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FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Mexiko

Mexiko: „El Tri“ ist zum 13. Mal bei einer WM-Endrunde dabei

Selbst viele Fußball-Experten rieben sich überrascht die Augen, als sich die Nationalmannschaft von Mexiko beim FIFA Confederations Cup 2005 in den Blickpunkt schob. Die Leistungen des vielfachen Mittelamerika-Meisters bewegten sich auf höchstem Niveau. Den sechsten Platz in der Weltrangliste, den das Team im Juni 2005 belegte, bestätigten die Mexikaner mit vorzüglichen Auftritten. Mit einem 2:1 gegen Asienmeister Japan, einem 1:0 gegen Weltmeister Brasilien und einem 0:0 gegen Europameister Griechenland gewann das „El Tri“ genannte Team seine Gruppe vor Brasilien. Im Halbfinale bezog das Team eine 6:7-Niederlage nach Elfmeterschießen gegen Argentinien. Im Spiel um Platz drei gegen Vize-Weltmeister Deutschland erzwangen die Mittelamerikaner erneut eine Verlängerung. Trotz des 3:4 gegen die deutschen Gastgeber durften die Mexikaner mit Stolz nach Hause fahren. Denn beim FIFA Confederations Cup war zu besichtigen, dass Mexiko zum Kreis der Weltklasse-Mannschaften gehört.

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Im Sommer 1999 gewann Mexiko den FIFA Confederations Pokal beim Turnier in der Heimat. Im Finale bezwang das Team die Brasilianer und sorgte im Land für ein großes Freudenfest. Foto: Firo/Augenklick

Zwei Monate später folgte eine weitere Erfolgsgeschichte. Am 7. September qualifizierte sich Mexiko zum 13. Mal für eine Endrunde einer FIFA Weltmeisterschaft. Durch ein 5:0 über Panama am drittletzten Spieltag in der Gruppe des FIFA-Kontinentalverbandes CONCACAF sicherte sich die Elf des argentinischen Trainers Ricardo Lavolpe im Azteken-Stadion von Mexiko City die Teilnahme an der WM 2006. Es waren die Tore von Luis Pérez (31.), Rafael Márquez (54.), Jared Borgetti (59., Elfmeter), Francisco Fonseca (75.) und Pável Pardo (77.), die nach Deutschland führten, nachdem die Mexikaner am Wochenende zuvor im Spitzenspiel der Gruppe dem Erzrivalen USA (0:2) unterlegen waren. In den bis zum Jahresende 2004 ausgetragenen WM-Qualifikationsrunden stellte die mexikanische Tormaschine ihre Dominanz unter Beweis und erzielte in acht Spielen acht Siege und 45:1 Tore.

In Nord- und Mittelamerika sind die Mexikaner die „kleinen Könige“. Kein anderes Team aus dieser Region nahm so oft wie Mexiko an den FIFA Weltmeisterschaften teil. Als besonders stimmungsvolle Veranstaltungen gingen die Endrunden in Mexiko 1970 und 1986 in die WM-Geschichte ein. Die Viertelfinal-Teilnahmen im eigenen Land waren die größten Erfolge. 1970 wurden die Mexikaner von Italien gestoppt, 1986 scheiterte der Gastgeber an Deutschland.


In den wichtigsten CONCACAF-Wettbewerben übernimmt Mexiko meist eine führende Rolle. In den seit 1973 gemeinsam für Nord- und Mittelamerika durchgeführten Meisterschaften siegte die Nationalelf 1977, 1993, 1996, 1998 und 2003. Seit 14 Jahren wird der CONCACAF-Titel beim Turnier um den Gold-Cup vergeben, zu dem inzwischen auch Teams aus aller Welt (Südkorea, Brasilien) eingeladen werden.

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Jorge Campos (rechts) ist in Mexiko so populär wie Pele oder Michael Schumacher, die er bei der Vorrundenauslosung zur WM 2006 in der Frankfurter Festhalle traf. Foto: GES/Augenklick


Nationaltrainer Lavolpe ist trotz der Erfolge nicht zu beneiden. In Mexiko steht ein Chefcoach unabhängig von Resultaten oft in der Kritik. An der Seite Lavolpes steht Assistent Jorge Campos, der ehemalige Starspieler der Mexikaner, der nicht nur wegen seiner Qualitäten als Torwart, sondern auch als Freistoßschütze Berühmtheit erlangte. Seit Februar 2003 ist der schnauzbärtige Lavolpe für die Geschicke des rot-grünen Teams, das bei der FIFA WM 2002  im Achtelfinale am Erzrivalen USA (0:2) scheiterte, verantwortlich. Sein Problem ist, dass der mexikanische Vereinsfußball überschwemmt ist von ausländischen Spielern. Andererseits ist die Liga sehr spielstark und mit Abstand die beste in der Region.

Die größte Schwierigkeit für Lavolpe besteht darin, dass ihm ehemalige Stars des Landes gerne ins Geschäft reden. Allen voran Hugo Marquez Sanchez, der ehemalige Topstürmer von Real Madrid und fünfmalige Torschützenkönig in Spanien. Er ist Vereinstrainer von „UNAM Pumas“, attackiert den Nationalcoach permanent und macht keinen Hehl daraus, dass er den Argentinier am liebsten ablösen möchte. Verbandspräsident Alberto De La Torre betonte jedoch wiederholt: „Wir stehen zu dem Vierjahresvertrag von Lavolpe.“ Dennoch sorgte der Nationalcoach, der als Torwart 1978 im Kader des Weltmeisters Argentinien stand, Anfang September 2005 für einigen Wirbel. Beeindruckt von den ständigen Attacken beschimpfte Lavolpe die mexikanischen Medien, nannte Hugo Sanchez ein „Idol auf dem Papier“ und bezeichnete den Gegner USA als „ein Team, in dem meine Großmutter spielen könnte“. Kurz darauf entschuldigte sich der Coach für seine verbale Entgleisung.

Der Südamerikaner, ein Kettenraucher wie einst sein Landsmann und Trainer-Kollege Luis Cesar Menotti, sorgt nicht selten für Aufsehen. Beim Confed-Cup bezichtigte er nach dem Halbfinal-Aus gegen Argentinien den italienischen Schiedsrichter Roberto Rosetti der Schiebung. Als taktischer Stratege hat Lavolpe seine Künste jedoch oftmals unter Beweis gestellt. Sein Team agiert wesentlich cleverer als früher. Die FIFA Weltmeisterschaft 2006 wollen die Mexikaner nutzen, um ein Jahr nach dem Confederations Cup erneut in Deutschland groß aufzuspielen.

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