DDR-Star der FIFA WM 1974: Jürgen Sparwasser

Schreibt auf meinen Grabstein: Hamburg 1974…

Berlin im Herbst 2008. Ein Fußballplatz an Rande der Stadt. Ein traditionsreicher Lichtenberger Fußballverein hat zu einer Platzeinweihung und einem Oldie-Treffen an die Spree geladen. An einem rustikalen Tisch sitzen zwei ergraute Herren bei Kaffee und Kuchen und fachsimpeln über Fußball. Hinter ihrem Rücken tuscheln die Leute schnell. „Kick mal, der ‚Ete’!“, ruft der eine. „Och, det is doch och noch der ‚Spari’ daneben“, bemerkt sein Nachbar. Dann treten die beiden ganz vorsichtig an den Tisch und lassen sich von den früheren Idolen Autogramme geben. Denn „Ete“ und „Spari“ sind einstige Stars des Fußballs in Ostdeutschland. Ihre Kosenamen stehen für zwei Teilnehmer der FFIA Weltmeisterschaft von 1974, es handelt sich um Erich Hamann und Jürgen Sparwasser aus der damaligen DDR.

ContiSoccerWorld, Conti, Continental, Reifen, Fußball, WM, FIFA WM 2010, Confederations Cup 2005, Hildebrand, Casillas, Shearer, Ricardo, Koerbel, Deutschland, Sponsoring, German Engineering, Conti-Stars, WM-Tickets gewinnen, Tickets, FIFA-Partner

ContiSoccerWorld, Conti, Continental, Reifen, Fußball, WM, FIFA WM 2010, Confederations Cup 2005, Hildebrand, Casillas, Shearer, Ricardo, Koerbel, Deutschland, Sponsoring, German Engineering, Conti-Stars, WM-Tickets gewinnen, Tickets, FIFA-Partner
Jürgen Sparwasser, Schütze des legendären Tores zum 1:0 der DDR gegen das bundesdeutsche Team bei der WM 1974, im Gespräch mit Günter Netzer (rechts). (Foto: Feuer)


Das so genannte „Sparwasser-Tor“ wurde weltberühmt. Kein Fußballer in Deutschland ist so auf ein Tor reduziert worden, wie der Stürmer Jürgen Sparwasser aus Halberstadt. Sparwasser sagt selbst über diesen Treffer: „Wenn ich mal sterbe, genügt es, auf den Grabstein zu schreiben: Hamburg 1974. Dann weiß jeder, wer in der Kiste liegt.“ Die Geschichte des Sparwasser-Tores ist die Chronik des einzigen Länderspiels zweier deutscher Mannschaften gegeneinander.

Es war ein Samstag, es war der 22. Juni 1974. 21.03 Uhr im Hamburger Volksparkstadion. Die Uhr des uruguayischen Schiedsrichters Barreto zeigte die 78. Spielminute: Der eingewechselte Erich Hamann aus Frankfurt/Oder spielte den Ball zu Sparwasser. Der umkurvte Beckenbauer, Vogts und Höttges und verlud auch noch Torwart Sepp Maier. Es folgte ein Schuss, ein Tor und ein Sieg mit sportlichem Sensationscharakter und politischem Zündstoff für die Mannschaft von Trainer Georg Buschner. Noch jahrelang wurde in der einstigen DDR-Sendung „Sport aktuell“ Wochenende für Wochenende dieser Treffer als Vorspann gezeigt. Sparwasser selbst kassierte wie alle DDR-Spieler ca. 2000 Ost- und 2500 Westmark und schied später im Turnier mit der DDR als Sechster der FIFA WM 1974 aus. Es blieb die einzige Teilnahme der DDR an einem WM-Turnier. Dieser Sieg gegen das „andere Deutschland“ entschädigte für alles. Dass die westdeutschen Brüder schließlich Weltmeister wurden, gönnten ihnen die meisten im Osten. Das machte den grandiosen Erfolg mit dem Sparwasser-Tor noch wertvoller.

ContiSoccerWorld, Conti, Continental, Reifen, Fußball, WM, FIFA WM 2010, Confederations Cup 2005, Hildebrand, Casillas, Shearer, Ricardo, Koerbel, Deutschland, Sponsoring, German Engineering, Conti-Stars, WM-Tickets gewinnen, Tickets, FIFA-Partner

Erich Hamann gab Jürgen Sparwasser die Vorlage zum Siegtor der DDR-Auswahl gegen die späteren Weltmeister. Noch heute trifft sich die Mannschaft von 1974 manchmal. (Foto: Feuer)

