FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Australien
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Australien: "Down under" ist endlich obenauf Wenn es nach dem Gesetz der Serie geht, dann muss Australien auf seine dritte WM-Teilnahme noch eine Weile warten. 1974 in Deutschland waren die "Socceroos", zusammengesetzt aus "Soccer" und dem Nationaltier "Kangaroo", erstmals dabei. 32 Jahre später findet wieder die FIFA Weltmeisterschaft im Land des dreimaligen Weltmeisters statt - und Australien darf zum zweiten Mal mitmachen. Endlich haben die Männer aus dem fünften Kontinent auch einmal die letzte Hürde genommen: die Playoff-Spiele gegen den Südamerika-Vertreter. Denn in ihrer Heimat auf der anderen Seite der Erdkugel kann den Gelb-Grünen sowieso keiner das Wasser reichen. Die Neuseeländer, die früher ein harter Konkurrent waren, konnten zuletzt nicht mehr Paroli bieten. Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ... |
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![]() Craig Moore, der Kapitän der Australier, kam im Januar 2005 von Glasgow Rangers zu Borussia Mönchengladbach. Beim Confed Cup soll der Verteidiger die Aussie-Abwehr dirigieren. Foto: Firo/Augenklick |
Dem FIFA-Kontinentalverband Ozeanien (OFC) gehören neben Australien noch weitere elf Länder an. Darunter Teams wie Fidschi, Tonga und die Cook-Inseln. Oder auch der Weltranglisten-Letzte Amerikanisch-Samoa, dem es vergönnt war, bei einem der bemerkenswertesten Qualifikations-Spiele aller Zeiten auf dem Rasen anwesend sein zu dürfen: Am 11. April 2001 feierte Australien mit dem 31:0 über Amerikanisch-Samoa in Coffs Harbour den höchsten Sieg der WM-Geschichte. Kein Wunder, dass sich die "Aussies" in dieser Umgebung langweilen, wobei die Duelle mit dem Team aus Neuseeland durchaus Spannung bieten. Deshalb spielt das Team ab der WM 2010 in der Asien-Ausscheidung. Was einerseits die eigenen Qualifikations-Chancen deutlich erhöht, und andererseits die Ozeanien-Kontrahenten erfreuen dürfte. 1966 nahm der kurz zuvor gegründete australische Fußballverband FFA (Football Federation Australia) erstmals an einer WM-Ausscheidung teil und gewann seitdem regelmäßig, bis auf eine Ausnahme (1981 siegte Neuseeland), das OFC-Turnier. Weil aber der Welt-Fußballverband FIFA Ozeanien keinen festen WM-Startplatz zubilligt, müssen die „Socceroos“ stets noch in eine Ausscheidung gegen einen der Großen des Weltfußballs. Das war unter anderem 2001 der Fall, als man gegen Uruguay zwar zu Hause 1:0 gewann, im Rückspiel aber beim zweimaligen Weltmeister 0:3 unterlag und trotz großer Hoffnungen zu Hause bleiben musste. |
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Aber da man sich bekanntlich im Leben immer zweimal trifft, kam es im November 2005 zur Neuauflage des Duells gegen die „Urus“. Und diesmal triumphierten die Socceroos - nach 0:1 in Montevideo und 1:0 im Rückspiel - in einem dramatischen Elfmeterschießen. Umjubelter Held des Abends vor 83.000 Zuschauern im Olympiastadion von Sydney und 3,4 Millionen Australiern vor den Fernsehschirmen war ein "halber Deutscher": Torhüter Mark Schwarzer, Sohn deutscher Auswanderer, hielt zwei Strafstöße. Für den 33 Jahre alten Stammkeeper des FC Middlesbrough war es der Höhepunkt seiner Karriere. Der 1,94 Meter lange Schlussmann hatte seine Profi-Laufbahn 1994 in Dresden begonnen und bestritt für Dynamo und später den 1. FC Kaiserslautern insgesamt sechs Bundesligaspiele, ehe er 1996 zum FC Bradford in die dritte englische Liga flüchtete. "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen", erklärte Schwarzer, dessen Schwester in Stuttgart lebt. „Spiele auf deutschem Boden haben immer einen hohen emotionalen Wert für mich.“ |
