Newcomer der FIFA WM 2010

Arturo Vidal: „Kleiner Krieger“ kämpft für Chile

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Arturo Erasmo Vidal Pardo steht in seinem Ausweis, die Fußball-Fans kennen ihn unter dem Namen Arturo Vidal. Der 1,80 m große Mittelfeldspieler ist stets an seinem Markenzeichen zu erkennen, seiner Frisur. Seine Mitspieler riefen ihn früher Celia Cruz, nach der 2003 verstorbenen Königin des Salsas. Hintergrund war die Ähnlichkeit des Mittelfeldspielers mit der begnadeten Sängerin, die nicht gerade als Schönheit galt. Den ungeliebten Spitznamen wurde er erst nach der U-20-Meisterschaft von Südamerika in Paraguay 2007 los, er färbte sich die Haare und ließ sich einen Mohikaner schneiden. Seitdem rufen ihn seine Mitspieler Celia Punk.

Bei Bayer Leverkusen hat er sich einen anderen Spitznamen erkämpft: „Kleiner Krieger“. Den hat der Paradiesvogel aus Chile seiner aggressiven Spielweise zu verdanken.

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Arturo Vidal bot eine ausgezeichnete Leistung im ersten Gruppenspiel von Chile bei der FIFA WM 2010™ gegen Honduras (1:0). (Foto: Firo/Augenklick)

Laufstark, zweikampfstark, gute Spielübersicht und torgefährlich beschreiben die Experten die hervorstechenden Eigenschaften des Defensivspielers. Mittlerweile ist der Hitzkopf etwas ruhiger geworden, doch in der vorigen Saison war Vidals ungestüme Spielweise auch in der Kartenstatistik abzulesen: Zweimal sah der Chilene Gelb-Rot, außerdem kassierte er zehn Verwarnungen. Für die Zukunft gelobt er Besserung. „Manchmal muss ich die Wahl der Mittel im Zweikampf sicherlich noch etwas besser abwägen.“

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In der chilenischen Nationalmannschaft gehört Vidal genauso wie in Leverkusen zum Stammpersonal. Der Bundesligist setzte sich im Wettbieten um den Mittelfeldspieler gegen andere europäische Vereine wie beispielsweise Inter Mailand oder Girondins Bordeaux durch. Sechs Millionen Euro zahlte Bayer, außerdem ist Colo Colo Santiago bei einem Weiterverkauf mit 30 Prozent an der Ablösesumme beteiligt. Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten von Leverkusen war Rudi Völler. Der FIFA Weltmeister von 1990 und Bayer-Sportdirektor reiste persönlich nach Chile, um den Youngster von einem Wechsel zu überzeugen. „Auf einmal stand er vor mir und fragte mich, ob ich bereit wäre, nach Deutschland zu kommen und in Leverkusen zu spielen“, erinnert sich Vidal an seinen Wechsel im Jahr 2007. Sein Vertrag läuft bis 2012.

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Im Bundesligaspiel von Bayern Leverkusen bestreitet Arturo Vidal (rechts) einen Zweikampf mit Miroslav Klose. (Foto: Firo/Augenklick)

Den europäischen Scouts war er schon früh aufgefallen. Drei Mal wurde er mit Colo Colo Santiago nationaler Meister. Der endgültige Durchbruch gelang ihm 2007 bei FIFA U-20-Weltmeisterschaft™ in Kanada. Chile wurde Dritter. Zuvor hatte er schon am 7. Februar 2007 beim 1:0-Erfolg über Venezuela sein Debüt in der A-Nationalelf gegeben.

Vidal ist in seiner Heimat ein TV-Star

Neben dem Sport ist Vidal auch ein Fernsehstar. In der Doku-Soap „Geboren zu gewinnen“ wird der Lebensweg von fünf chilenischen Nationalspielern nachgezeichnet. Neben Vidal sind dies Fabian Orellana, Humberto Suazo, Alexis Sanchez und Gary Medel. Das Leben des Defensivkünstlers ist wie geschaffen für eine Fernsehserie. Aufgewachsen ist Arturo in San Joaquin, einem Slum-Viertel von Santiago de Chile. Sein Vater verließ die Familie, als der Nationalspieler fünf Jahre alt war. Als ältester Sohn sorgte Vidal früh für seine fünf Geschwister. Er spielte von Jugend an bei Colo Colo und hat ein enges Verhältnis zu seiner Mutter Jacqueline. Die besucht ihn so oft wie möglich in Leverkusen, aber der „kleine Krieger“ hat sie nicht nur im Herzen immer dabei. Arturo hat das Gesicht seiner Mutter auf den Oberarm tätowieren lassen. Mittlerweile ist er selbst Vater eines Sohnes, Arturo Alonso. Als Ehemann und Vater ist sein Leben in ein ruhigeres Fahrwasser gekommen. Früher berichteten die bunten Blätter gerne auch über ihn und seine Liebschaften. Das vorläufige Happy-End seiner Geschichte wäre en erfolgreiches Abschneiden mit der Nationalelf bei der FIFA Weltmeisterschaft 2010in Südafrika. In der Gruppe H haben die Chilenen mit UEFA Europameister™ Spanien, der Schweiz und Honduras eine schwere Aufgabe zu lösen. „Das Ziel ist, so weit wie möglich zu kommen. Wir haben eine gute und junge  Mannschaft, die alles geben wird“, sagte Vidal dem Kölner Stadt-Anzeiger. Er würde nicht nach Südafrika fahren, um nur mitzuspielen. „Ich will gewinnen.“