FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Kroatien
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Kroatien: Ein WM-Stammgast mit deutschen Beziehungen Auf eine lange eigenständige Fußball-Historie kann Kroatien nicht zurückblicken, denn der Nationalverband des Balkanlandes trat erst 1992 dem Internationalen Fußball-Verband (FIFA) bei. Doch die Kroaten, die bis 1991 ein Teil Jugoslawiens waren und im Nationalteam der Vielvölker-Republik viele herausragende Spieler gestellt hatten, verschafften sich innerhalb kurzer Zeit eine hohe Aufmerksamkeit. Seit dem die fünf Millionen Einwohner zählende Nation eigene Wege geht, gehört die Landesauswahl bei großen Turnieren zum Stammpersonal. Innerhalb von zehn Jahren schaffte es die kroatische Nationalmannschaft, sich für fünf Endrunden-Turniere zu qualifizieren. Die „Republika Hrvatska“ nahm 1996 erstmals in England an der Europameisterschaft teil. Dann meisterte sie gleich im ersten Anlauf die Qualifikation zur FIFA WM 1998 in Frankreich. Nach der WM 2002 und der EM 2004 gelang es den Kroaten, sich am 8. Oktober zum dritten Mal hintereinander für eine WM-Endrunde zu qualifizieren. Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ... |
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![]() Ivan Klasnic hofft auf einen WM-Stammplatz im kroatischen Team. Der Bremer, hier im Zweikampf mit Christian Wörns, gab im Februar 2004 gegen Deutschland sein Debüt. (Foto: GES/Augenklick) |
Für die FIFA WM 2006 in Deutschland hat sich die Nationalmannschaft viel vorgenommen. Fünf Spieler sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Sie spielen bei der WM praktisch vor einem Heim-Publikum. Zudem leben viele Kroaten in Deutschland, sodass das Team mit einer starken Unterstützung rechnen darf. In der Qualifikation bewies das Team seine Stärke. In der Europa-Gruppe 8 blieben die Kroaten ungeschlagen, errangen sieben Siege in zehn Partien und bezwangen dabei auch den zweiten Gruppen-Favoriten Schweden zweimal mit 1:0. In beiden Fällen, am 8. September 2004 in Göteborg und am 8. Oktober 2005 in Zagreb, erzielte Darijo Srna die „Goldenen Tore“, die zur WM nach Deutschland führten. Die Skandinavier, am Ende punktgleich mit Kroatien, erreichten dennoch als einer der besten Gruppen-Zweiten die WM-Endrunde, ohne an den Play-Off-Begegnungen teilnehmen zu müssen. |
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Die kroatischen Erfolge beruhen auf einer hervorragenden Nachwuchsförderung, die früher in Jugoslawien üblich war und in den Nachfolgestaaten weitgehend beibehalten wurde. Zvonimir Boban, Davor Suker, Robert Prosinecki, Robert Jarni und Igor Stimac standen in der jugoslawischen Mannschaft, die 1987 die Junioren-Weltmeister wurde. Elf Jahre später bildeten sie bei der WM in Frankreich das Gerüst zum bisher größten Erfolg des kroatischen Fußballs. Im Viertelfinale wurde Deutschland mit 3:0 aus dem Wettbewerb geworfen, im Halbfinale unterlag man knapp mit 1:2 dem späteren Weltmeister Frankreich, gewann aber das Spiel um Platz drei mit 2:1 gegen die Niederlande. Suker markierte im „kleinen Finale“ sein siebtes Turniertor und wurde WM-Torschützenkönig. |
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![]() Dado Prso, ein bulliger Stürmer mit Pferdeschwanzfrisur, sorgt für Gefahr im Sturm von Kroatien. Hier setzte er sich im EM-Spiel 2004 gegen die Schweiz durch. (Foto: GES/Augenklick) |
