FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Tunesien
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Tunesien: Der Afrika-Meister will sein WM-Konto verbessern Nach dem Triumph des ersten Titelgewinns bei der Afrika-Meisterschaft 2004 schaffte es Tunesien als einziger Favorit des Kontinents, sich für die FIFA Weltmeisterschaft 2006 zu qualifizieren. Mit einem 2:2 (1:2) gegen den Rivalen Marokko gelang es dem Team des französischen Coachs Roger Lemerre am 8. Oktober 2005, den Sieg in der afrikanischen Qualifikationsgruppe 5 zu erringen und die Fahrkarte zum Endrunden-Turnier nach Deutschland zu lösen. Beim FIFA Confederations Cup 2005 hatte Tunesien Team trotz des Ausscheidens nach den Gruppenspielen einen guten Eindruck hinterlassen: Bei den Niederlagen gegen die Favoriten Argentinien (1:2) und Deutschland (0:3) boten die Tunesier ansprechende Leistungen. Zum Abschluss bezwangen sie Ozeanien-Meister Australien mit 2:0. Bei ihrer vierten WM-Teilnahme wollen es die Nordafrikaner im Sommer 2006 noch besser machen. Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ... |
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![]() Najed Braham (rechts) hat sich mit Afrikameister Tunesien für den Confed Cup qualifiziert. Der Offensivspieler steht bei Eintracht Trier unter Vertrag. Foto: Firo/Augenklick |
„Streben nach dem zweiten WM-Sieg“ lautet das Motto des 1956 gegründeten Fußball-Verbandes des Landes mit seinen rund zehn Millionen Einwohnern. Bei der ersten WM-Teilnahme 1978 in Argentinien setzte das Team sofort ein Ausrufezeichen, als es Mexiko mit 3:1 besiegte. Es war ein historisches Ereignis in Afrika, denn es handelte sich um den ersten WM-Sieg einer Mannschaft des Kontinents. Anschließend verlor die Mannschaft mit 0:1 gegen Polen, dem ein sensationelles 0:0 gegen Deutschland folgte, das sich zu diesem Zeitpunkt noch Weltmeister nennen durfte. Zum Vorstoß in die zweite Gruppenphase reichte dies zwar nicht, aber die Tunesier kehrten mit erhobenen Häuptern in die Heimat zurück. Doch die erste WM-Teilnahme blieb bislang auch die erfolgreichste. Inzwischen lautet die WM-Bilanz: Ein Sieg, drei Remis und fünf Niederlagen bei 5:9 Toren. 1998 in Frankreich verlor Tunesien unter der Regie des polnischen Trainers Henri Kasperczak gegen England und Kolumbien und erreichte gegen Rumänien ein Unentschieden. Vier Jahre später bei der WM in Asien gab es unter dem Trainer-Gespann Ammar Souayah und Khemais Labidi Niederlagen gegen Russland und Japan und ein Unentschieden gegen Belgien. |
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Nach dem 28. Platz bei der FIFA WM 2002 und dem Rücktritt von Souayah verpflichteten die Tunesier im September als Nationaltrainer den Franzosen Roger Lemerre, der nach dem überraschenden Ausscheiden in der WM-Gruppenphase als Coach von Frankreich entlassen worden war. Lemerre, der die Franzosen zum Europameister 2000 gemacht hatte, war zu diesem Zeitpunkt bereits der fünfte Nationalcoach in Tunesien innerhalb von nur 13 Monaten. Der im Jahr 2000 bei der Wahl des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA) von den Kollegen zum besten Nationaltrainer der Welt gewählte Lemerre sorgte für Stabilität. Najed Braham, der in der dritten Liga in Deutschland bei Eintracht Trier spielt, sieht in Lemerre den Organisator des Aufschwungs. „Unter ihm haben alle sehr viel gelernt. Er gibt allen Spielern viel Vertrauen, weil er viel mit uns spricht. Er hat uns die richtige Profi-Mentalität beigebracht“, erklärte Braham. Seine Wertschätzung bei den tunesischen Fußball-Fans steigerte der 64-jährige Trainer, als sein Team am 14. Februar 2004 den Afrika-Pokal gewann. Im Endspiel der Kontinentalmeisterschaft, die im eigenen Land durchgeführt wurde, setzte sich Tunesien in Rades vor 60 000 Zuschauern mit 2:1 gegen Marokko durch. Bei den Finalteilnahmen 1965 (2:3 n.V. gegen die Elfenbeinküste) und 1996 (0:2 gegen Südafrika) waren die Tunesier gescheitert. |
