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FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Portugal

Portugal: Die Erben der „goldenen Generation“

40 Jahre sind vergangen, seit Portugal den einzig nennenswerten Erfolg bei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ feierte. 1966 in England eroberte das Team um Superstar Eusébio da Silva Ferreira mit erfrischendem Offensivfußball die Herzen der Fußballfans im Sturm. Platz drei sprang am Ende heraus, nur bezwungen vom späteren FIFA Fussball-Weltmeister™ England im Halbfinale (1:2). Trotz der chronischen Erfolglosigkeit nimmt der amtierende Vize-Europameister voller Selbstvertrauen in Deutschland seinen vierten FIFA WM-Anlauf. Und das nicht nur, weil der Trainer Luiz Felipe Scolari heißt. Der Brasilianer führte sein Heimatland vor vier Jahren in Japan und Korea zum fünften Weltmeister-Titel.

Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ...

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Seit Jahresbeginn 2003 sitzt der 57-Jährige auf der portugiesischen Trainerbank und versucht der europäischen „Selecção“ seine Fußball-Philosophie einzuimpfen. Die ist allerdings ganz anders als seinerzeit die Spielweise von Eusébio und Co., denn gute Defensivorganisation steht im Vordergrund. Seine Spieler scheinen es jedoch begriffen zu haben. Das ermöglichte dem Gastgeber der EURO 2004 einen regelrechten „Spaziergang“ durch die Gruppe 3. Lediglich drei Unentschieden in der Slowakei, Russland und beim Fußball-Zwerg Liechtenstein trübten die ansonsten makellose Bilanz aus zwölf Qualifikations-Partien. Und dass sie sich gleichwohl in der Angriffstradition der 66er Elf sehen, bewiesen die Rot-Grünen mit 35 Toren – mehr erzielte in Europa keiner. Darunter war auch das sensationelle 7:1 über Russland in Lissabon.

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Pedro Miguel Carreiro Resendes, Künstername „Pauleta“, wurde mit elf Treffern europäischer Qualifikations-Torschützenkönig und ist seit seinen beiden Toren beim 3:0 über Lettland mit 42 Toren auch Rekordtorschütze seines Landes. Der 32-Jährige von Paris St. Germain überholte damit sein großes Vorbild Eusébio (41). Dennoch möchte sich der „Adler von den Azoren“ mit dem FIFA WM-Torschützenkönig von 1966 (neun Treffer) ungern vergleichen: „Diesen Rekord zu schlagen war ein sehr wichtiges Ziel für mich. Aber trotzdem: Eusébio wird immer Eusébio bleiben. Ich kann mich in keiner Weise mit ihm vergleichen. Er wird immer der beste portugiesische Spieler aller Zeiten sein.“ Kongenialer Angriffspartner von Pauleta ist Cristiano Ronaldo, der in der Qualifkation sieben Mal traf. Dem 20 Jahre alten pfeilschnellen Flügelstürmer von Manchester United trauen nicht wenige Experten eine steile Karriere zu. In der Hinterhand hat Scolari mit Simão (26) und Nuno Gomes (29), beide Benfica Lissabon, und Hélder Postiga (23, FC Porto) weitere Hochkaräter.

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Cristiano Ronaldo gilt als Nachfolger von Figo in Portugal. Der Stürmer von Manchester United möchte die WM 2006 als große Bühne für seine Künste nutzen. (Foto: GES/Augenklick)

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Figo hörte 2004 in Portugals Nationalteam auf, wechselte von Real Madrid zu Inter Mailand. Nun ist er wieder an Bord und möchte bei der WM 2006 seine Karriere krönen. (Foto: GES/Augenklick)

