Ajax Amsterdam zu Real Madrid. (Foto: Firo/Augenklick)

2002 wurde dann der Modus eingeführt, der auch in den beiden nächsten Turnieren beibehalten wurde und auch 2009 in Schweden wieder Anwendung findet. Je vier Mannschaften bilden eine Gruppe, der Erste und Zweite jeder Gruppe qualifizieren sich für das Halbfinale, die Sieger bestreiten das Endspiel. Tschechien, der unterlegene Finalgegner von 2000, entschied 2002 in der Schweiz das Finale gegen Frankreich für sich, benötigte nach einem 0:0 nach 120 Minuten allerdings ein 3:1 im Elfmeterschießen. 2004 in Deutschland holte Italien seinen fünften Titel durch ein 3:0 gegen Serbien und Montenegro. Die UEFA U-21-Europameisterschaft in Portugal 2006 gewann das Team der Niederlande mit 3:0 gegen die Ukraine. Ein Jahr später verteidigten die Holländer den Titel durch ein 4:1 gegen Serbien.

Zwischen den beiden Siegen der Niederländer war der zeitliche Rhythmus der Endrunden-Durchführung verschoben worden. Zwischen der U-21-EM in Portugal und der Endrunde in den Niederlanden lag nur ein Jahr. Die UEFA reagierte damit auf die Anforderung der Olympia-Qualifikation. Die Teams, die sich im Juni 2007 für die Sommerspiele in China qualifizierten, konnten in unveränderter Formation, bzw. mit gleichen Spieler-Kadern das Olympia-Turnier bestreiten. Bei Olympia liegt die Altersgrenze bei 23 Jahren. Auch eine Trennung der Europameisterschaften der U-21-Jahrgänge mit den A-Teams fand statt. Bisher kam es häufig zu Terminkonflikten in den geraden Jahren. Der neue Rhythmus hat sich bewährt und wird in Schweden und zukünftig beibehalten.