Newcomer der FIFA WM 2010

Giorgio Chiellini: Italiens Nachfolger von Paolo Maldini

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Giorgio Chiellini gilt in Italien als der legitime Nachfolger von Paolo Maldini. Er selbst sagt, die Vorbilder seiner Jugend seien Franco Baresi und besonders Maldini gewesen. In der Gegenwart würde er sich aber an Fabio Cannavaro orientieren, den Chiellini als einen der weltbesten Innenverteidiger bezeichnet. Mit Cannavaro bildet der 25-Jährige sowohl bei Juventus als auch in der Nationalelf die Innenverteidigung.

Der Juve-Verteidiger ist ein Manndecker typischer italienischer Prägung: Eisenhart und kopfballstark. Trotzdem eilt dem 1,86 m Athleten der Ruf voraus, mehr sein Hirn als seine Muskeln einzusetzen. Neben seiner Profikarriere studiert er Wirtschaft. Und wäre Giorgio nicht Berufsfußballer geworden, er wäre nach eigener Aussage in die Fußstapfen seines Vaters, eines Orthopäden, getreten.

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Georgio Chiellini ist ein körperlich starker Verteidiger, der sich bei Juventus Turin und in der italienischen Nationalelf als Stammspieleretabliert hat. (Foto: Firo/Augenklick)

Chiellini ist kein Überflieger wie andere Jungstars, er entwickelte sich aus den unteren Ligen heraus zu einem Star der „Squadra Azzurra“. Er ist regelrecht dankbar für seine Lehrzeit beim AS Livorno. „Ich denke, für einen jungen Spieler ist es am Anfang seiner Karriere besser, in den unteren Ligen Erfahrung zu sammeln. Man muss jede Stufe der Leiter erklimmen und den Blick nach oben richten.“

Als 16-Jähriger gehörte er schon dem Team des C-Ligisten AS Livorno an, wenn auch nur sporadisch. Beim Aufstieg Livornos 2004 in die Serie A war er schon einer der Leistungsträger. Die großen italienischen Vereine waren auf ihn aufmerksam geworden, das Rennen machte Juventus Turin. Die „alte Dame“ zahlte eine Ablösesumme in Höhe von 6,5 Millionen Euro für den Defensivspezialisten. Beim italienischen Traditionsverein hatte Chiellini Schwierigkeiten, sich durchzusetzen. So gab er sein Debüt in der Serie A nicht bei Juve, sondern beim AC Florenz, der Ligakonkurrent hatte ihn für ein Jahr ausgeliehen. Erst nach seiner Rückkehr nach Turin konnte er sich durchsetzen. Bei Juventus ist Giorgio Chiellini mittlerweile eine feste Größe. Wie in der Nationalelf spielt er bei der „alten Dame“ in der Innenverteidigung, seine Karriere hatte der 25-Jährige als Linksverteidiger begonnen.

Georgio Chiellini (hinten) im Zweikampf mit Lucas Barrios im Gruppenspiel von Italien gegen Paraguay (1:1) bei der FIFA WM 2010™. (Foto: Firo/Augenklick)

Langsamer, aber kontinuierlicher Aufstieg

Mittlerweile steht er auf dem Einkaufszettel einiger europäischer Top-Clubs. So hat Real Madrids neuer Coach Jose Mourinho ein Auge auf den Defensivspezialisten geworfen. Aus der englischen Premier League buhlen Manchester City und Lokalrivale ManU sowie Chelsea London um ihn.

Wie seine Vereinslaufbahn verlief auch sein Aufstieg auf Nationalmannschaftsebene langsam, aber kontinuierlich. Von der U15 bis zur U21 bestritt er 67 Länderspiele. Seine größten Erfolge waren der Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen sowie die U19-Europameisterschaft ein Jahr zuvor. Seine Premiere im A-Team feierte dann Chiellini am 17. November 2004 beim 1:0 über Finnland.

Da er bei Juventus zum Stammspieler wurde, gehörte er mit den Jahren zu den festen Größen im Nationalteam. Bei der UEFA Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich schrieb er negative Schlagzeilen. Während der EM-Vorbereitung foulte er seinen Mannschaftskameraden Fabio Cannavaro, der zog sich dabei einen doppelten Bänderriss am linken Sprunggelenk zu. Bei der FIFA Weltmeisterschaft 2010™ in Südafrika spielt er nun mit Cannavaro in der Innenverteidigung zusammen, in Zukunft soll Chiellini dessen Rolle als Abwehrchef übernehmen. Immerhin ist er meist der jüngste in der erfahrenen Elf des FIFA Weltmeisters™ von 2006.