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Das geografische Bild des Landes ist scheinbar ein Fingerzeig auf die große Liebe der Italiener: Auf der Landkarte sieht Italien aus wie ein Fußballstiefel. Zwischen Turin und Mailand, Rom und Neapel ist der "Calcio" die große Leidenschaft. Mit Abstand ist Fußball bei den 58 Millionen Einwohnern des Landes die Sportart Nummer 1. Der italienische Fußballverband (FIGC) wurde am 16. März 1898 in Turin gegründet. Die erste Meisterschaft wurde noch im gleichen Jahr zwischen vier Mannschaften aus Norditalien ausgetragen. Sieger wurde Genua 1893, das das an nur einem Tag durchgeführte Turnier gewann.Die Meilensteine des Verbandes zeigt ein Überblick der Fußballgeschichte des Landes. Das erste Länderspiel bestritt Italien am 15. Mai 1910 in Mailand (6:2 gegen Frankreich). Die erste große Zeit des italienischen Fußballs folgte in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, nachdem in der Spielzeit 1929/30 der Profi-Fußball eingeführt worden war. Das Azzurri-Team gewann die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften 1934 und 1938. Dazwischen holten die "Himmelblauen" 1936 auch die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Berlin. |
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![]() Diese Mannschaft startete den Erfolgszug der Italiener bei Weltmeisterschaften. Nach dem Titel 1934 folgten WM-Triumphe 1938 und 1982. Foto: Feuer |
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Am 10. Juni 1934 wurde Italien unter dem berühmten Trainer Vittorio Pozzo mit einem 2:1 nach Verlängerung gegen die Tschechoslowakei erstmals FIFA Weltmeister. Garanten für den Erfolg im heimischen Rom waren Spieler wie Giampiero Combi, Angelo Schiavio, Giuseppe Meazza, Eraldo Monzeglio und Ramondo Orsi. In Paris fiel am 19. Juni 1938 die Titelverteidigung deutlicher aus. Die Spieler um Amedeo Biavati, Alfredo Foni und Silvio Piola siegten diesmal, wieder unter Regie von Vittorio Pozzo, klar mit 4:2 gegen Ungarn. Das Land musste danach 44 Jahre warten, bis der dritte FIFA WM-Titel gewonnen wurde. |
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![]() Nach dem „Heimsieg“ bei der WM 1934 gelang Italien 1938 in Frankreich die Titelverteidigung. Zwei Jahre zuvor hatte das Team bei Olympia in Berlin die Goldmedaille gewonnen. Foto: Feuer |
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Am 11. Juli 1982 siegte Italien im Endspiel in Madrid gegen Deutschland mit 3:1. Trainer Enzo Bearzot und die Spieler wie Torjäger Paolo Rossi, Torwart Dino Zoff sowie die Abwehr- und Mittelfeldspieler Claudio Gentile, Gaetano Scirea und Bruno Conti wurden zu Nationalhelden. Ohne einen Sieg hatten die Südeuropäer die Vorrunde überstanden, ehe sie zu großer Form aufliefen und im Finale den Deutschen keine Chance ließen. |
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![]() Francesco Totti ist einer der besten Mittelfeldspieler der Welt, doch bei der WM 2002 konnte er das vorzeitige Aus gegen Südkorea im Achtelfinale (1:2 n.V.) nicht verhindern. Foto: Kunz/Augenklick |
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Die bitterste Endspiel-Erfahrung verbinden die Italiener mit der FIFA WM 1994. Die "Squadra Azzurra" verlor in Los Angeles nach einem torlosen Unentschieden nach Verlängerung das Elfmeterschießen gegen Brasilien (2:3). Die Niederlage war bitter, aber nicht blamabel. Peinlich war nur das Abschneiden der italienischen Stars beim FIFA WM-Turnier 1966 in England. Ein Soldat namens Pak Do Ik erzielte in der Vorrunde das Tor zum 1:0-Sensationssieg von Nordkorea gegen den hohen Favoriten. Die