![]() Roger Lemerre wurde mit Frankreich Europameister, nach der WM 2002 hörte er auf. Nun ist er Trainer der tunesischen Nationalelf, die er zum Afrika-Cup und zur WM 2006 führte. (Foto: GES/Augenklick) |
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Die Qualifikation zur WM 2006 lief dennoch nicht gradlinig. Nach einem 4:1 zum Auftakt gegen Boswana bezog das Team beim 1:2 am 2. Spieltag am 20. Juni 2004 in Guinea eine Niederlage, die aber die einzige bleiben sollte. Mit nur fünf Punkten aus vier Spielen lag die Lemerre-Elf zum Jahresende 2004 nur auf Rang vier der Gruppen-Tabelle. Doch dann folgte eine Siegesserie gegen Malawi, Botswana, Guinea und Kenia, sodass sich die Mannschaft vor dem entscheidenden und letzten Gruppenspiel gegen Marokko auf Platz eins vorgearbeitet hatte. Nach dem 1:1 im Hinspiel in Rabat lagen die Tunesier schon nach drei Minuten mit 0:1 zurück. Der in Brasilien geborene Jose Clayton, einer erfahrener Verteidiger mit WM-Teilnahmen 1998 und 2002, verwandelte einen Foulelfmeter zum Ausgleich (18.), aber die Freude währte nur bis zum 1:2 durch den Marokkaner Marouane Chamarh (42.). Der für den 1. Nürnberg spielende Adel Chadli wurde der Ausgleichstreffer zum 2:2-Endstand gut geschrieben, aber tatsächlich war es wohl der Marokkaner Talal El Karkouri, der mit einem Eigentor in der 69. Minute die WM-Qualifikation der Gruppe 5 entschied. |
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![]() Hatem Trabelsi von Ajax Amsterdam ist der Abwehrchef von Tunesien. Im Confed-Cup-Spiel gegen Deutschland staunt Bastian Schweinsteiger über seinen Fallrückzieher. (Foto: firo/Augenklick) |
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Der Jubel in Tunesien war riesengroß, Marokko trauerte. Als einziges in Afrika war das Team ungeschlagen geblieben (5 Siege, 5 Remis), doch letztlich reichte nicht, um Tunesien den WM-Weg zu verbauen. Dem Gruppensieger gelang es wiederum, als einzige afrikanische Mannschaft, die zu den Favoriten zählte, zur FIFA WM 2006 zu kommen, denn die anderen vier WM-Teilnehmer Afrikas sind allesamt Neulinge. |
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In der Stammelf des Afrika-Meisters stehen mehrere „Legionäre“: Torwart Ali Boumnijel (Rouen/Frankreich), der bei der WM 2006 schon 40 Jahre alt sein wird, die Abwehrspieler Alaeddine Yahia (St. Etienne), Kapitän Hatem Trabelesi (Ajax Amsterdam), die Mittelfeldakteure Mehdi Nafti (Birmingham City), Adel Chedly (Nürnberg), Riadh Bouazizi (Kayseri Exciyesspor/Türkei)), Slim Ben Achour (Guimaraès/Portugal), Jose Clayton (Essod/Katar), Kaies Ghodbane (Samsunsport/Türkei) sowie die Stürmer Francileudo Dos Santos (Toulouse), Zied Jaziri (Troyes) und Najed Braham (Trier) sind bei ausländischen Vereinen aktiv. Torjäger Francileudo Dos Santos Lima, der in Brasilien geboren wurde und schon lange in Frankreich spielt, nahm erst kurz vor dem Afrika-Nationscup 2004 die tunesische Staatsbürgerschaft an. Die WM 2006 wollen er und seine Mitspieler nutzen, um dem ersten WM-Sieg vor 28 Jahren endlich weitere folgen zu lassen. |
![]() Hamouda Ben Annar, der Präsident des Fußball-Verbandes von Tunesien, lobte die Deutschen bei der Confed-Cup-Auslosung für die guten Vorbereitungen der WM 2006. Foto: Kunz/Augenklick |



