FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Tschechische Republik
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Tschechische Republik: Strafrunde für den „Jahrhundert-Jahrgang“ Bemerkenswert ist es schon, wenn sich die laut FIFA-Weltrangliste zweitbeste Mannschaft der Welt hinter Brasilien (Stand: November 2005) erst über Entscheidungsspiele als letztes der 32 Teams für die FIFA WM Endrunde 2006 qualifizieren kann. Doch die Tschechische Republik, kurz Tschechien, hatte es in der Ausscheidung wieder einmal mit ihrem Dauer-Kontrahenten Niederlande zu tun. Und erstmals seit 2003 behielten die Holländer die Oberhand. Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ... |
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In der Qualifikation zur Europameisterschaft 2004 liefen sich die beiden derzeit neben England vermutlich talentiertesten Mannschaften Europas erstmals über den Weg. Tschechien gewann die Gruppe, nicht zuletzt aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs (3:1 und 1:1). Bei der EM-Endrunde 2004 in Portugal siegten erneut die Mannen von Trainer Karel Brückner: 3:2, nach 0:2-Rückstand, in einem der besten und mitreißendsten EM-Spiele aller Zeiten. Doch in der Qualifikation zur WM 2006 drehten die „Oranjes“ den Spieß um, gewannen beide Partien 2:0 und schickten das tschechische Team, das außerdem noch in Rumänien verlor (0:2), in die Playoff-„Strafrunde“ gegen Norwegen. Dort bewies die Brückner-Elf allerdings mit zwei routiniert herausgespielten 1:0-Erfolgen, dass sie neben Können auch eine gehörige Portion Nervenstärke besitzt. Großen Anteil am letztlich ungefährdeten Erfolg hatte ein Spieler, der eigentlich nach der frustrierenden EURO 2004, als sich der haushohe Favorit im Halbfinale sensationell dem "Favoritenkiller" und späteren Europameister Griechenland 0:1 in der Verlängerung geschlagen geben musste, seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatte: Pavel Nedved. Europas „Fußballer des Jahres“ 2003 kehrte für die Playoff-Begegnungen ins Team zurück und fand wieder Spaß an der Nationalauswahl. Und alle Fußball-Fans können sich freuen: Der 33 Jahre alte Regisseur von Juventus Turin, 2001 für 41 Millionen Euro von Lazio Rom als Ersatz für Zinedine Zidane (für 73,5 Mio. Euro zu Real Madrid) eingekauft, wird auch bei der FIFA WM 2006 dabei sein. |
![]() Pavel Nedved, Europas Fußballer des Jahres 2003, machte im Herbst 2005 seinen Rücktritt aus dem Tschechen-Team rückgängig. (Foto: GES/Augenklick) |
![]() Karel Brückner ist der Vater der jüngsten Erfolge der tschechischen Nationalelf, die im Verbund mit der Slowakei zweimal Vizeweltmeister wurde. (Foto: GES/Augenklick) |
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Für den erfolgsverwöhnten Coach Karel Brückner verlief die Qualifikationsrunde, vor allem in der Schlussphase, keineswegs nach Wunsch. Der 66-Jährige mit den weißen Haaren, der es als Aktiver selbst nur bis in die zweite Liga schaffte, hatte im Dezember 2001, nach der Playoff-Pleite gegen Belgien in der Qualifikation zur WM 2002, Jozef Chovanec als Chefcoach abgelöst. Für den Trainer-Fuchs, der seine Mannschaft gern mal vor wichtigen Spielen zu stundenlangen Taktik-Sitzungen bittet, schien es seitdem nur bergauf zu gehen. Seine Mannschaft blieb zwischenzeitlich in 16 Spielen ungeschlagen, begeisterte bei der EURO 2004 bis zum Halbfinale mit tollen Spielen und sorgte weltweit für Furore, als sein B-Team Vizeweltmeister Deutschland