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Wer wird Star der FIFA WM 2006TM?

Es gibt Fragen, die gehören vor einer FIFA Fussball-WeltmeisterschaftTM zum Pflichtprogramm eines jeden Reporters. Eine lautet: Wer holt den Titel? Eine andere: Wer wird der Superstar? Als Antwort für die FIFA WM 2006TM gibt es einen Namen, der ebenso zum Pflichtprogramm gehört: David Beckham. Allein schon für viele weibliche Zuschauer wäre es eine Schande, wenn sich die englische Nationalmannschaft nicht für das Turnier in Deutschland qualifizieren würde. Das Fußball spielende Pop-Idol sorgt für Glanz, egal, wo es hinkommt. Real Madrid macht mit dem Trikot von David Beckham in etwa so hohe Umsätze wie Bayern München mit den Trikots seiner ganzen Mannschaft. 

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David Beckham bei einem Freistoß im WM-Spiel 2002 der Engländer gegen Nigeria (0:0). Der populärste Fußballer der Welt ist ein Kandidat für den WM-Superstar 2006. Foto: Kunz/Augenklick


David Beckham ist schon lange ein Superstar. Selbst ein Elfmeter, den er in den Nachthimmel jagt, kann seinem Ruf nicht nachhaltig schaden. Eine Studie weist ihn als bekanntesten Fußballer des Planeten aus. Ob er auch das Zeug hat, 2006 der beste Fußballer der Welt zu sein? Viele Experten zweifeln daran. Sie sehen in Beckham nur den Meister des ruhenden Balles. Doch "Becks" hat bei Real Madrid bewiesen, dass er mehr kann.

Er wird alles zeigen müssen, wenn er zum Superstar der FIFA WM 2006TM werden will, denn die Konkurrenz wird riesig sein. Da wäre beispielsweise Ronaldinho. Der Mittelfeldspieler vom FC Barcelona ist 2004 zum Weltfußballer des Jahres gewählt worden und trotzdem noch ganz bescheiden: "Ich sehe mich nicht als Star an, ich muss noch viel lernen." Noch hat er ein bisschen Zeit dazu, aber die Konkurrenz schläft nicht, und sie lauert schon in der eigenen, der brasilianischen Mannschaft. Ronaldo, den Ronaldinho bewundert, Kaka und Adriano, den viele als Nachfolger von Ronaldo sehen, melden schon heute berechtigte Ansprüche an. In der Mannschaft des Nachbarn und großen Rivalen Argentinien gelten ebenfalls einige Spieler als Kandidaten für den Superstar. Hernan Crespo ist einer davon, Juan Riquelme ein anderer, Carlos Tevez gehört natürlich auch dazu. 

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Ronaldinho bei seinem Freistoß-Tor zum 1:0 der Brasilianer gegen Deutschland (Endstand 1:1) im September 2004. Wird der begnadete Offensivspieler der große Star der WM 2006? Foto: GES/Augenklick


Derart viele potentielle Superstars hat die deutsche Nationalmannschaft nicht. Oliver Kahn wäre es bei der FIFA WM 2002 geworden, wenn ihm nicht der folgenschwere Patzer im Finale gegen Brasilien passiert wäre, den Ronaldo prompt ausnutzte. Als Feldspieler kommt in erster Linie Michael Ballack in Frage. Der Heimvorteil dürfte den dann 29 Jahre alten Mittelfeldstrategen mit außergewöhnlich großer Torgefahr zusätzlich beflügeln. 

Kahn und Ballack haben ebenfalls Konkurrenz in der eigenen Vereinsmannschaft. Doch für Roy Makaay stellt sich nicht nur das Problem, dass er sich mit der holländischen Nationalmannschaft erst einmal qualifizieren muss, sondern dass er dort einen Mann vor sich hat, der - auch wenn es kaum zu glauben ist - vor dem gegnerischen Kasten noch kaltschnäuziger ist. "Ich liebe es, Tore zu schießen", sagt Ruud van Nistelrooy, und nach dieser Devise lebt und arbeitet er auch. Von ähnlichem Kaliber ist Andrej Shevchenko, doch der Ukrainer hat vermutlich das Pech, dass seine Mannschaft ihn nicht so weit bringen wird, dass es zum Superstar reichen kann. 

Da stehen die Chancen für Thierry Henry schon besser, auch wenn sich die Franzosen derzeit im Umbruch befinden. Die Reihe der Superstar-Kandidaten war selten so lang wie vor der FIFA WM 2006TM. Die Portugiesen Cristiano Ronaldo und Deco sind sicherlich genauso dazuzuzählen wie der noch junge Wayne Rooney aus England. In Italien wird Alberto Gilardino vielleicht schon soweit sein, in Frankreich Louis Saha. Der bullige Stürmer Gilardino spielte 2004 eine phantastische Europameisterschaft bei den U21-Junioren und holte den Titel. Zum erweiterten Kreis gehören sicherlich auch Spaniens Raul, Zlatan Ibrahimovic aus Schweden oder der Bulgare Dimitar Berbatov, der für den Bundesligisten Bayer Leverkusen spielt.

Oder sollte es am Ende gar ein Abwehrspieler werden? Philipp Lahm vielleicht, der kleine Deutsche, der Portugiese Ricardo Carvalho, Bayern Münchens Brasilianer Lucio oder Alessandro Nesta aus Italien? Die Liste ist fast genauso lang wie bei den Offensivkünstlern. Es ist und bleibt eine ganz spannende Frage: Wer wird der Superstar der FIFA WM 2006TM?