Kinder „erfahren“ Risiken im Straßenverkehr realistisch – aber sicher

- Verkehrswachten von Bielefeld und Minden/Lübbecke bekommen Fahrradsimulatoren

- Continental AG fördert finanziell im Rahmen der Aktion „Wir belohnen Ihre Sicherheit“

Bielefeld/Minden/Hannover, 16. Mai 2006. Die Verkehrswachten von Bielefeld und Minden/Lübbecke können jetzt für mehr Sicherheit bei Rad fahrenden Kindern sorgen: Mit finanzieller Unterstützung der Continental AG, Hannover, haben beide einen Fahrradsimulator angeschafft. Das Projekt wird im Rahmen der Aktion „Wir belohnen Ihre Sicherheit“ gefördert.

Allein auf dem Schulweg sind im Jahr 2004 nach Statistiken des Bundesverbands der Unfallkassen 27.000 Unfälle mit dem Rad passiert – das sind 45 Prozent aller Straßenverkehrsunfälle in der Schüler-Unfallversicherung. Und meist sind die kleinen Radfahrer die Unfallverursacher. „Oftmals nehmen Kinder eine Gefahrensituation zu spät wahr. Selbst wenn sie sie erkannt haben, reagieren sie zumeist nicht richtig. Fehlende Erfahrung und mangelnde Beherrschung des Fahrrads führen dann leider oft zu Unfällen“, so Dieter Rohlfing, Geschäftsführer der Verkehrswacht Minden/Lübbecke.

Mit Hilfe von Fahrradsimulatoren können jetzt die Verkehrswachten von Bielefeld und Minden/Lübbecke Kinder auf die Gefahren im Verkehr aufmerksam machen und ihnen zeigen, wie man in brenzligen Situationen richtig reagiert. Der internationale Automobilzulieferer Continental AG hat mit der Aktion „Wir belohnen Ihre Sicherheit“ die beiden modernen Trainingsgeräte je zur Hälfte finanziert.

Der Simulator besteht im Wesentlichen aus einem normalen, straßentauglichen Fahrrad, das in ein massives Rohrgestell montiert ist. Das Besondere ist die Software: Vor dem Rad ist ein Monitor angebracht, auf dem das Kind eine Verkehrssimulation sieht. 40 Videosequenzen mit unterschiedlichen Situationen stehen zur Auswahl.

Die Anzeige auf dem Bildschirm interagiert mit den Aktionen des Radfahrers. Tritt der Radler in die Pedale, beschleunigt er auch die Fahrt innerhalb der Simulation, bremst der Radler, verlangsamt sich die Fahrt – wie auf einem echten Rad. Erscheint beispielsweise in der Videosimulation ein Hindernis und der Fahrer reagiert zu spät, kommt es zur „virtuellen“ Kollision.

Willi Kropf von der Verkehrswacht Minden/Lübbecke wird das Gerät hauptsächlich zum Radfahr-Training in Grundschulen und weiterführenden Schulen der Sekundarstufe 1 einsetzen: „Kinder sind im immer komplexer werdenden Straßenverkehr besonders gefährdet. Das trifft vor allem auf Rad fahrende Kinder zu. Mit Hilfe des Simulators sollen die Kinder unter anderem lernen, wie wichtig es ist, sich entsprechend den Verkehrsregeln zu verhalten.“ Ulrike Güttler, Leiterin der Geschäftsstelle Verkehrswacht Bielefeld, hat das Gerät bereits eingesetzt. „Der Fahrradsimulator wird sehr gut angenommen. Besonders Jugendliche zwischen zwölf und 14 Jahren sind ganz begeistert.“ Die Verkehrswacht Bielefeld geht mit dem Simulator überall hin, wo Kinder sind – in Schulen, Vereine, Kinderclubs. „Mit dem Fahrradsimulator haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, Gefahren im Straßenverkehr einmal sicher zu „erfahren““, so Güttler. „Sie lernen, ihre eigene Reaktionszeit richtig einzuschätzen, und machen sich gefahrlos mit komplizierten Verkehrskonstellationen bekannt.“

„Die Anschaffung der Fahrradsimulatoren passt sehr gut in das Konzept „Wir belohnen Ihre Sicherheit“, sagte Anne Pfeffer, Pressesprecherin der Continental AG: „Mit diesem Projekt erreichen die Verkehrswachten eine große Zahl von jungen Radfahrern. Die Simulatoren sind ein starker Beitrag zur Verkehrssicherheit von Kindern und Jugendlichen.“

Unter www.wir-belohnen-ihre-sicherheit.de können Projekte eingereicht werden, die die Schulwegsicherheit verbessern. Auf der Internet-Seite informiert das Maskottchen Ampelix ausführlich über die Möglichkeiten und abgeschlossene Projekte.

Der Continental-Konzern ist ein führender Anbieter für Bremssysteme, Fahrwerkkomponenten, Fahr­zeugelektronik, Reifen und Technische Elastomere. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2005 einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro und beschäftigt derzeit weltweit rund 80.600 Mitarbeiter.

Hannes Boekhoff
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