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Als „Goldene Generation“ wurden die älteren Spieler bezeichnet, die einst Junioren-Weltmeister waren und inzwischen bei europäischen Topklubs spielten. Die neue Mannschaft will versuchen, im Sommer 2006 in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Vorgänger zu treten. Igor Tudor, der früher für Juventus Turin spielte und jetzt das Trikot des AC Siena trägt, sowie die Brüder Niko (Hertha BSC Berlin) und Robert Kovac (Juventus Turin) sind die erfahrenen Kräfte des Teams. Die Kovac-Brüder wurden in Berlin geboren, spielten für Hertha BSC, Bayer Leverkusen und Bayern München. Im Sturm steht mit Ivan Klasnic (Werder Bremen) ein weiterer in Deutschland geborener Profi. Zuletzt bildete er den Angriff mit Dado Prso, der mit fünf Treffern die meisten Tore zur WM-Qualifikation beisteuerte. Der bullige Angreifer steht bei Glasgow Rangers unter Vertrag, nachdem er fünf Jahre beim AS Monaco spielte. Sein größter Coup waren die vier Treffer beim 8:3 der Monegassen in der Champions League gegen La Coruna im Februar 2003. Im gleichen Monat gab er mit 28 Jahren sein Debüt in der Nationalelf beim 4:0 gegen Belgien. |
![]() Nico Kovac, hier im Trikot von Hertha BSC Berlin, ist der Kapitän der kroatischen Nationalmannschaft, die bei der WM 2006 an die Erfolge der WM 1998 anknüpfen will. (Foto: firo/Augenklick) |
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Drei Spieler, Joey Didulica, Anthony Seric und Josip Simunic, stammen aus Australien und nutzten die Chance, wegen ihrer kroatischen Abstammung für das Heimatland ihrer Eltern zu spielen. Simonic (Hertha BSC Berlin) ist in der Abwehr eine Stammkraft, was auch auf Marko Babic (Bayer Leverkusen) im Mittelfeld zutrifft. Nur ein Stammspieler spielt in der kroatischen Liga. Niko Kranjcar, der im Sommer 2004 von Dinamo Zagreb zu Hajduk Split wechselte, ist der Sohn von Nationaltrainer Zlatko Kranjcar. Zunächst löste es Skepsis aus, dass der Coach seinen Sohn berief, doch hat Niko durch gute Leistungen im offensiven Mittelfeld seine Einsatzberechtigung oft nachgewiesen. Er gilt als die kreativste Kraft der Kroaten. Zlatko Kranjcar übernahm die Aufgabe, das Nationalteam mit den markanten rot-weißen Karo-Trikots zu leiten, nach der Europameisterschaft 2004. Sein Vorgänger war der erfahrene Otto Baric, unter dem die Mannschaft allerdings bei der EM in Portugal enttäuschte, als es nach den Gruppenspielen ausschied. Das war ihr auch bei der FIFA WM 2002 in Korea und Japan passiert, als sie unter der Führung von Trainer Mirko Jozic, der im November 2000 den bei der WM 1998 erfolgreichen Miroslav Blazevic abgelöst hatte, gegen Mexiko und Ecuador verlor. Trotz eines Erfolges gegen Italien musste die Heimreise angetreten werden. Im Ausscheidungsrennen zur WM 2006 bekam Kroatien nur einmal Probleme. Den Auftaktsiegen gegen Ungarn (3:0) und in Schweden (1:0) folgte im Herbst 2004 ein 2:2 gegen Bulgarien zu Hause, dem sich bis 3. September 2005 zwei Heimsiege gegen Island (4:0) und Malta (3:0) sowie Auswärtserfolge in Bulgarien (3:1) und Island (3:1) anschlossen. Am 7. September verlor man jedoch durch ein überraschendes 1:1 beim Tabellenletzten Malta die Tabellenführung. In der vorletzten Gruppenpartie gegen Schweden am 8. Oktober wurde Platz eins mit dem 1:0-Erfolg, hergestellt durch den Treffer von Verteidiger Darijo Srna (Schachtjor Donezk/Ukraine), zurückerobert und bereits das WM-Ticket gelöst. Am letzten Spieltag reichte ein 0:0 in Ungarn, um die Spitzenposition zu verteidigen. Die überragende spielerische Klasse des großen Teams von 1998 besitzt die aktuelle Nationalmannschaft der Kroaten zwar nicht mehr. Doch dies gleicht die Nachfolger-Generation mit großer Kampfkraft aus, die das Team auch bei der WM in Deutschland weit bringen soll. |


