April 2011: Ex-Gladbacher Keller glänzt in der MLS

Die Seattle Sounders feierten am Samstag (9. April) zu Hause vor einem vollem Haus mit 36.223 Zuschauern ihren ersten Saisonsieg in der Major League Soccer (MLS). Den 2:1-Erfolg über Chicago Fire in der nordamerikanischen Profi-Fußball-Liga verdankten die Sounders vor allem Torhüter Kasey Keller. Der 41 Jahre alte Keller, der früher bei Borussia Mönchengladbach zwischen den Pfosten stand und zum Ende des Jahres aufhören will, zeigte in einer kritischen Phase in der zweiten Halbzeit tolle Paraden und rettete Seattles Führung.

Kasey Keller, der frühere Torwart von Borussia Mönchengladbach, bot eine ausgezeichnete Leistung beim 1:0 der Seattle Sounders bei Chcigao Fire. (Foto: GettyImages)

„Das war Weltklasse“, lobte Seattles Trainer Sigi Schmid nach dem Spiel. „Das war Kasey Keller in Bestform. Wer seine Karriere langsam auslaufen lässt und noch solche Leistungen zeigt, bekommt damit die Anerkennung für die Arbeit, die er jeden Tag leistet.“ Keller stammt aus einer Generation von amerikanischen Top-Torhütern, zu der auch Tim Howard (Everton) und Brad Friedel gehören. Friedel spielt bei Aston Villa und hält den Rekord für die meisten Spiele hintereinander und die meisten gespielten Minuten in der englischen Premier League. Sie bilden die Spitze einer großen Gruppe von amerikanischen Torwarten, die in einigen Teilen der Welt zu dem Klischee führten, dass der US-Fußball nur Spieler hervorbringt, die ihre Hände benutzen können.

Im Gegensatz zu Keller, der seine Profi-Karriere beim englischen Zweitligisten Millwall begann, haben Friedel und Howard ihre Leistungen in der Major League Soccer bei Columbus Crew und New York Metro Stars verfeinert. Seit ihrer Einführung 1996 ist die MLS die Liga gewesen, in der amerikanische Torhüter ihr Talent entwickelt und bewiesen haben. In dieser Saison wird allerdings der seit ein paar Jahren andauernde Trend fortgeführt, ausländische Torwarte zu holen. Zwischen 1998 und 2005 hüteten in 94 Prozent der MLS-Spiele einheimische Keeper die Tore. Über die Jahre ging dieser Prozentsatz immer weiter zurück, und nach dem letzten Wochenende wurden amerikanische Torhüter nur noch in 71 Prozent der Spiele in dieser Saison eingesetzt.

Ex-Kölner Mondragon besiegt die Red Bulls

Ein der am meisten gepriesenen ausländischen Torhüter seit der Verpflichtung des Mexikaners Jorge Campos bei Los Angeles Galaxy 1996 ist der kolumbianische Nationaltorwart Faryd Mondragon, der am Samstag den 1:0-Heimsieg von Philadelphia Union  gegen die New York Red Bulls vor ausverkauftem Haus rettete. Mit drei Siegen bei nur einer Niederlage (0:1 in Los Angeles) steht das Team aus Philadelphia an der Spitze der Eastern Conference-Tabelle in seiner zweiten MLS-Saison. Alle drei Erfolge waren 1:0-Siege dank Mondragon, der nach einer turbulenten Hinserie in der noch laufenden Saison 2010/11 beim 1. FC Köln seine Karriere wiederbeleben konnte. „Wir haben drei Tore geschossen und drei Zu-Null-Siege geholt”, meinte Union-Coach Peter Nowak. „Ich kann mich also wirklich nicht beklagen.“

Der Ex-Kölner Faryd Mondragon klärt eine Situation beim 1:0-Sieg seines Teams Philadelphia Union gegen die New York Red Bulls. (Foto: GettyImages)

Die Red Bulls mögen das teuerste Team der Liga sein, sie sind aber nicht die einzigen Favoriten, die in den ersten Spielen zu kämpfen haben. Los Angeles verschenkte vor 26.622 Zuschauern in Washington den Sieg gegen DC United durch einen Elfmeter in der 90. Minute, den Charlie Davies mit seinem vierten Saison-Tor zum 1:1-Ausgleich verwandelte. Davies führt nach vier Spieltagen damit in der Torschützenliste. Nach einem Eckball gab David Beckham seine zweite Torvorlage im zweiten Spiel, als Mike Magee seinen Pass per Kopf ins Tor beförderte. „Ich bin enttäuscht und empört. Ich meine, wir hätten den Sieg verdient”, sagte Beckham nach dem Spiel. „Es gibt keinen Grund, warum wir heute das Stadion nicht mit drei Punkten verlassen.“

Erste Niederlage für Meister Colorado

Galaxy Los Angeles hat acht Punkte aus fünf Spielen und ist Dritter in der Western Conference, einen Punkt hinter Real Salt Lake und Colorado Rapids. Salt Lake hat erst drei Matches gespielt und alle drei gewonnen, zuletzt gab es am Samstag auswärts ein 2:0 über New England Revolution vor nur 8.000 Zuschauern, der geringsten Zuschauerzahl der Liga, und das zum zweiten Mal hintereinander. Colorado, der Meister von 2010, musste nach drei Siegen am Freitagabend in Dallas seine erste Niederlage mit 0:3 einstecken. Mittelfeldspieler David Ferreira von Dallas wurde zum MLS-Spieler der Woche gekürt. Ferreira schoss zwei Treffer und gab die Vorlage zum dritten Tor für Dallas, das seinen ersten Saisonsieg feierte.

Schnulleralarm! David Ferreira vom FC Dallas erzielte zwei Tore beim 3:0 gegen Meister Colorado Rapids. Er feiert einen Treffer mit einem Babyschnuller im Mund. (Foto: GettyImages)

Houston Dynamo gewann am Sonntag beim 3:1-Sieg über Vancouver Whitecaps ebenfalls sein erstes Spiel in der Saison 2011. Nach Houstons Sieg sind nur noch Portland und Chivas USA nach vier Wochen in dieser Saison ohne Erfolg. Newcomer Portland, der spielfrei war und noch kein Heimspiel hatte, wird am Donnerstag sein neues Jeld-Wen-Stadion gegen Chicago eröffnen, bevor der FC Dallas am nächsten Sonntag zu Gast ist. Heimspiele gehören zu den Problemen von Chivas USA, die am Sonntag gegen Columbus Crew 0:0 spielten und noch kein einziges ihrer drei Heimspiele in dieser Saison gewinnen konnten.Vor knapp 9.000 Zuschauern teilten sich am Samstag die Earthquakes und Toronto FC beim 1:1 die Punkte, doch trotz der wenigen Zuschauer in San Jose und New England kam die MLS auf einen Schnitt von 17.805 Besucher pro Spiel, das sind 1.700 mehr als beim Saison-Abschluss 2010.