Sparwasser gewann Olympia-Medaille und den Europapokal

Das Boulevard-Blatt „BILD“ war damals über die gastgebende Mannschaft erschrocken: „0:1-Schlappe gegen DDR – So nicht Herr Schön!“ Später befand dessen Kapitän Franz Beckenbauer einmal: „Wer weiß, ob wir ohne diese Niederlage FIFA Weltmeister geworden wären.“ Dennoch ist es absolut ungerecht, Jürgen Sparwasser nur auf das Tor von Hamburg zu reduzieren. 1965 wurde er mit der DDR-Juniorenauswahl Sieger beim UEFA-Turnier in Essen. 1972 gewann er mit der DDR die olympische Bronzemedaille in München. 1974 holte der spiel- und schussgewaltige Mittelstürmer mit dem 1. FC Magdeburg gegen den AC Mailand durch ein 2:0 in Rotterdam den ersten und einzigen Europapokal für einen DDR-Verein im Pokalsieger-Wettbewerb ins Land. Das war einen Monat vor dem Sparwasser-Tor. Das wurde übrigens 1988 aus dem Programm des DDR-Fernsehens genommen. Bei einem Traditionsspiel seines Vereins war Sparwasser im Westen geblieben. Aber im Osten blieb er unvergessen. Ein Jahr später fiel die Mauer. Die Mannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die 1974 bei der FIFA WM nur gegen die DDR verlor, und das Team des Deutschen Fußball-Verbandes (DFV) wuchsen zusammen wie das ganze Land nach der Wiedervereinigung.

ContiSoccerWorld, Conti, Continental, Reifen, Fußball, WM, FIFA WM 2010, Confederations Cup 2005, Hildebrand, Casillas, Shearer, Ricardo, Koerbel, Deutschland, Sponsoring, German Engineering, Conti-Stars, WM-Tickets gewinnen, Tickets, FIFA-Partner

ContiSoccerWorld, Conti, Continental, Reifen, Fußball, WM, FIFA WM 2010, Confederations Cup 2005, Hildebrand, Casillas, Shearer, Ricardo, Koerbel, Deutschland, Sponsoring, German Engineering, Conti-Stars, WM-Tickets gewinnen, Tickets, FIFA-Partner
Georg Buschner war als Trainer der Architekt des Erfolges der DDR bei der WM 1974 gegen den hohen Favoriten, dem Team aus der Bundesrepublik Deutschland. (Foto: Feuer)


Was aus den Helden der DDR wurde

Jürgen Croy: Ehrenbürger von Zwickau, war Trainer und Sportlehrer, Bürgermeister für Schule, Kultur und Sport, später Geschäftsführer der Kultur-, Tourismus- und Messe Betriebs GmbH Zwickau

Wolfgang Blochwitz: Der Jenaer erlag mit 64 Jahren einem Magenleiden

Werner Friese: Er arbeitete u.a. als Torwarttrainer in Frankfurt/M., Leverkusen und unter Bernd Schuster in Donezk

Gerd Kische: Unternehmer in Rostock und Hobby-Jäger, Buchautor

Joachim Fritzsche: Dachdecker und Trainer in Leipzig

Siegmar Wätzlich: Restaurantbesitzer in Rammenau/Dresden

Bernd Bransch: Arbeitete im Stadtsportbund Halle und lebt dort

Lothar Kurbjuweit: War zuletzt Scout für Hans Meyer beim Club in Nürnberg

Rüdiger Schnuphase: Nachwuchstrainer in Thüringen

Jürgen Pommerenke: Trainer in Magdeburg mit Fußballschule

Konrad Weise: Sporthaus-Chef in Greiz/Thüringen

Erich Hamann: Nach Trainerjob in Vietnam, nun Pensionär

Wolfgang Seguin: Millionenschwerer Unternehmer mit der Glas- und Gebäude-Reinigungsfirma „sk“

Hans-Jürgen Kreische: Der Sachse ist Scout beim HSV

Harald Irmscher: Co-Trainer von Bernd Stange in Weißrussland

Reinhard Lauck: Nach der Karriere Schlosser, Kohlenschlepper, starb 1997 vereinsamt in Berlin

Joachim Streich: „kicker-„Kolumnist, arbeitet in einem Sporthaus in Magdeburg, lebt in Möckern

Wolfram Löwe: arbeitete bei der Reichsbahn, später bei der Sparkassenversicherung Sachsen

Martin Hoffmann: Nachwuchstrainer in Magdeburg

Eberhard Vogel: Diplom-Sportlehrer, Assistent von DDR-Nationaltrainer Ede Geyer bis zur Wende, später u.a. Nationaltrainer in Togo, Amateur- bzw. Cheftrainer in Gladbach und Köln bzw. Hannover

Peter Ducke: Schulsportlehrer in Thüringen, Buchautor

Jürgen Sparwasser: Lebt in Bad Vilbel und Magdeburg, plant eine Fußballschule in Brieselang/Brandenburg. Buchautor

(Stand Ende 2008)