FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Brasilien
|
Brasilien: Die Kronjuwelen des Welt-Fußballs Eine Fußball-Weltmeisterschaft ohne Brasilien ist wie Paris ohne Eiffelturm, Pizza ohne Käse oder ein Gebet ohne Amen - unvorstellbar. An allen bisherigen WM-Endrundenturnieren haben die Fußball-Rastellis aus Südamerika teilgenommen. Daran wird sich auch 2006 in Deutschland nichts ändern. Und spätestens seit dem furiosen 4:1-Endspielsieg über Argentinien beim FIFA Confederations Cup 2005 ist allen klar: auch der Titelgewinn 2006 wird nur über den amtierenden Weltmeister führen. Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ... |
|
|
Dabei möchte die Seleção („die Auswahl“), wie sie in ihrer Heimat nur genannt wird, ihren Rekorden noch einen weiteren hinzufügen. Als erstes Team stand Brasilien bisher dreimal hintereinander in einem WM-Endspiel (1994, 1998, 2002). Der vierte Streich wäre die Krönung eines außergewöhnlich erfolgreichen und dominanten Jahrzehnts des brasilianischen Fußballs. Und für den bald 36 Jahre alten Kapitän Marcos Evangelista de Moraes, kurz: Cafú, vom AC Mailand auch ein ganzer persönlicher Triumph für die Ewigkeit: sollte der 126-fache Rekordnationalspieler seines Landes unverletzt bleiben, könnte er als erster Spieler in seinem vierten WM-Finale stehen. |
|
![]() Roque Junior, der Verteidiger von Bayer Leverkusen, war Stammspieler beim Gewinn des WM-Titels der Brasilianer 2002. Zuletzt kämpfte er um seine Position beim Weltmeister. Foto: Kunz/Augenklick |
|
An Qualifikationsspielen hatten die Gelb-Blauen aus Rio de Janeiro, Sao Paulo und Santos noch nie sonderlich viel Spaß. So kam es, dass der Weltmeister, der erstmals in der WM-Geschichte nicht direkt für das folgende Turnier qualifiziert ist, sondern in die Ausscheidung musste, erst drei Monate nach dem großen Rivalen Argentinien das WM-Ticket löste. Nur acht Siege aus bislang 16 Spielen gelten bei den kritischen Fans im eigenen Land als Enttäuschung. Dass das aber nichts heißen muss, zeigte sich vor vier Jahren, als das Team in 18 Qualifikations-Begegnungen sage und schreibe sechsmal das Feld als Verlierer verließ. Ein Jahr später in Japan und Südkorea, als wieder die ganze Welt zuschaute, spazierten Ronaldo und Co. dagegen mühelos mit sieben Siegen in sieben Spielen zum fünften Titel. |
|
![]() Lucio, der früher für Leverkusen spielte und nun für Bayern München aktiv ist, gewann mit Brasilien den WM-Titel 2002. Der Verteidiger will 2006 erneut Weltmeister werden. Foto: GES/Augenklick |
|
In dem 186-Millionen-Einwohner-Land, das flächenmäßig 24 Mal so groß ist wie Deutschland, gelten Niederlagen der Seleção als nationale Schande, für die meistens der Trainer den Kopf hinhalten muss. Carlos Alberto Parreira hat in dieser Beziehung schon Erfahrung. Der 62-Jährige führte Brasilien 1994 in den USA zum Titel, musste sich aber wegen seiner defensiven Spielweise heftiger Kritik erwehren und schmiss kurz darauf die Brocken hin. Weil aber auch seine Nachfolger, darunter Wanderley Luxemburgo, Emerson Leao und Luiz Felipe Scolari zwischen den Weltmeisterschaften nicht pausenlos gewannen, wurde Parreira 2003 zurückgeholt. Er schwächte sogleich die Kritiker-Fraktion, indem er einen der ihren, Mario Zagalo, den WM-Coach von 1970, als „Technischen Direktor“ in den Trainerstab holte. Dem Vorwurf mangelnder Offensivausrichtung sieht sich Parreira in diesen Tagen nicht mehr ausgesetzt. In der Seleção des Jahres 2005 treffen zwei außergewöhnlich gute Jahrgänge des brasilianischen Fußballs aufeinander. Die „Alten“ um Torhüter Dida (32), Kapitän Cafu (35), Roberto Carlos (32) und Zé Roberto (31) in der Defensive sowie die inzwischen gereiften „jungen Wilden“ um Ronaldinho (25), Kaká (23), Adriano (23) sowie Shootingstar Robinho (21) in der Offensive. Dazwischen bilden Lucio (27), Emerson (29) und Torjäger Ronaldo (29) die Korsettstangen in den Mannschaftsteilen. Grundsätzlich spielt Parreira ein klassisches 4-4-2 System mit zwei strikt defensiven und zwei offensiven Mittelfeldspielern. Was Parreira für einen Schatz hortet, verdeutlicht ein kurzer Blick auf die Seiten des Internet-Fachmagazins www.transfermarkt.de. Allein die „Stammelf“ in der Besetzung: Dida (AC Mailand/15 Mio. Euro) - Cafu (AC Mailand/3), Lucio (Bayern München/23,5), Roque Junior (Bayer Leverkusen/5,5), Roberto Carlos (Real Madrid/13,5) - Zé Roberto (Bayern München/8,5), Emerson (Juventus Turin/25) - Kaká (AC Mailand/30), Ronaldinho (FC Barcelona/50) - Ronaldo (Real Madrid/33), Adriano (Inter Mailand/35) repräsentiert einen Wert von rund einer Viertelmilliarde Euro. Und da ist Jungstar Robinho (Real Madrid/25) wohlgemerkt noch nicht mitgezählt. Eine Ansammlung von Kronjuwelen auf zwei Beinen. Auch für den sich abzeichnenden Generationswechsel im brasilianischen Fußball nach der WM 2006 scheint die Seleção bestens gerüstet. Für die Verteidigung stehen mit Cicinho (25) vom FC Sao Paulo, Juan (26) von Bayer Leverkusen und Luisão (24) von Benfica Lissabon die designierten Nachfolger schon bereit. Im Mittelfeld verfügt Coach Parreira mit Gilberto Silva (Arsenal London), Júlio Baptista (Real Madrid), Juninho Pernambucano (Olympique Lyon), Renato (FC Sevilla) und Alex (Fenerbahçe Istanbul) über Alternativen, die in jeder anderen Mannschaft der Welt wahrscheinlich Stammplätze hätten. Im Angriff ist Ricardo Oliveira von Betis Sevilla derzeit sogar nur vierte Wahl hinter dem Top-Trio Ronaldo, Adriano, Robinho. Parreira hat sich bereits damit abgefunden, dass seine Elf im kommenden Jahr der Gejagte sein wird: „Brasilien wird zum ersten Mal in seiner Geschichte als absoluter Favorit zu einer Weltmeisterschaft reisen. Daran werden wir uns gewöhnen. Meine Spieler werden sich von dem Druck der Favoritenbürde frei machen müssen“, verriet er unter dem Eindruck des überwältigenden Confed-Cup-Triumphs. "FIFA WM" / "Die Weltmeister" - Brasilien Hier finden Sie weitere Informationen zur brasilianischen Mannschaft... Hier finden Sie weitere Informationen zu einem Star aus der brasilianischen Mannschaft... Hier finden Sie weitere Informationen zum Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft... |

