Bereich wechseln

ContiSoccerWorld

das fussball-portal der continental ag

 Land wechseln
 Land wechseln
Language
Language
Search



FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Angola

Angola: Außenseiter ließ Traum zur Realität werden

Sie hatten es selbst lange nicht glauben können, dass sie als Mannschaft zu einer der Favoriten in Afrika geworden waren. Die Spieler aus Angola schätzten den Gruppengegner Nigeria viel höher ein. Aber Stück für Stück wurde aus dem Traum, an der FIFA Weltmeisterschaft 2006 teilzunehmen, Realität. Am 8. Oktober 2005, einem historischen Datum im afrikanischen Fußballs wegen der überraschenden Entscheidungen bei der Kontinent umfassenden Jagd auf die WM-Teilnahme, jubelten auch die angolanischen Spieler und mit ihnen das gesamte südafrikanische Land mit seinen 11 Millionen Einwohnern. Nach einem 1:0-Sieg in Ruanda belegte Angola den ersten Platz in der Gruppe 4, gewann das Fernduell mit Nigeria und löste die Fahrkarte zur FIFA WM 2006 nach Deutschland. Im sechsten Anlauf hatte es Angola zum ersten Mal geschafft, sich für eine WM-Endrunde zu qualifizieren.

Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ...

ContiSoccerWorld, Conti, Continental, Reifen, Fußball, WM, FIFA WM 2006, Confederations Cup 2005, Hildebrand, Casillas, Shearer, Ricardo, Koerbel, Deutschland, Sponsoring, German Engineering, Conti-Stars, WM-Tickets gewinnen, Tickets, FIFA-Partner

„Diese Qualifikation war einzigartig. Wir können es noch gar nicht richtig fassen, was wir erlebt haben“, sagte Nationaltrainer Luis De Oliveira Goncalves nach dem Sieg über Ruanda im Stadion Amahoro de Kigali. Im Sommer 1984 nahm das Land, das früher unter der Herrschaft Portugals stand, erstmals vor der FIFA WM 1986 in Mexiko an einer WM-Ausscheidungsrunde teil. Doch das Team scheiterte regelmäßig und war eigentlich stets ohne jede reelle Chance. In den vergangenen beiden Jahren aber schob sich der angolanische Fußball nachhaltig ins Rampenlicht, bis zum Tag des Triumphs. „Unsere Fans haben gefeiert, als wären wir Weltmeister geworden“, erklärte De Oliveira Goncalves, nachdem feststand, dass sein Team bei der WM in Deutschland vertreten sein wird. Das Duell gegen die Super Eagles aus Nigeria, den Olympiasieger von 2000 und mehrmaligen WM-Teilnehmer, zu gewinnen, war wahrscheinlich der größte sportliche Erfolg der Nation, die bis vor kurzem durch einen über 30 Jahre unerbittlich geführten Bürgerkrieg belastet war.

Nach der Auslosung der WM-Qualifikation reagierten die Angolaner recht bescheiden. Den ersten Platz in der Gruppe gegen Nigeria, Simbabwe, Ruanda, Gabun und Algerien als Ziel ins Visier zu nehmen, schien ihnen zu anspruchsvoll zu sein. In den beiden Erstrunden-Spielen gegen den Tschad hatte man sich nur mühevoll durchgesetzt. Mit 1:3 wurde im November 2003 die Auswärtspartie in N'Djamena verloren, der aus Brasilien stammende Nationalcoach Ismael Kurtz entlassen. Mit dem 2:0 zu Hause, erstmals unter der Regie von Trainer De Oliveira Goncalves, wurde die Gruppen-Phase doch noch erreicht. „Natürlich wollten wir unser Bestes geben in den Gruppenspielen. Aber wir hatten zunächst ins Auge gefasst, dass wir eine Teilnahme am Afrika-Nationscup 2006 schaffen würden“, sagte De Oliveira Goncalves.

Dass der Trainer mit seinem Team mehr schaffte, als man sich zunächst selbst zugetraut hatte, ist ein Beweis dafür, wie wichtig im Fußball Talentförderung ist und zu welchen Erfolgen eine gute Nachwuchsarbeit führen kann. „Der Erfolg Angolas scheint kein Zufall zu sein: Namen wie Mantorras, Gilberto, Lama und Mendonca, die bereits unter De Oliveira Goncalves bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2001 in Argentinien zum Einsatz kamen, gehörten auch zum Team, das in Kigali ein Kapitel Fußballgeschichte schrieb“, heißt es auf der Internetseite des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA) zur Weltmeisterschaft www.fifaworldcup.com. Vor vier Jahren errangen die Angolaner, die sich mit den Senioren bislang nur zweimal (1196 und 1998) für den Afrika-Cup qualifizieren konnten, mit den Junioren auch die Kontinental-Meisterschaft.

Zum Anwärter auf den Gruppensieg wurde Angola am 18. Juni 2005, als beim vermeintlichen Favoriten Nigeria ein 1:1 errungen wurde. Schon seit dem Beginn der WM-Qualifikation hatten die Angolaner in den Heimspielen gute Leistungen geboten. Schließlich gaben fünf Heimsiege in fünf Spielen im Stadion „La Cidadela“ in Luanda zusammen mit dem Unentschieden in Nigeria die Richtung vor, um im Sommer 2006 unter den besten 32 Teams der Welt vertreten zu sein. Nur in Simbabwe verlor das Team um den starken Torjäger Akwa. In der Endabrechnung setzte sich Angola vor den punktgleichen Nigerianern durch, die zwar die bessere Tordifferenz aufwiesen, aber in den direkten Vergleichen hatte die Mannschaft von Trainer De Oliveira Goncalves die Nase vorne.

Kapitän Akwa, der früher für Benfica Lissabon spielte und inzwischen in Katar aktiv ist, erzielte entscheidende Tore auf dem Weg zur WM 2006. Gegen Nigeria und auch zum Abschluss in Ruanda markierte er die Goldenen Treffer zu den 1:0-Erfolgen. In dem sehr geschlossenen, kompakt auftretenden Team fallen neben Akwa noch Mantorras, ein starker Stürmer von Benfica Lisabon, Flavio von Al Ahli Kairo, Figueirido, Joao Pereira, Love, Maurito und Zé Kalanga auf. Die in der Heimat spielenden Akteure sind meist Halbprofis. Nur wenige Angolaner haben den Sprung in europäische Ligen – mit Ausnahme Portugals – geschafft. Einer von ihnen, der junge Nando Rafael (Hertba BSC Berlin), entschied sich kürzlich, für Deutschland und dessen Juniorenteam zu spielen.

„Wir sind aber fußballerisch kein Entwicklungsland“, betont Trainer De Oliveira Goncalves, den man als „Vater der WM-Qualifikation“ bezeichnen kann. Realistisch sagt der erfahrene Trainer, der von seinen Spielern hoch gelobt wird, sein Team habe das Niveau der afrikanischen Spitzenmannschaften noch nicht erreicht. Aber der Mannschaft aus Nigeria, die viele Angolaner als bisher beste einstuften, wurde der WM-Traum verdorben. In Deutschland möchte Angola der Welt präsentieren, wie gut die Mannschaft ist - mit „fröhlichem Fußball“, wie der Nationaltrainer sagt. Und einige Spieler hoffen, dass sie sich mit guten Leistungen auch für Verträge bei europäischen Spitzenklubs empfehlen können.