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Zufall ist der Durchmarsch der „Socceroos“ zur WM 2006 sicher nicht, denn der "Exoten"-Schublade sind die australischen Fußballer längst entsprungen. Schon beim Confederations Cup 2005 in Deutschland zeigte der Ozeanien-Champion teilweise ansprechende Leistungen, verlor allerdings dreimal, unter anderem 3:4 gegen Deutschland. Weil aber mit steigendem Leistungsvermögen auch die Ansprüche wachsen, nahm Trainer Frank Farina anschließend enttäuscht seinen Hut. Daraufhin wurde mit dem Niederländer Guus Hiddink, 1998 mit den Niederlanden und 2002 mit Südkorea jeweils im WM-Halbfinale, ein international erfahrener Top-Trainer verpflichtet, der das Amt allerdings nur in Teilzeit bekleidet. Hauptberuflich coacht der 59-Jährige weiterhin den PSV Eindhoven. Die besten australischen Spieler tummeln sich allesamt bei europäischen Clubs, vor allem in der englischen Liga. Zwar wurde "Down under" im August 2005 eine neue Profiliga, die "Hyundai A-League", mit acht Mannschaften installiert, doch dort kickt allenfalls die zweite Garde. Ein bekannter Akteur ist Pierre Littbarski (45), der Weltmeister von 1990 ist Trainer des FC Sydney. Schwarzers Teamkollege beim FC Middlesbrough ist Kapitän Mark Viduka (30). Dessen Sturmpartner im Nationaldress, Harry Kewell (27), gewann mit dem FC Liverpool 2005 die Champions League. John Aloisi (29), vierfacher Torschütze beim Confed Cup, verdient inzwischen sein Geld bei CD Alaves in Spanien. |
![]() Guus Hiddink war Nationaltrainer der Niederlande bei der WM 1994 und Südkoreas bei der WM 2002. Nun führte der Coach des PSV Eindhoven das australische Team zur WM. (Foto: GES/Augenklick) |
![]() John Aloisi erzielte beim Confed-Cup-Turnier 2005 vier Tore. In dieser Szene, beim 3:4 gegen Deutschland, trifft er Oliver Kahn mit dem rechten Fuß ins Gesicht. (Foto: firo/Augenklick) |
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Vor allem das Mittelfeld der "Aussies" wird internationalen Maßstäben gerecht. „Rohdiamant“ Tim Cahill (26), mit sieben Treffern bester Torjäger seines Teams in der Qualifikation, ist Stammspieler beim FC Everton, der gleichaltrige Brett Emerton (4 Quali-Tore) schnürt für Blackburn Rovers die Schuhe. Regisseur Mark Bresciano (25) spielt ebenso für den FC Parma wie Vincenzo Grella. Scott Chipperfield (30, FC Basel), Jason Culina (25, PSV Eindhoven) und Josip Skoko (30, Wigan Athletic) sorgen dafür, dass Hiddink in diesem Mannschaftsteil über erstklassige Alternativen verfügt. Schwachstelle bei den "Socceroos" ist die bisweilen etwas löchrige Innenverteidigung, in der Tony Vidmar (35, NAC Breda) und Tony Popovic (32, Crystal Palace) in die Jahre gekommen sind. Rechtsverteidiger Lucas Neill (27, Blackburn Rovers) besitzt seine Stärken eher im Spiel nach vorn. |
![]() Mark Schwarzer, der Torhüter der australischen Nationalmannschaft, hat deutsche Wurzeln und spielte früher für Dynamo Dresden und den 1. FC Kaiserslautern. (Foto: Kunz/Augenklick) |



