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FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Schweiz

Schweiz: Der Trend bei den Eidgenossen zeigt steil nach oben

Die Schweiz musste bei ihrer Qualifikation für die FIFA Weltmeisterschaft 2006 ™ durch ein Stahlbad. Wohl kein anderes Land, das den Sprung zum Endrunden-Turnier schaffte, erlebte eine ähnliche Tortur bei der Ausscheidung. Schon in der Europa-Gruppe 4 war die Konkurrenz so ausgeglichen, dass der Erfolg der Eidgenossen am seidenen Faden hing. Doch die Play-Off-Spiele gegen die Türkei brachten noch eine Steigerung. Nach dem 2:0-Sieg im Hinspiel in Bern schaffte es das Team der Schweiz trotz der 2:4-Niederlage in Istanbul. Diese Partie schlug weltweit Wellen wegen hässlicher Vorkommnisse, die bereits im Vorfeld begannen und nach dem Abpfiff einen unrühmlichen Höhepunkt fanden. Die intensive Nervenanspannung, die überstanden werden musste, mündete aber am Ende in eine ebenso ungewöhnliche große Freude bei den Schweizern. Erstmals seit der FIFA WM 1994 in den USA ist die Schweiz in Deutschland wieder bei einer WM-Endrunde dabei.

Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ...

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Mit Trainer Köbi Kuhn gehört die Schweiz wieder zu den Top-Nationen in Europas Fußball und qualifizierte sich nach der EM 2004 auch für die WM 2006. (Foto: GES/Augenklick)

„Ein Traum ist wahr geworden“, schrieben die Zeitungen am Morgen nach einer Nacht im Sükrü-Saracoglu-Stadion von Fenerbahce Istanbul, die mit Chaos endete. Die türkischen Fans sind für ihre Begeisterungsfähigkeit bekannt und können aus Fußballspielen wahre Feste werden lassen. Dass dies aber auch in das andere Extrem umschlagen kann, wurde bei diesem Play-Off-Duell deutlich. Schon nach ihrer Ankunft in Istanbul war die Schweizer Mannschaft angefeindet worden. Die hitzige Atmosphäre in der Partie war noch mit der hohen sportlichen Spannung zu erklären, die dem Spiel innewohnte. Aber mit dem Schlusspfiff wurden die Schweizer mit Gegenständen von den Rängen beworfen. Doch noch viel schlimmer waren die aggressiven Vorfälle zwischen den Spielern aus der Schweiz und der Türkei nach dem Abpfiff.


„Wir hatten wirklich Angst. Von uns hatte so etwas noch keiner erlebt“, berichtete Stürmer Marco Streller. Als einer der Hauptschuldigen bei den Handgreiflichkeiten, die im Spielertunnel und in den Kabinengängen des Stadions passierten, wurde der türkische Abwehrspieler Alpay Özalan ausgemacht. Der Internationale Fußball-Verband (FIFA) nahm sich der Sache an, Präsident Joseph S. Blatter kündigte an, dass harte Strafen ausgesprochen werden. Bei der Rückkehr in der Heimat bereiteten die Schweizer Fans ihrem Team einen großen Bahnhof. Die Begeisterung im Land war riesengroß. Nationaltrainer Jakob „Köbi“ Kuhn wurde eine besondere Ehre zuteil: Im Arbeiterviertel Wiedikon in seiner Heimatstadt Zürich wurde drei Tage nach der erfolgreichen Qualifikation auf Anregung der Anwohner der „Köbi-Kuhn-Platz WM 2006“ eingeweiht.

Bevor sich die Schweizer dank der Auswärtstore-Regel mit einem Gesamtstand von 4:4 aus den Duellen gegen die Türkei für das Endrundenturnier im Nachbarland qualifizierten, waren sie 14 Spielen hintereinander über mehr als ein Jahr ungeschlagen geblieben. In den Spielen der europäischen WM-Qualifikationsgruppe 4 blieben sie ohne Niederlage. Doch die Gruppe waren starke Konkurrenten wie Frankreich, das sich als Gruppensieger durchsetzte, Israel und Irland. In keiner anderen Gruppe war das Rennen bis zum Schluss so offen. Mit einem Remis in Irland am letzten Spieltag, das mit den beiden Unentschieden gegen Frankreich, zu den Höhepunkten gehörte, erhöhten die Eidgenossen ihr Punktekonto auf 18, was schließlich knapp zu den Play-Offs gegen die Türkei führte, denn auch Israel kam mit 18 Zählern ins Ziel.

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Bernt Haas, der in Frankreich für den SC Bastia spielt, war als Verteidiger an der Qualifikation der Schweiz zur ersten WM-Teilnahme seit 1994 beteiligt. (Foto: GES/Augenklick)


Die Teilnahme an der FIFA WM 2006 ™ ist ein Beleg für den starken Aufwärtstrend des Schweizer Fußballs. Die Junioren-Mannschaften gehören seit einigen Jahren zu den stärksten des Kontinents dank einer vorbildlichen Talentförderung. Das U-17-Team wurde im Jahr 2002 Europameister. Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen) und Philippe Senderos (Arsenal London), die dazu beitrugen, sind in der Nationalmannschaft bereits zu Stammspielern geworden. Und auch das A-Team sammelt wieder Erfolge. Auch für die Endrunde der Europameisterschaft 2004 in Portugal konnten sich die Eidgenossen qualifizieren. Im Jahr 2008 wird die Nationalmannschaft der Schweiz, in der Heimat kurz „Nati“ genannt, am dritten großen Turnier in Serie teilnehmen, denn in zwei Jahren wird das Land zusammen mit Österreich die Europameisterschaft ausrichten.

Dann wird „Köbi“ Kuhn noch immer Trainer sein, denn er unterzeichnete nach der erfolgreichen WM-Qualifikation einen neuen Zwei-Jahres-Vertrag. Kuhn, der zuvor U-21-Junioren auf Spitzenkurs brachte, betreut das A-Team seit Juni 2001 mit großem Erfolg. Als Spieler wurde er sechs Mal Schweizer Meister mit dem FC Zürich, in der Nationalelf kam er zu 63 Einsätzen. Seine Mannschaft um Kapitän Johann Vogel (AC Mailand) ist ein Mix aus erfahrenen Akteuren und sehr talentierten jungen Spielern. Für sieben aktuelle Nationalspieler wird die FIFA WM 2006 ™ zu einem „Heimspiel“: Denn Raphael Wicky (Hamburger SV), Barnetta (Leverkusen), Benjamin Huggel, Christoph Spycher (beide Eintracht Frankfurt), Marco Streller, Ludovic Magnin (beide VfB Stuttgart) und Philipp Degen (Borussia Dortmund) stehen bei deutschen Vereinen unter Vertrag. Auch Torwart Pascal Zuberbühler (FC Basel) spielte schon einmal für Leverkusen.

Kuhn formulierte die Ziele für das Gastspiel im nächsten Sommer bei den Deutschen. „In der Qualifikation, besonders im letzten Spiel gegen die Türkei, hat die Mannschaft ihre Reife gezeigt. Sie hat großem Druck standgehalten. Das macht mich zuversichtlich, dass wir auch bei der WM gute Spiele zeigen werden“, sagte der erfolgreiche Nationalcoach. Bei ihrer letzten Teilnahme bei einer FIFA Fußball-Weltmeisterschaft™ drang die Schweiz ins Achtelfinale vor. Bei günstigem Verlauf soll bei der WM 2006 noch ein besseres Ergebnis erzielt werden.