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Es gab sie doch, zwei Münchner, bei denen sich am Tag der ersten Enttäuschung für den FC Bayern im Jahr 2011 auch angenehme Empfindungen einstellten. „Ich fühle mich wie der glücklichste Mensch in der Bundesliga“, sagte Arjen Robben in der Volkswagen-Arena in Wolfsburg. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung“, erklärte Thomas Kraft freundestrahlend. Robben, der Vize-Weltmeister aus den Niederlanden, war mit sich im Reinen, weil er nach einer Verletzungspause, die ewig anzuhalten schien, endlich das allererste Spiel seit dem WM-Finale in Johannesburg bestritten hatte. Und Kraft war zu Recht von seinem Debüt in der Bundesliga angetan. Er löste beim FC Bayern München Jörg Butt als Stammkraft im Tor ab und wird schon von einigen Fachleuten als „Kahn II“ gelobt. Doch der 22-Jährige war es auch, der sein persönlich gutes Gefühl an diesem Samstag, als die Bundesliga ihren kurzen Winterschlaf beendet hatte, einschränkte.
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![]() In Wolfsburg gab Arjen Robben (im Hintergrund Marcel Schäfer) nach einem halben Jahr Verletzungspause sein Comeback beim FC Bayern. (Foto: Firo/Augenklick) |
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„Lieber wäre mir gewesen, wir hätten drei Punkte geholt“, sagte Kraft. Denn die Bayern starteten enttäuschend in die Rückrunde der Bundesliga. Mit dem 1:1 (1:0) beim VfL Wolfsburg misslang der Beginn der eigentlich geplanten Aufholjagd gründlich.
Den Vereinschefs Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Auf 16 Punkte wuchs Rückstand auf Borussia Dortmund. Die zuversichtlichen Prognosen in der 26 Tage dauernden Winterpause konnten nicht erfüllt werden. „Ich bin ein Gewinner“, hatte Trainer Louis van Gaal erklärt. „Wenn eine Mannschaft das noch schaffen kann, dann der FC Bayern“, sagte Philipp Lahm. Es bestand für die Bayern vorher kaum ein Zweifel, dass der Herbstmeister Dortmund noch zu stoppen wäre. Doch nach dem Abschluss des 18. Spieltages herrschte nicht nur in München, sondern fast überall in Deutschland eine andere Meinung. Nicht nur die Bayern waren konsterniert. „… und wer wird Zweiter?“. Die Schlagzeile setzte die Fachzeitung „kicker“ auf ihr Titelblatt. Dortmund hatte beim 3:1 in Topspiel bei Bayer Leverkusen zum Auftakt des Spieltages hochklassigen Tempofußball geboten. Die gesamte Konkurrenz war schwer beeindruckt. Als die neun Partien am Sonntag abgeschlossen waren, hatte der BVB seinen Vorsprung weiter ausgebaut. 12 Punkte war der neue Tabellenzweite Hannover entfernt, Mainz und Leverkusen fielen auf 13 Punkte Abstand zurück. Für München wurde die Distanz um zwei Zähler größer. 16 Punkte sind praktisch nur durch sechs Siege aufzuholen, wenn Dortmund gleichzeitig verliert, was in dieser Menge aber niemand glauben mag. Lahm und Schweinsteiger patzten, Ribery verletzt Die Bayern begannen stark und kamen durch Thomas Müller früh zu einem kuriosen Tor, aber dann folgte die erste Enttäuschung. Lahm setzte einen Foulelfmeter an den Pfosten (21.). Es schloss sich eine Szene an, die zunächst Entsetzen auslöste. Wieder erlitt Franck Ribery eine Verletzung, für ihn kam Robben ins Team. Der Franzose, der voller Optimismus für die Rückrunde wieder Glanztaten angekündigt hatte, wurde von zwei Helfern gestützt vom Platz geführt. Vieles deutete auf eine böse Knieverletzung hin, aber am Tag darauf konnte doch Entwarnung gegeben werden. Die Zerrung einer Sehnenkapsel sollte nur eine kurze Pause erfordern.
Kurz vor der Halbzeitpause schob sich Kraft in den Vordergrund. Großartig parierte der Keeper einen Foulelfmeter von Grafite. In der zweiten Halbzeit der intensiv geführten Partie kamen die Wolfsburger immer stärker auf. Nach einem Fehler von Bastian Schweinsteiger gelang Sascha Riether vier Minuten vor Schluss der Ausgleich. Die Bayern hatten zwei Punkte verspielt, der allgemeine Kommentar lautete, der Meister könne die Titelverteidigung abschreiben.
„All die großen Winterpausenworte sind als Geheul entlarvt, die Chance der Münchner auf die Meisterschaft ist nur noch theoretischer Natur. Das letzte Tor schießen immer die anderen. Wo sind die verflixten Dusel-Bayern?“. Das schrieb die „Süddeutsche Zeitung“, die die alte Qualität der Münchner vermisste, sehr umkämpfte, so genannte „enge“ Spiele auch in den letzten Minuten noch zu entscheiden und sich Widerständen hartnäckig zu erwehren. „Dortmund ist sehr weit weg. Das muss man akzeptieren und respektieren. Die haben einfach gute Leistungen gezeigt, da kann man nur gratulieren“, sagte Robben nach dem Ende seiner Zwangspause von 237 Tagen. Van Gaal setzte einen neuen Spieler ein. Der in der Winterpause für 17 Millionen Euro aus Hoffenheim geholte Brasilianer Luiz Gustavo wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Neues Duell in der Champions League gegen Inter Das Team muss nun das von der Klubführung gesetzte Ziel der Vizemeisterschaft und der damit verbundenen Qualifikation für die Champions League erfüllen. Und es kann sich noch auf zwei weitere Wettbewerbe konzentrieren. Im Viertelfinale des DFB-Pokals steht das komplizierte Spiel bei Alemannia Aachen an (Mittwoch, 26. Januar). Der Zweitligist hat in den vergangenen Jahren die Bayern zweimal aus dem Pokalrennen geworfen und in dieser Saison bereits Mainz und Frankfurt geschlagen. In der Champions Lague dürfte es noch schwerer werden, denn im Achtelfinale kommt es zur Neuauflage des Finales 2010 gegen Inter Mailand. Das Hinspiel in San Siro findet am 23. Februar (Mittwoch) statt, das Rückspiel in der Allianz-Arena am 15. März (Dienstag). Beim italienischen Meister und Pokalsieger läuft es in dieser Saison in der Liga auch nicht rund. Den Weltpokal konnte der Verein Ende Dezember in Abu Dhabi zwar gewinnen, aber in der Serie A hat bislang Lokalrivale AC Mailand als Spitzenreiter mehr überzeugen können. Kurz vor Ende des vorigen Jahres wurde der vom FC Liverpool gekommene Spanier Rafael Benitez entlassen. Neuer Trainer wurde der Brasilianer Leonardo. Anders als die Bayern hat Inter aber noch gute Titelchancen. Wenn die wegen des Weltpokals verlegten Spiele gewonnen werden, könnte der AC Milan noch bedrängt werden. |