FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Togo
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Togo: Das Überraschungsteam feiert eine „historische Qualifikation“ Der 8. Oktober 2005 ist in Togo zu einem Datum mit sporthistorischer Bedeutung geworden. Mit einem 3:2-Sieg in der Republik Kongo qualifizierte sich die Nationalmannschaft des westafrikanischen Landes an diesem Tag erstmals für eine Fußball-Weltmeisterschaft. Der Begriff Sensation ist für die erfolgreiche Qualifikation der Togolesen zur FIFA WM 2006 durchaus angebracht. Fünf Millionen Bürger des Landes feierten das Erreichen der WM-Endrunde in Deutschland so ausgiebig, als hätte ihr Team einen Titel gewonnen. Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ... |
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Das Land war schon vor dem Anpfiff in Kongo in Gelb getaucht, der Farbe ihrer neuen Helden. Die Feiern setzten sofort nach dem Schlusspfiff ein, auch ein längerer Stromausfall hielt niemanden davon ab. Togos Staatspräsident Faure Gnassingbe ließ sich nicht nur von der Euphorie anstecken, sondern wurde zum Anführer des Jubels: „Wir haben es geschafft, dem Zustand der Verzweiflung zu entrinnen und zum Glück zurück zu finden. Unsere Spieler haben sich für unser Land würdig geschlagen.“ Der Landesvater erklärte den Fußball zur Staatsaufgabe: „Wir werden sofort an die Vorbereitung des WM-Turniers gehen. Ich bin mir sicher, dass wir auch in Deutschland für so manche Überraschung sorgen werden.“ Dann versetzte Präsident Gnassingbe sein Volk noch einmal in Verzückung: „Eine Rede zu halten, reicht nicht aus, um unseren Spielern gebührend zu danken. Deshalb erkläre ich, in Würdigung der großen Leistung unserer Nationalmannschaft, den Montag zum arbeitsfreien und bezahlten Feiertag.“ Die Feiern gingen damit in den dritten Tag. Die Euphorie wird vermutlich bis zur Weltmeisterschaft anhalten. |
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![]() Bachirou Salou war einer der besten Profis aus Togo. Im deutschen Pokalfinale gegen Bayern München machte der Stürmer des MSV Duisburg eines seiner besten Spiele. Foto: GES/Augenklick |
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„Wir als kleines Land wollten eigentlich nur Platz zwei haben in der Gruppe, um uns für den Afrika-Cup zu qualifizieren“, zeigte sich auch Bachirou Salou überrascht. Der ehemalige Profi, der unter anderem beim MSV Duisburg, Borussia Dortmund und Hansa Rostock in der Bundesliga spielte, ist der bekannteste togolesische Fußballer in Deutschland. Salou hatte den Nationalspielern vor den entscheidenden Spielen moralische Unterstützung gegeben: „Wir haben Senegal geschlagen - und ab dann wussten wir: Es ist alles möglich. Ich habe lange in der Bundesliga gespielt und deswegen wusste ich: auch kleine Teams können den großen FC Bayern München schlagen. Ich habe mit den Spielern telefoniert und gesagt: Ihr könnt das schaffen! Glaubt an Euch.“ Der Senegal galt als eindeutiger Favorit in der Qualifikationsgruppe, in der auch noch Liberia, Sambia und Mali spielten. Bei der FIFA WM 2002 in Japan und Südkorea schlugen die Senegalesen im Auftaktspiel den Titelverteidiger Frankreich mit 1:0, schalteten im Achtelfinale Schweden aus und scheiterten erst eine Runde später an der Türkei. Nach der ersten K.o.-Runde der afrikanischen WM-Qualifikation, die der Gruppenphase vorgeschaltet war, hätte wohl kaum jemand gedacht, dass Togo ein ernst zu nehmender Kandidat für das WM-Turnier in Deutschland sein könnte. Die Mannschaft des aus Nigeria stammenden Nationaltrainers Stephen Keshi tat sich gegen Äquatorialguinea, in der FIFA-Weltrangliste noch wesentlich tiefer angesiedelt, schwer. Das Hinspiel wurde sogar mit 0:1 verloren. Im Rückspiel bescherte ein 2:0-Sieg den Einzug in die Gruppenphase, die allerdings wieder mit einer Niederlage (0:1 in Sambia) begann. Eine weitere Pleite im Heimspiel gegen den Senegal hätte wohl die Hoffnungen ersterben lassen, doch Togo siegte mit 3:1. Plötzlich wurde jedem Togolesen klar, dass mehr möglich war als der zweite Platz, der zur Teilnahme an der kontinentalen Meisterschaft im Januar/Februar 2006 in Ägypten berechtigt hätte. Es folgten sechs weitere Erfolge und zwei Unentschieden, darunter das 2:2 im Rückspiel in Senegal. „Diese historische Qualifikation ist das Verdienst der Mannschaft und der guten Organisation seitens des nationalen Fußballverbandes. Von daher blicken wir mit großer Zuversicht in die Zukunft. Wir werden hart an uns arbeiten, um die Schwächen, die im Verlauf der WM-Qualifikation aufgetreten sind, möglichst bald abzustellen“, sagte Keshi nach dem entscheidenden Sieg gegen das Kongo-Team. Der Trainer hat im Gegensatz zu seinem Kollegen der Elfenbeinküste keinen Weltstar in seinen Reihen. Der bekannteste Spieler ist Sheyi Emmanuel Adebayor, der in der WM-Saison beim französischen Erstligisten AS Monaco aktiv ist. „Er ist der Star im Team. Er ist Stürmer und einer, der ein Spiel auch mal drehen kann“, lobt Bachirou Salou seinen Landsmann. Bei der WM wird Salou keinen Telefonkontakt benötigen, um über die Auftritte Togos informiert zu sein. Er dürfte genauso gespannt sein, wie sich einer der krassesten Außenseiter der WM-Geschichte in Deutschland schlagen wird. Jeder Punktgewinn dürfte wieder einen Feiertag zur Folge haben. Der Internationale Fußball-Verband (FIFA) müsste einen Teil seiner hervorragenden Internet-Seiten wahrscheinlich korrigieren. Zu Togo gibt die FIFA-Website folgende Informationen: „Togo nahm für die Weltmeisterschaft 1974 zum ersten Mal an Ausscheidungsspielen teil, von einer WM-Endrundenteilnahme können die Togolesen aber nur träumen.“ Im Fußball können Träume manchmal schneller zur Realität werden, als selbst Experten glauben. |
