FIFA WM Deutschland 2006™ - Qualifikation Südamerika
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Der älteste, kleinste und bei FIFA Weltmeisterschaften erfolgreichste Kontinentalverband ist Südamerika. Die CONMEBOL (Confederacion Sudamericana de Futbol) wurde 1916 gegründet und hat ihren Sitz in Asuncion, der Hauptstadt Paraguays. Sie umfasst nur zehn Mitgliedsstaaten, stellte aber bei den bisherigen 17 FIFA Weltmeisterschaften neunmal den Titelträger: fünfmal Brasilien (1958, 1962, 1970, 1994, 2002) sowie je zweimal Argentinien (1978, 1986) und Uruguay (1930, 1950). Modus: In der Südamerika-Qualifikation spielen alle 10 Mannschaften in einer Gruppe in Hin- und Rückspiel gegeneinander. Der erste Spieltag fand am 6. September 2003 statt, der 18. und letzte steht am 11. Oktober 2005 auf dem Programm. Die ersten vier der Tabelle sind direkt qualifiziert, das fünftplatzierte Team ermittelt in zwei Ausscheidungsspielen mit dem Sieger der Ozeanien-Qualifikation einen weiteren Teilnehmer. Analyse: Drei Spieltage vor Ende der Marathon-Ausscheidung steht mit Argentinien (31 Punkte) der erste FIFA WM-Teilnehmer fest. Die Nacht vom 8. auf den 9. Juni 2005 war kurz in Buenos Aires. Denn die Fans der „Albiceleste“ hatten gleich doppelten Grund zur Freude. Mit Autocorsos und Hupkonzerten feierten sie einerseits den grandiosen 3:1-Erfolg im „Superclasico“ über den Erzrivalen Brasilien, andererseits die damit verbundene Fahrkarte zur FIFA WM 2006™ nach Deutschland. Bei der FIFA WM ist der zweimalige Weltmeister und 14malige Copa-America-Sieger Dauergast. Nur bei den Turnieren 1938, 1950, 1954 und 1970 fehlten die „Gauchos“. Die Qualifikation ist vor allem auch ein persönlicher Triumph für Coach José Nestor Pekerman. Der ehemalige Jugendtrainer hatte nach dem Olympiasieg 2004 den amtsmüden Marcelo Bielsa beerbt und stand im eigenen Land häufig in der Kritik. Pekerman verfügt allerdings über das größte Reservoir an Top-Spielern weltweit: 30 bis 50 Elite-Kicker zählen zum erweiterten Kader. Star ist die Mannschaft, wenngleich mit Abwehrchef Roberto Ayala, Mittelfeld-Regisseur Juan Roman Riquelme, Torjäger Hernan Crespo und den Nachwuchs-Assen Javier Mascherano, Luis Gonzalez, Javier Saviola und Carlos Tevez mittlerweile auch herausragende Spielerpersönlichkeiten herangereift sind.Die brasilianische „Selecao“ (27 Punkte) zeigte sich beim 1:3 gegen furios aufspielende Argentinier nicht von ihrer besten Seite, hat gleichwohl aber ebenfalls beste Chancen auf die baldige Qualifikation. Schon im nächsten Heimspiel Anfang September gegen Chile kann der amtierende Weltmeister, der ja erstmals nicht automatisch qualifiziert ist, mit einem Sieg das FIFA WM-Ticket buchen. Dann ist auch laut Trainer Carlos Alberto Parreira Torjäger Ronaldo wieder dabei, der in Argentinien aufgrund seiner privaten Probleme (Trennung von seiner Frau) fehlte. Dahinter „balgt“ sich mit Ecuador (23 Punkte), Paraguay (22), Kolumbien (20), Chile (20) und Uruguay (18) ein Quintett um die beiden weiteren FIFA WM-Qualifikationsplätze sowie um den Playoff-Rang fünf. Beste Aussichten hat Ecuador – dank seiner Heimstärke. Die Elf aus dem kleinen Äquatorialstaat, schon 2002 in Japan und Südkorea dabei, holte im 2.850 Meter hoch gelegenen "Estadio Olimpico" von Quito 22 von 24 möglichen Punkten. Dagegen steht eine Auswärtsbilanz von einem Punkt (!) aus sieben Matches. Sollte es dabei bleiben, könnte es nochmal eng werden, denn es folgen noch zwei Gastspiele auf fremden Platz, bei nur noch einem Heimspiel. Sehr konstant präsentierte sich Paraguay, derzeit Vierter, im Verlauf der Ausscheidung. Seit dem dritten Spieltag rangiert der sechsmalige Endrundenteilnehmer auf einem Platz, der die Qualifikation bedeutet. Der Elf von Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz sitzt allerdings Kolumbien im Nacken, das von den letzten neun Begegnungen nur eine verlor (in Argentinien). In Chile scheint sich der Trainerwechsel auszuzahlen. Nelson Acuna, der im April den glücklosen und bei der Presse unbeliebten Juvenal Olmos ablöste, hat seine Elf im Juni mit zwei Heimsiegen in die Erfolgsspur zurückgeführt. Uruguay liegt zwar punktemäßig etwas zurück, kann aber mit Heimsiegen über Kolumbien und Argentinien noch entscheidend Boden gut machen. In den letzten sechs Spielen verzeichnete der zweimalige FIFA Weltmeister fünf Unentschieden – zu wenig für die eigenen hohen Ansprüche der Star-Truppe um Diego Forlan (FC Villarreal), Ernesto Chevanton (AS Monaco) und Marcelo Zalayeta (Juventus Turin). Aus dem Rennen ausgeschieden sind wohl Peru (15 Punkte), dem auch das Bayern-Angriffsduo Claudio Pizarro und Paolo Guerrero nicht entscheidend Durchschlagskraft verleihen konnte, Venezuela (15) und Schlusslicht Bolivien (13). |