Italiener schieden vorzeitig aus und mussten nach der Rückkehr in die Heimat die Häme der eigenen Fans über sich ergehen lassen. Ernüchternd war auch das Erlebnis bei der FIFA WM 2002, als die Italiener im Achtelfinale gegen Gastgeber Südkorea nach einem "Golden Goal" scheiterten. Sie fühlten sich von den Schiedsrichtern betrogen und flogen am Ende nur durch ein Golden Goal aus dem Wettbewerb. Auch bei der UEFA EURO 2004™ scheiterte Italien erneut mit Trainer Giovanni Trapattoni schon nach der Vorrunde. Doch zwei Jahre folgte die Auferstehung, in einer Phase, in der kaum jemand damit gerechnet hatte. Mit dem Gewinn des vierten WM-Titels 2006 gab das Team von Trainer Marcelo Lippi den Italienern aber die Selbstachtung zurück. Niedergeschlagen und bedrückt waren die Azzurri nach Deutschland gekommen. In diesem Sommer wurde Italiens Fußball von einem schweren Skandal erschüttert. Unglaubliche Manipulationen der Meisterschaftsspiele der Serie A wurden aufgedeckt. Mehrere Verein wurden bestraft. Am härtesten traf es Juventus Turin. Dem Rekordmeister, bei dem mehrere Nationalspieler unter Vertrag standen, wurden die Meisterschaften 2005 und 2006 aberkannt. Der Verein wurde in die zweite Liga verbannt. Doch Lippe und die Spieler behielten die Ruhe. Das Team steigerte sich kontinuierlich, schlug in der Vorrunde Ghana (2:0) und Tschechien (2:0), trennte sich von den USA mit einem Remis (1:1), besiegte im Achtelfinale Australien (1:0), überzeugte im Viertelfinale gegen die Ukraine (3:0) und zwang Gastgeber Deutschland im Halbfinale nach Verlängerung in die Knie (2:0). Nach einem 1:1 nach Verlängerung waren im Finale alle fünf italienischen Schützen beim 5:3 im Elfmeterschießen gegen die Franzosen erfolgreich. Italien triumphierte nach 1934, 1938 und 1982 wieder einmal auf der Weltbühne. Der Name von Torwart-Legende Dino "Nazionale" Zoff steht für den einzigen Europameister-Titel von 1968. Seine Mitspieler wie Kapitän Giacinto Facchetti, Gianni Rivera, Sandro Mazzola und Gigi Riva gehörten damals zu den Topstars des Weltfußballs. Zwei Jahre später erreichte die Mannschaft bei der FIFA WM in Mexiko ebenfalls das Finale, doch die Brasilianer waren zu stark und siegten 4:1. Zudem hatten die "Azzurri" im Halbfinale in der Höhenlage von Mexiko City viel Kraft gelassen. Die Partie, die mit einem 4:3-Sieg nach Verlängerung gegen Deutschland endete, gilt als eines der besten Spiele des Jahrhunderts. Die Basis für die nachhaltigen Erfolge der italienischen Nationalmannschaft legen die Vereine des Landes. Die Großvereine des Nordens wie Juventus Turin, AC Mailand und Inter Mailand sowie die beiden römischen Klubs Lazio und AS bestimmen das Geschehen in der Liga. Viele Jahre sprach auch der SCC Neapel ein Wort in der Spitzengruppe mit, ehe er sportlich und wirtschaftlich an den Rand gedrängt wurde. |
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Juventus hält den Rekord für nationale Meisterschaften. Die italienischen Vereine gewannen mehr als 40 Europapokal-Wettbewerbe. Fußball-Lehrer aus Italien besassen und besitzen häufig Weltniveau. Große Trainer des Landes waren Vittorio Pozzo vor dem Zweiten Weltkrieg sowie in der "Neuzeit" Ferruccio Valcareggi, Enzo Bearzot, Azeglio Vicini, Arrigo Sacchi, Cesare Maldini, Dino Zoff, Giovanni Trapattoni, Carlo Ancelotti und Marcello Lippi, der das Team nach der erneut enttäuschenden EM-Teilnahme 2008 wieder von Roberto Donadoni übernahm. |
![]() „Mama mia“: Giovanni Trapattoni, früher Trainer von Bayern München, ist fassungslos. „Trap“ betreute den dreimaligen Weltmeister Italien bei der WM 2002 und der EM 2004. Foto: GES/Augenklick |