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Hugo Lloris: Der Nachfolger der berühmten „Glatze“ |
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Er ist der neue Stern am französischen Fußball-Himmel. Hugo Lloris, Torhüter bei Olympique Lyon, hat durch seine Paraden gegen Irland nicht nur Frankreich die Teilnahme an der FIFA Weltmeisterschaft 2010™ in Südafrika gesichert. Er hat durch einen unglaublichen Reflex, der an Oliver Kahn in seinen besten Zeiten erinnerte, im Viertelfinale in Bordeaux drei Minuten vor Schluss Lyon auch den Einzug ins Halbfinale der Champions League ermöglicht. Nach dem 3:1 im Hinspiel wäre „OL“ bei einem 0:2 draußen gewesen.
So auffällig der 23-Jährige, der bis Anfang Mai 2010 neun Länderspiele absolviert hat, auf dem Platz ist, so scheu gibt er sich in der Öffentlichkeit. Vor dem Hinspiel in der Champions League bei Bayern München musste er in die obligatorische Pressekonferenz am Tag vor dem Spiel. Nüchtern, überlegt, eintönig, glatt, sich wie gewohnt kontrollierend, hat er mit wenigen Worten Nichtssagendes abgespult. Nach dem 0:1 in der Allianz-Arena – wo er gegen Robben auch das 0:2 verhinderte - diskutierte er noch mit dem Schiedsrichtergespann, wahrscheinlich über den Platzverweis für Toulalan. Lloris spricht italienisch. Aber die Journalisten, die in der Mixed Zone warteten, umdribbelte er geschickt Fußballerisch ist Lloris nicht sonderlich stark, aber sein Torwarttrainer, Ex-Nationalspieler Joel Bats, arbeitet daran. Dafür umgeht Lloris gekonnt alle Fragen nach seiner Zukunft. Sein Vertrag läuft noch bis 2012, und derzeit sieht der Zerberus nicht die geringste Notwendigkeit, in Verhandlungen über eine eventuelle Vertragsverlängerung einzusteigen. Es ist bekannt, dass Tottenham ihm Avancen machte. Es ist auch bekannt, dass sein Traumverein der AC Mailand ist. Dort wäre er 2008 auch fast gelandet, hätte nicht sein Vorgänger in Lyon, Grégory Coupet, damals Nationaltorhüter, eindringlich auf ihn eingeredet. So wechselte er an die Rhone, nachdem „OL“ 8,5 Millionen Euro an seinen ersten Profiverein, OGC Nizza, überwiesen hatte. Sollte Lloris eines Tages weiter transferiert werden, müssen übrigens noch 15 Prozent des erlösten Mehrwerts an die Côte d’Azur überwiesen werden. Auf jeden Fall ist Lloris der teuerste Torwart, den Frankreich jemals hatte. Selbst Fabien Barthez, die berühmte „Glatze“, der bei der FIFA WM 2006™ noch im Tor stand, kostete nicht so viel an Ablöse. Landet Frankreichs Nummer 1 beim FC Bayern? Rund um das Stade Gerland in Lyon ist Coupet inzwischen fast vergessen, und selbst der härteste Rivale von Lloris im Kampf um den Platz im Tor der Nationalmannschaft, Steve Mandanda aus Marseille, räumt ein: „Er verdient seinen Platz als Nummer 1. Er ist zuverlässig und gut.“ Sollte Lyon sich nicht erneut für die Champions League qualifizieren, kann es sein, dass das Tafelsilber namens Lloris verscherbelt wird. Denn viele bekannte Stars hat der siebenmalige Meister in Folge (2002 – 2008) nicht mehr.
Milan hat die Entwicklung von Lloris interessiert verfolgt, Arsène Wenger (Arsenal) auch, und die Scouts von Manchester United gleichfalls. Was die Verantwortlichen von Olympique Lyon aber am meisten alarmiert, ist, dass die Ex-Bayern-Franzosen Bixente Lizarazu und Willy Sagnol nicht aufhören, Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer den Namen „Hugo“ ins Ohr zu flüstern. Und in Lyon erinnert man sich, schon den Kampf um Franck Ribéry gegen die Bayern verloren zu haben. Lloris hat kürzlich seinen Vater verloren. Er ist sehr heimatverbunden, nutzt jede Gelegenheit, um nach Nizza zu seiner Familie und seinen Freunden zu reisen. Unverheiratet, aber in einer festen Beziehung. Außerhalb des Platzes ist er eigentlich ein schüchterner Typ. Obgleich Nationalspieler und auch in Lyon gewiss nicht unterbezahlt, gönnt er sich nur einen Luxus. Er hat sich einen Maserati gekauft, einen italienischen, keinen BMW, keinen deutschen aus Bayern. |