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Der altbekannte Spruch „Der Pokal hat seinen eigenen Gesetze“ wurde im Viertelfinale wieder einmal spektakulär bestätigt. Mit dem FC Bayern München und dem FC Schalke 04 zogen zwei Topteams in das Halbfinale des DFB-Pokals ein, dazu werden die Zweitligisten Energie Cottbus und MSV Duisburg am 1. und 2. März um den Einzug in das Endspiel in Berlin (21. Mai) kämpfen. Die beiden Außenseiter setzten die Serie der Überraschungen in dieser Pokalsaison des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fort und warfen am Mittwoch (26. Januar) jeweils einen Erstligisten aus dem Rennen: Duisburg gewann gegen den 1. FC Kaiserslautern 2:0, Cottbus besiegte die TSG Hoffenheim 1899 mit 1:0. Der FC Bayern, der Pokal-Verteidiger, beendete derweil mit einem schließlich souveränen 4:0 den Traum des Zweitligisten Alemannia Aachen, mit dem dritten Pokaltriumph gegen die Münchner nach 2004 und 20086, einen weiteren Erstligisten auszuschalten. Die Aachener, die gegen Mainz und Frankfurt gewonnen hatten, lieferten dem Meister aber lange einen großen Kampf am Tivoli. |
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![]() Thomas Müller, zweifacher Torschütze beim 4:0 des FC Bayern in Aachen, im Zweikampf gegen Tobias Feisthammel, hinten Timo Achenbach (Foto: Firo/Augenklick) |
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Am Tag zuvor war auf Schalke ein neuer Pokalheld geboren worden. Beim 3:2 gegen den 1. FC Nürnberg nach Verlängerung wurde der 17-jährige Julian Draxler als jüngster Profi in der Schalker Vereinsgeschichte eingewechselt. Drei Minuten, nachdem er in der 116. Minute kam, und wenig Sekunden vor Schluss traf der Mittelfeldspieler mit einem tollen Schuss zum 3:2. Zweimal hatte Schalke in dieser Partie zurückgelegen, der Pokalsieger von 2007 aus Nürnberg stand nahe vor einem großen Auswärtserfolg, aber dann kämpfte das Team aus Gelsenkirchen die Franken noch nieder. „Das ist wirklich ein Traum, dass ich hier spielen durfte und auch noch das Tor schieße“, freute sich Julian Draxler, der bis vor kurzem noch bei den Fans im Stadion stand und erst Anfang Januar einen Profivertrag erhielt. Im Trainingslager in der Türkei hatte er Trainer Felix Magath überzeugt. Auf Bitten des Trainers brach Draxler die Schule ab, um sich künftig auf das Fußballspielen zu konzentrieren. Als dies nach dem Pokalspiel bekannt wurde, wurde Magath für diesen Rat in einigen Medien kritisiert. |
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![]() Julian Draxler, der Schalker Schütze des Siegtors, auf den Schultern von Kyriakos Papadopoulos. Auch Raul (rechts) jubelt nach dem 3:2 gegen Nürnberg. (Foto: GES/Augenklick) |
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Bayern ohne van Bommel – Gomez mit 24. Tor Viel Gesprächsstoff gab es beim FC Bayern vor der Reise an die holländische Grenze nach Aachen. Philipp Lahm lief als neuer Kapitän auf das Spielfeld im mit 32 190 Zuschauern ausverkauften Tivoli-Stadion. Denn Mark van Bommel hatte am Vortag die Bayern verlassen, nach viereinhalb Jahren zog es den Niederländer zum AC Mailand. Während die Münchner in Aachen durch einen Kopfball-Treffer von Mario Gomez in der ersten Halbzeit (36.) sowie späte Tore von zweimal Thomas Müller (75./80.) und des eingewechselten Arjen Robben (88.) siegten, zog van Bommel mit „Milan“ durch ein 2:1 gegen Sampdoria Genua ins Halbfinale des italienischen Pokals ein. Thomas Kraft im Bayern-Tor hielt in der Phase großartig, als der Zehnte der zweiten Liga auf den Ausgleich drängte. Im defensiven Mittelfeld hatte Trainer Louis van Gaal überraschend Danijel Pranjic und Andreas Ottl (für van Bommel) aufgeboten, Neuzugang Luiz Gustavo spielte linker Außenverteidiger. „Aachen hatte 15 Minuten, in denen sie stark waren. Das war harte Arbeit, wir hätten früher den Sack zumachen müssen“, sagte Gomez, dem in dieser Saison schon das 24. Tor in einem Pflichtspiel für die Bayern gelang. Der schnelle Abschied von van Bommel wäre „menschlich ein großer Verlust, aber wir werden das als Mannschaft kompensieren“, erklärte Gomez. Rund 100 Kilometer entfernt zog der MSV Duisburg dank einer sehr guten Leistung erstmals seit 13 Jahren wieder in das Halbfinale ein. Branimir Bajic (36.) und Goran Sukalo (58.) schossen vor 22 917 Zuschauern gegen die enttäuschenden Pfälzer die Tore zum 2:0, die für den insgesamt sechsten Einzug der Duisburger in die Runde der besten vier Teams sorgten. Bei den Gegentoren sah Tobias Sippel, der deutsche U21-Nationaltorwart, nicht gut aus. Duisburg hatte im Achtelfinale mit dem 1. FC Köln schon einen Erstligisten bezwingen können. |
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![]() Ein Hechtsprung des Lauterer Stürmers Srdjan Lakic (links) im Duell mit Olcay Sahan vom MSV Duisburg. (Foto: Firo/Augenklick) |
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Energie Cottbus zog zum zweiten Mal nach 1997 in das Semifinale ein. Der Chinese Jiayi Shao schoss vor 15 220 Zuschauern im Stadion der Freundschaft in der 84. Minute den entscheidenden Treffer. Bei Hoffenheim kam der niederländische Nationalspieler Ryan Babel, der einen Tag zuvor vom FC Liverpool verpflichtet worden war, sofort in der Stammformation zum Einsatz. Für die Ostdeutschen war es der dritte Triumph gegen einen Verein aus der ersten Bundesliga in dieser Pokalrunde nach den Erfolgen gegen Freiburg und Wolfsburg. |