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FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Italien

Italien: In Deutschland wollen die Azzurri den vierten WM-Titel

Bereits zum 16. Mal wird Italien bei der FIFA Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland an einer WM-Endrunde teilnehmen. Nur einmal, 1958 in Schweden, fehlte die Squadra Azzurra beim Konzert der weltbesten Nationalmannschaften. Italien gehört unbestritten zu den erfolgreichsten Fußball-Nationen. Mehr Titel hat nur Rekord-Weltmeister Brasilien vorzuweisen, der einzigen Mannschaft, die auch öfter (18) an den WM-Turnieren (18) als Italien teilnahm. Drei Mal, 1934 und 1938 sowie 1982, triumphierten die Azzurri in den WM-Endspielen. 1968 wurde das Team zudem Europameister.

Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ...

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In Europa ist nur die deutsche Nationalmannschaft erfolgreicher, die neben drei WM-Titeln auch dreimal bei der Europameisterschaft siegte. Bei der FIFA WM 2006 streben die Italiener allerdings an, den deutschen Gastgeber zu überflügeln. Das anspruchsvolle Ziel für das Endrundenturnier vom 9. Juni bis 9. Juli lautet, den vierten WM-Titel zu holen. Mit dem Abschneiden bei der WM 2002, als die Mannschaft im Achtelfinale an Gastgeber Südkorea scheiterte, und dem Resultat bei der Europameisterschaft 2004, als bereits nach der Vorrunde das Aus kam, waren die Italiener überhaupt nicht zufrieden. Paolo Maldini und Co. lagen bei der WM zwar lange nach einem Treffer von Vieri (18.) in Führung, mussten aber kurz vor dem Ablauf der 90-Minuten-Frist den Ausgleichstreffer durch Seol Ki-Hyeon (88.) hinnehmen und verloren in der Verlängerung durch ein „Golden Goal“ von Ahn Jung-Hwan (116.).

Es war eine der bittersten WM-Niederlagen der Azzurri, für die die Tifosi einen Mann namens Byron Moreno verantwortlich machten. Dem Skandal-Schiedsrichter aus Ecuador, den der Internationale Fußball-Verband (FIFA) danach aus dem Verkehr gezogen hat, gaben die Italiener die Schuld für das Ausscheiden bei der WM 2002. Moreno hatte ein reguläres Tor nicht anerkannt und in vielen strittigen Situationen für die Asiaten entschieden. In Portugal bei der EURO 2004 enttäuschten die Italiener erneut, die vier Jahre zuvor noch im EM-Finale von Rotterdam standen (1:2 gegen Frankreich nach Golden Goal). Obwohl sie kein Spiel verloren, mussten sie nach den Unentschieden gegen Dänemark (0:0) und Schweden (1:1) und dem 2:1-Erfolg über Bulgarien nach der Vorrunde nach Hause reisen.

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Paolo Maldini ist der Rekordmann in Italien. Der Verteidiger gewann mit dem AC Mailand den Champions-League-Pokal und möchte mit den „Azzurri“ bei der WM 2006 den Titel gewinnen. Foto: GES/Augenklick

Giovanni Trapattoni zog sich zurück, führte Benfica Lissabon zu Meisterehren und überließ Marcello Lippi den Posten des Nationalcoachs. Der frühere Trainer von Juventus Turin begann unverzüglich, einen Generationswechsel im Team zu vollziehen. Stars wie Alessandro Del Piero und Christian Vieri fanden sich plötzlich auf der Ersatzbank wieder. In der Qualifikation zur WM 2006 und in einigen Testspielen setzte Lippi insgesamt 26 Spieler ein, darunter neun Neulinge. Spieler wie Cristian Zaccardo, Andrea Barzagli, Giorgio Chiellini, Daniele De Rossi, Manuele Blasi, Mauro Esposito, Luca Toni, Alberto Gilardino und Vincenzo Iaquinta nutzten die Chance, sich in einer der weltbesten Mannschaften zu etablieren. Acht der insgesamt 17 Tore, die Italien in der WM-Qualifikation erzielte, erzielten die Debütanten. Erfahrene Routiniers wie Alessandro Nesta, Francesco Totti, Gianluca Zambrotta, Fabio Cannavaro, Gianluigi Buffon, Del Piero und Vieri komplettieren das Team.

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Marcelo Lippi löste nach der EURO 2004 Giovanni Trapattoni als Trainer Italiens ab. Lippi, hier im Klubanzug von Juventus Turin, ist einer der erfolgreichsten Trainer der Welt. Foto: GES/Augenklick


Bis auf eine Niederlage in Slowenien (0:1 am 9. Oktober 2004)  meisterten die Italiener die WM-Qualifikation in der Europa-Gruppe 5 ohne große Probleme. Nach sieben Siegen, zwei Unentschieden und einer Niederlage wurde die Mannschaft von Lippi Gruppen-Erster vor Norwegen, Slowenien, Schottland, Weißrussland und Moldawien.

Die Grundlage für die Stärke der italienischen Nationalmannschaft schaffen die Vereine des Landes. Die Großvereine des Nordens wie Juventus Turin, AC Mailand und Inter Mailand sowie die römischen Klubs Lazio und AS bestimmen meist die nationale Meisterschaft, wobei es auch den Vereinen aus Florenz, Parma, Verona oder Udine gelingt, Akzente zu setzen. Juventus hält den Rekord für nationale Meisterschaften mit 28 Titeln und neun nationalen Pokalsiegen. Die italienischen Vereine gewannen mehr als 40 Europapokal-Wettbewerbe. Hier liegt der AC Mailand mit 15 Titeln vor Juventus (10) und Inter (7).

Fußball-Lehrer aus Italien genießen weltweit einen hervorragenden Ruf. Unter ihnen sind die besten Taktik-Strategen, die der Fußball hervorgebracht hat. Enzo Bearzot, Azeglio Vicini, Arrigo Sacchi, Cesare Maldini, Giovanni Trapattoni, Carlo Ancelotti, Fabio Capello und Marcello Lippi sind nur einige der Trainer, die große Erfolge errangen. Lippi als aktueller Nationalcoach ist einer der erfolgreichsten Trainer Europas. Mit Juventus wurde er fünf Mal italienischer Meister (1995, 1997, 1998, 2002, 2003) und gewann 1996 die Champions League. Zudem stand er in den vergangenen Jahren drei Mal im Champions-League-Finale und wurde 1996 und 1998 zum Welt-Klubtrainer des Jahres gewählt. An seinen Namen knüpfen die Italiener ihre Hoffnungen, dass nach 24 Jahren bei der FIFA WM 2006 in Deutschland endlich wieder der WM-Titel gewonnen wird.