|
Das 0:0 zum Auftakt der UEFA U21-Europameisterschaft gegen den Turnierfavoriten Spanien stellte bei den deutschen Junioren niemand zufrieden. „Ich bin sehr enttäuscht. Wir mussten unsere Tore erzielen, wir hätten den Platz als Sieger verlassen müssen“, sagte Mesut Özil. Die deutschen U21-Junioren machten es im ersten Spiel der Gruppe B in Göteborg zwar deutlich besser als die A-Nationalmannschaft im Finale der UEFA Europameisterschaft 2008, das in Wien gegen Spanien mit 0:1 verloren wurde, aber mehr als Punkt konnten sie nicht erringen. „Wir wollten gleich zu Beginn des Turniers ein Ausrufezeichen setzen. Schade, dass wir es nicht geschafft haben, obwohl wir so viele Torchancen hatten“, sagte Gonzalo Castro. Für den Leverkusener hatte die Partie eine besondere Bedeutung, da er spanische Eltern hat. „Wir werden es besser machen und gegen Finnland gewinnen“, kündigte der Mittelfeldspieler an. Im zweiten Spiel der Gruppe hatte England zuvor in Halmstad gegen Finnland mit 2:1 (1:1) gewonnen.
In der Partie im neuen Gamle Ullevi Stadion in Göteborg, das mit 16 700 Zuschauer fast voll besetzt war, entwickelte sich eine hochklassige Partie. Beide Mannschaften praktizierten eine offensive Strategie. Die Deutschen waren technisch mit den Spaniern gleichwertig, die in dieser Hinsicht als vorbildlich gelten. Der Bremer Özil (6., 35.), Marko Marin aus Mönchengladbach (45.+1) hatten vor der Halbzeit die besten Möglichkeiten zur Führung. Die Spanier hatten sehr gute Chancen, als Schalke-Torwart Manuel Neuer einen Schuss von Chico (Almeria) abwehrte und der abprallende Ball knapp am Tor vorbeiflog. Nach dem anschließenden Eckstoß traf Torrejan (Espanyol Barcelona) per Kopf die Latte (32.). In der zweiten Halbzeit war das deutsche Team deutlich überlegen. Der Wolfsburger Ashkan Dejagah (48.), zweimal der überragend aufspielende Özil (62./80.) und der eingewechselte Änis Ben-Hatira (Duisburg / 90.+1) verschenkten glänzende Optionen auf den Siegtreffer. Dreimal reagierte der 19 Jahre alte Torwart Sergio Asenjo von Real Valladolid hervorragend. Auf der anderen Seite konnten die Iberer mit ihrem Topstar Bojan Krkic vom FC Barcelona keine markante Tor-Szene mehr produzieren. „Wenn mir einer vor dem Spiel gesagt hätte, wir holen einen Punkt, wäre ich darauf eingegangen. Aber danach bin ich mit dem Remis unzufrieden“, sagte der deutsche Trainer Horst Hrubesch. Juan Roman Lopez Caro, der Coach der Spanier, erklärte: „In der ersten Halbzeit waren wir besser. In der zweiten Hälfte haben wir zu viele Fehler gemacht und sind in die Konter der Deutschen gelaufen. Aber insgesamt ist das Remis ein faires Ergebnis.“ In Halmstad erzielten Lee Cattermole (15.) und Micah Richards (53.) die Tore zum englischen Auftaktsieg, der nach dem Ausgleich durch den Foulelfmeter von Tim Sparv (33.) mit nur zehn Spielern zustande kam. Denn Verteidiger Michael Mancienne sah die Rote Karte, weil er vor dem Strafstoß Berat Sadik zu Boden gerissen hatte. |