Portugals Nationalteam befindet sich im Umbruch. Nach den enttäuschenden Leistungen der Spieler aus der sogenannten „goldenen Generation“, die 1989 und 1991 U-20-Weltmeister wurden, aber im Seniorenbereich alles schuldig blieben, haben jetzt athletischere Spielertypen das Zepter übernommen, die ihre technische Brillanz auch in Dominanz auf dem grünen Rasen umsetzen können. Von den „Alten“ ist nur einer übrig geblieben: Luís Figo, der mittlerweile 33 Jahre alte Kapitän, der nach der Finalniederlage gegen Griechenland bei der EURO 2004 seinen Rücktritt aus der „Selecção“ verkündet hatte, aber am 4. Juni 2005 gegen die Slowakei sein Comeback feierte. Der Rekord-Nationalspieler (117 Länderspiele im November 2005) von Inter Mailand wird im Mittelfeld von Könnern wie Deco (28, FC Barcelona), Petit (29, Benfica Lissabon), Tiago (24, Olympique Lyon) sowie Maniche (27) und Costinha (30), beide Dynamo Moskau, unterstützt. Dazu gesellen sich mit den beiden 19-Jährigen Manuel Fernandes (Benfica Lissabon) und João Moutinho (Sporting Lissabon) zwei der gegenwärtig vielversprechendsten europäischen Mittelfeld-Talente.


Prunkstück ist allerdings, wie bei einem Disziplinfanatiker vom Schlage eines Scolari nicht anders zu erwarten, die Abwehr. Es ist sicher kein Zufall, dass sich der FC Chelsea London, Sammelbecken aller Stars, mit Rechtsverteidiger Paulo Ferreira (26) und Ricardo Carvalho (27) gleich zwei Perlen aus Scolaris Defensivabteilung an Land zog. Carvalhos Stammpartner in der Innenverteidigung ist Jorge Andrade (27) von Deportivo La Coruña. Als erste Alternative gilt hier Fernando Meira vom VfB Stuttgart, der einzige Bundesliga-Legionär im erweiterten Kader. Torhüter Nummer eins ist Ricardo (29) von Sporting Lissabon, einem Partner der Continental AG.

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Es bleibt rätselhaft, weshalb sich eine Nation, die eine Vielzahl großer Fußball-Persönlichkeiten von Eusébio, dem „schwarzen Panther aus Mosambik“, bis hin zu António Simoes, José Augusto, Paulo Futre, Joao Pinto, Fernando Couto, Paulo Sousa oder Rui Costa herausgebracht hat und im Juniorenbereich serienweise Titel einheimste (zweimal Junioren-Weltmeister, zweimal U18-, einmal U17- und viermal U16-Europameister) nur dreimal für FIFA WM-Endrunden qualifizieren konnte. 1986 und 2002 war enttäuschenderweise bereits nach der Vorrunde Endstation.

Bei der FIFA WM in Deutschland soll alles besser werden. „Unser Minimalziel ist das Erreichen des Viertelfinales. Wir wollen unbedingt beweisen, dass wir zu den weltweit acht besten Mannschaften gehören“, sagt Pauleta. Sein Coach gibt da schon etwas mehr Gas. „Unser Ziel ist das FIFA WM-Finale“, erklärt Scolari vollmundig. In der FIFA-Weltrangliste hält sich Portugal, nach dem Absturz auf Platz 43 vor sieben Jahren, seit einem Jahr kontinuierlich unter den Top 10 und rangiert derzeit gleichauf mit England auf Rang neun (Stand: Oktober 2005).

Während der FIFA WM wird die portugiesische Nationalmannschaft ihr Quartier in Bonn aufschlagen. Vom Steigenberger Hotel Venusberg, wo sich bereits der deutsche Rekordmeister FC Bayern München im Sommer 2004 und 2005 auf die Bundesliga-Saison vorbereitete, ist es nicht weit zum Trainingsgelände des sportwissenschaftlichen Instituts der Universität Bonn.

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Filipe Scolari führte 2002 Brasilien zum Titel. Bei der WM 2006 möchte er mit Portugal jubeln wie hier bei der EM 2004. Um seinen Hals hängt die EM-Akkreditierung. (Foto: GES/Augenklick)