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Es wird eine Saison ohne Titel und Pokale. Am Abend des 15. März war die Entscheidung gefallen. Der ruhmreiche FC Bayern München, der 2010 den DFB-Pokal und die Deutsche Meisterschaft gewann und in das Finale der Champions League einzog, wird im Mai 2011 keine weitere Trophäe seiner umfangreiche Sammlung von Gold- und Silber-Pretiosen in den wunderbaren Vitrinen hinzufügen können. Es herrschte Riesenfrust, in fast jedem Gesicht war die tiefe Enttäuschung in der Allianz-Arena zu erkennen, außer bei den Anhängern des blau-schwarzen Gegners. Mit 2:3 (2:1) verloren die Münchner gegen Inter Mailand das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League und schieden nach dem 1:0-Erfolg in der Lombardei aus. 3:3 lautete der Endstand, aber dem italienischen Meister reichte die höhere Zahl an Auswärtstoren zur Qualifikation für das Viertelfinale. Dort startet nun der FC Schalke 04, der sich gegen den FC Valencia durchsetzte (1:1, 3:1), aber dennoch seinen Trainer Felix Magath entließ. Wer noch im Januar behauptet hätte, die Bayern würden ausscheiden und die Gelsenkirchener weiterkommen, wäre von vielen Fußball-Experten wohl als komischer Prophet betrachtet worden. |
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Nach dem Ausscheiden im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Schalke zwei Wochen zuvor sowie der vorausgegangenen 1:3-Niederlage in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund hatte die Führung der Bayern entschieden: Louis van Gaal muss zum Saisonende vorzeitig gehen, trotz eines Vertrags bis 2012. Bei der Neuauflage des Endspiels von 2010 gegen den Champions-League-Sieger Inter erlebte van Gaal also als Trainer sein letztes großes Spiel mit den Bayern. „Das ist ein Stich ins Herz. Es ist bitter, es tut weh“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. |
![]() Thomas Müller ist verzweifelt. Nur ein Ball wollte rein, der FC Bayern verlor gegen Inter Mailand 2:3. Die Verzweiflung war groß. (Foto: GES/Augenklick) |
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Ein Gegentor zwei Minuten vor Schluss beendete die Träume, zehn Jahre nach dem Triumph im Mailänder Finale gegen Valencia wieder einmal den wertvollsten Pokal Europas in Empfang nehmen zu können. „Torschütze Pandev griff den Ruhm für Inter, als die Italiener Bayern München erneut das Herz brachen“, schrieb die englische Zeitung „The Sun“. Andere Beobachter sprachen sogar von einem Wunder. Denn die Bayern hatten diese Niederlage wirklich nicht verdient. Der Abend hatte für van Gaal und sein Team phantastisch werden können. Die Bayern zelebrierten Zauberfußball, sie wirbelte Inter durcheinander wie eine Jugendmannschaft, sie schossen herrliche Tore durch Mario Gomez und Thomas Müller nach dem 0:1 durch Samuel Eto’o, sie boten perfekte Kombinationen, sie begeisterten 69000 Zuschauer total – doch dies alles hielt nur eine Halbzeit lang. Am Ende stand eine böse Bilanz: Vier Niederlagen bezog die Mannschaft in den vergangenen fünf Spielen. Aber beim FC Bayern wird in der Chefetage nicht kopflos gehandelt: Rummenigge stellte sich den wartenden Reportern und versicherte, dass der Trainer selbstverständlich im Amt bleibe und es keinen Anlass geben würde, die Trennung noch einmal vorzuziehen. Ausnahmsweise Abwehr gegen Angriff |
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In der Stunde der bittersten Enttäuschung machten sich die Spieler ausnahmsweise einmal gegenseitig Vorwürfe. Arjen Robben, der großartig aufspielte, brach ein Tabu. Er kritisierte die Kollegen in der Abwehr heftig. „Es kann nicht sein, dass wir zuhause drei Tore kriegen. Wir machen zu einfache, individuelle Fehler.“ Das ließ Kapitän Philipp Lahm nicht auf sich sitzen. „Wir lassen im ganzen Spiel zwei große Chancen zu. Offensiv haben wir sieben Chancen. Man macht es uns in der Abwehr nicht leicht, wenn man in der entscheidenden Phase nicht die Tore macht“, sagte der Verteidiger. Aber es ist kein Kampf Sturm gegen Verteidigung, Abwehr gegen Angriff. Die gesamte Mannschaft – und auch ihr Trainer - verloren. Robben und Lahm hatten recht. |
![]() Ein Zweikampf zwischen Lucio (links) und Bastian Schweinsteiger. Nach dem Spiel erklärte der Brasilianer, er könne sich eine Rückkehr zum FC Bayern sehr gut vorstellen. (Foto: GES/Augenklick) |
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Hinten stand die Abwehr bei den beiden Gegentoren in der zweiten Halbzeit sehr schlecht, vorne vergaben die Stürmer in bester Position die Bälle zu leichtfertig. Gomez erhöhte sein Trefferkonto in der „Königsklasse“ auf acht Tore, er steht damit gleich in der Torschützenliste mit Eto’o und Lionel Messi (Barcelona), aber die beiden Konkurrenten können ihre Ausbeute steigern, während Gomez bei den nächsten Runden auf dem Sofa vor dem Fernsehen sitzt. Auch Müller, Robben und Franck Ribery scheiterten beim Torabschluss. Mailand brachte vier Schüsse auf das Tor und traf dreimal. Die Bayern hatten neun Großchancen und nutzten nur zwei. Rückkehr von Heynckes als Trainer ist möglich |
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Acht Spieltage vor Schluss in der Bundesliga müssen die Bayern nun versuchen, über die nationale Meisterschaft noch an die Champions League reinzukommen. Platz drei führt zu zwei Qualifikationsspielen zur „Königsklasse“, Platz zwei und eins bedeuten die direkte Qualifikation. Der Titel ist bei 16 Punkten Vorsprung für Dortmund illusorisch, Leverkusen als Zweiter ist sieben Punkte entfernt. Dies ist ein Abstand, der eingeholt werden könnte, zumal das Bayer-Team am 17. April noch in München antreten muss. Andererseits hat Leverkusen neun von 13 Auswärtsspielen gewonnen, die Bayern enttäuschten immer wieder. Ihre Abwehr agiert auch in der Bundesliga oft verbesserungswürdig. |
![]() Louis van Gaal ist tief enttäuscht. Der FC Bayern wird die Saison ohne Titel und Pokale beenden, der Niederländer muss vorzeitig gehen. (Foto: GES/Augenklick) |
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Zu Hause spielen die Bayern zudem noch gegen Mönchengladbach (2. April), gegen Schalke (30. April) und gegen Stuttgart (14. Mai). Auswärts müssen sie in Freiburg (19. März), Nürnberg (9. April,) Frankfurt (23. April) und St. Pauli (7. Mai) antreten. Zumindest der Tabellendritte Hannover, der vor dem 27. Spieltag noch zwei Punkte entfernt war, sollte eingeholt werden können. Im Juli beginnt dann voraussichtlich eine neue, alte Ära bei den Bayern: Jupp Heynckes (65), noch bei Leverkusen beschäftigt, soll offenbar wieder den Trainerjob bei den Münchner übernehmen. Fest steht auch: Die Bayern werden wieder Titel und Pokale gewinnen. |