mit 2:1 demütigte und nach der Vorrunde nach Hause schickte. Ein heftiger Schlag für Brückner war die schwere Verletzung seines Top-Stürmers Jan Koller am 24. September 2005. Der 32-Jährige von Borussia Dortmund zog sich im Bundesligaspiel in Mainz einen Kreuzbandriss zu und muss ein halbes Jahr pausieren. Ob er rechtzeitig zur WM wieder in Form kommt, ist ungewiss. Bis dahin war der 2,02-Meter-Riese, Rekordtorschütze seines Landes mit 40 Treffern in 66 Länderspielen, mit neun Treffern bester europäischer Quali-Torschütze (und am Ende Zweiter hinter dem Portugiesen Pauleta, 11). Standard-Sturmpartner von Koller ist Milan Baros (24), Torschützenkönig der EURO 2004, der im Sommer 2005 für knapp neun Millionen Euro vom FC Liverpool zu Aston Villa wechselte. Die zweite Sturmgarde mit Jiri Stájner (29, Hannover 96), Tomás Jun (22, Trabzonspor) sowie der Ex-Mönchengladbacher Marek Heinz (28, Galatasaray Istanbul) stellt hingegen keine europäische Spitzenklasse dar. |
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![]() Tomas Rosicky, der Dortmunder, hatte großen Anteil an der WM-Qualifikation Tschechiens und überzeugte als Spielmacher, als Pavel Nedved fehlte. (Foto: GES/Augenklick) |
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Die geballte tschechische Offensiv-Power (37 Tore in der Qualifikation) kommt vor allem aus dem Mittelfeld. Schlüsselspieler ist hier neben Nedved der Dortmunder Tomás Rosický. Der 25-Jährige beeindruckte mit sieben Quali-Toren und wird tatkräftig unterstützt von den immer noch pfeilschnellen Routiniers Vladimir Smicer (32, Girondins Bordeaux) und Karel Poborsky (33, Sparta Prag). Für den defensiven Part sind Tomas Galásek (32, Ajax Amsterdam) und zuletzt immer häufiger Jan Polak (24, 1.FC Nürnberg) zuständig, während David Jarolim (26, Hamburger SV) selten über die Joker-Rolle hinaus kommt. Auch die tschechische Abwehr gehört zum Besten, was Europa derzeit zu bieten hat. Vor dem 1,97 Meter langen Torhüter Petr Cech (23, FC Chelsea), für viele Experten einer der besten Keeper der Welt, agiert eine lupenreine Viererkette mit dem früheren Hamburger Tomás Ujfalusi (27, AC Florenz) und David Rozehnal (25, Paris St. Germain) in der Innenverteidigung sowie Zdenek Grygera (25, Ajax Amsterdam) auf der rechten und Marek Jankulovski (28, AC Mailand) auf der linken Außenbahn. Das große Problem der Mannschaft: Tschechiens „Jahrhundert-Jahrgang“ kommt langsam in die Jahre. Viele Stars sind weit jenseits der 30. Doch Kapitän Nedved sagt fast trotzig: "Ich möchte mit den anderen älteren Spielern wie Karel Poborsky und Vladimir Smicer beweisen kann, dass wir noch keine verlorene Generation sind." Seit der politischen Trennung von der Slowakei am 1. Januar 1993 reichte es für tschechisch-mährischen Fußballverband ČMFS (Českomoravský fotbalový svaz) noch zu keiner WM-Teilnahme. Seine größten Erfolge feierte das Land zu Zeiten, als es noch mit der Slowakei vereint war und Tschechoslowakei (ČSSR) hieß. Bereits zweimal stand man in einem WM-Finale. Beide Endspiele wurden verloren: 1934 in Italien mit 1:2 nach Verlängerung gegen den Gastgeber und 1962 in Chile mit 1:3 gegen Brasiliens Ausnahmeteam um Pelé. Bei den übrigen sechs WM-Teilnahmen war spätestens im Viertelfinale Endstation. Das bislang letzte WM-Spiel bestritten die Tschechen am 1. Juli 1990 in Mailand. Damals bedeutete ein Elfmetertor von Lothar Matthäus das Viertelfinal-"Aus" gegen den späteren Weltmeister Deutschland. |


