Newcomer der FIFA WM 2010

Michael Bradley: Trainersohn als starke US-Führungsfigur

Er macht keinen Hehl aus seiner negativen Einstellung. Südafrika ist ihm mehr oder weniger egal. Michael Bradley ist nicht bereit, etwas Positives über das Land zu sagen. Ihn interessiert nur eines: Dort findet die FIFA Weltmeisterschaft 2010™ statt, dort will der Mittelfeldspieler möglichst viele Spiele bestreiten. Vier Begegnungen sind das Minimum, fünf wären okay, sechs wären gut, sieben ein Traum. „Wir fahren zur WM, um gut zu spielen. Wir haben eine starke Mannschaft, einen sehr starken Teamgeist. Wir haben viel gelernt“, sagt Bradley. Er ist erst 22 Jahre alt, aber er wirkt, wenn er über seinen Beruf als Fußball-Profi spricht, als er wäre 30 oder älter. Bradley ist ein abgebrühter Typ.

Beim FIFA Confederations Cup 2009™ traf Michael Bradley mit dem US-Team im Finale auf Brasilien (2:3) mit Superstar Kaka. (Foto: GES/Augenklick)

Schon 33 Länderspiele hat er bis zum Frühjahr 2010 bestritten, mit 18 Jahren gab er sein Debüt. Beim FIFA Konföderationen Pokal 2009™ führte er aus dem defensiven Mittelfeld sein Team in das Finale. Im Ellis Park in Johannesburg, wo am 18. Juni auch das Gruppenspiel gegen Slowenien stattfinden wird, trafen die US-Boys auf Brasilien und lagen mit 2:0 in Führung. „Nach zwei wunderbaren, toll herausgespielten Toren“, sagt Bradley. „Wer gegen Brasilien solche Tore schießt, kann das gegen jede andere Mannschaft“, erklärt der Modellathlet. Am Ende verlor das US-Team mit 2:3, aber das Selbstbewusstsein war dennoch gewachsen. „Wenn es gut läuft, erreichen wir vielleicht das beste WM-Ergebnis für ein US-Team aller Zeiten. Wir sind bereit dazu“, sagt Bradley.

Deutschland setzt Bradley dem US-Team als Vorbild

ContiSoccerWorld, Conti, Continental, Reifen, Fußball, WM, FIFA WM 2010, Confederations Cup 2005, Hildebrand, Casillas, Shearer, Ricardo, Koerbel, Deutschland, Sponsoring, German Engineering, Conti-Stars, WM-Tickets gewinnen, Tickets, FIFA-Partner

Gegen England, Slowenien und Algerien tritt die USA in der Gruppe C an. Die Engländer seien der Favorit, sagte Bradley. Das absolute Topspiel für die Vereinigten Staaten findet gleich zu Beginn am 12. Juni in Rustenberg statt – gegen England, das 1950 bei der WM sensationell mit 1:0 geschlagen wurde. Platz zwei hat der in Princeton in New Jersey geborene Bradley in der Gruppe C im Visier. Aber er ist ein echter Profi und dazu gehört bei ihm, nichts Negatives über Slowenien oder Algerien zu sagen. In Gladbach spielt er zusammen mit Karim Matmour, dem Algerier. Aber über ihr Duell in Pretoria am 23. Juni sprachen sie nicht. „Ich will ihm nichts verraten und Karim mir wohl auch nicht“, sagte Bradley.

Als Zweiter würde die USA im Achtelfinale vielleicht auf Deutschland treffen, wenn der dreimalige FIFA Weltmeister™ die Gruppe D gewinnt. „Das wäre in Highlight“, meint Bradley. Das US-Team hat mit den Deutschen noch eine Rechung offen.

ContiSoccerWorld, Conti, Continental, Reifen, Fußball, WM, FIFA WM 2010, Confederations Cup 2005, Hildebrand, Casillas, Shearer, Ricardo, Koerbel, Deutschland, Sponsoring, German Engineering, Conti-Stars, WM-Tickets gewinnen, Tickets, FIFA-Partner
Michael Bradley ist in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach eine feste Größe im defensiven Mittelfeld. (Foto: Firo/Augenklick)

Das Viertelfinale von 2002 wurde mit 0:1 verloren. Die deutsche Mannschaft beeindruckt Bradley bis heute. „Wir haben uns gesagt: So müssen wir auch spielen, als Mannschaft, jeder für jeden“, erklärte Bradley, bevor er sich auf den Weg zu seinem US-Team machte.

Wie er nichts über Südafrika sagen kann, so spart Bradley auch ein anderes Thema am liebsten aus. In Südafrika werden die Medien über ihn sicher öfter berichten als über andere. Denn wer sonst hat schon seinen Vater als Nationaltrainer? Bob Bradley vertraut auf Michael. Der Sohn ist Stammspieler beim Vater, aber so gut, dass niemand behauptet kann, es seien die Familienverbindungen, warum Michael spielt. Er selbst findet gar nichts dabei. „Ja, der Trainer ist mein Vater. Aber das spielt keine Rolle“, sagt Michael Bradley. Dass er immer nur Fußball gespielt hat, und als Junge nie etwas anderes tat, dass er sich weder für Baseball, Football noch für Basketball interessierte, das hat er wohl seinem Vater zu verdanken. Denn der war Soccer-Coach. Michael wurde 2004 durch das MLS Draft System in den USA entdeckt und wechselte zu den New York Metro Stars, bei denen Bob Trainer war. Aber Michael brauchte seinen Vater nicht, um sich in Europa durchzusetzen. Nur beim US-Team arbeiten sie zusammen – ab dem 12. Juni in der Hoffnung auf den größten Erfolg in der Fußball-Historie der USA.