FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Serbien und Montenegro
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Serbien und Montenegro: Die neuen Jugoslawen wollen alte Erfolge An Selbstbewusstsein fehlt es den Spielern der Nationalmannschaft von Serbien und Montenegro nicht. Die Erfolge, die in früheren Jahren im Fußball errungen wurden, können sich schließlich sehen lassen. Roter Stern Belgrad war einst eine der besten Vereinsmannschaften Europas. Und das Team der Jugoslawen gehörte ebenfalls zur Leistungsspitze auf dem alten Kontinent. Aber dass sich Serbien und Montenegro in der Europa-Qualifikation zur FIFA Weltmeisterschaft 2006 in der Gruppe 7 ungeschlagen durchsetzen würde, noch vor den hoch eingestuften Spaniern – das hatten auch die selbstbewussten serbischen Profis nicht erwartet. Aber am 12. Oktober 2005 war es soweit: Mit einem 1:0-Sieg über Bosnien-Herzegowina sicherten sich die Serben und Montenegrinern den ersten Platz und die direkte WM-Qualifikation, während Spanien in die Play-Off-Spiele der besten Gruppen-Zweiten musste. Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ... |
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![]() PSV Eindhoven, FC Chelsea, Atletico Madrid: Die Vereine des Mateja Kezman zeigen, dass der Serbe – hier im Chelsea-Trikot - zu den Topstürmer Europas gehört. (Foto: firo/Augenklick) |
Mateja Kezman, der über den PSV Eindhoven und dem FC Chelsea London zu Atletico Madrid gekommen ist, war der Held des Tages. Sein Treffer, der fünfte in der WM-Ausscheidungsrunde, reichte zum Erfolg über den Nachbarn aus Bosnien-Herzogowina in der entscheidenden Partie, die unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in Belgrad durchgeführt wurde. „Heute werden wir zünftig feiern. Morgen beginnt dann unsere Vorbereitung auf die WM. Unser Ziel ist, unsere Leistungen auch in Deutschland zu wiederholen und weit zu kommen“, sagte Kezman, während 50.000 Fans auf den Straßen der Hauptstadt die Nacht zum Tage machten. Die Mannschaft von Trainer Ilija Petkovic stellte in der Europa-Qualifikation für die WM 2006 einen Rekord auf. In zehn Spielen musste das Team nur einen Gegentreffer hinnehmen, und zwar beim 1:1 in Spanien. Abwehrchef und Kapitän ist Mladen Krstajic, der für den Deutschen Meister Werder Bremen spielte, ehe er 2004 zum FC Schalke 04 wechselte. Im Tor steht Dragoslav Jevric (Ankaraspor), der zusammen mit Krstajic die Verteidigung mit Goran Gavrancic (Dynamo Kiew), Ivica Dragutinovic (FC Sevilla) und Nemanja Vidic (Spartak Moskau) dirigiert. Der Abwehrblock ist das Herz der Mannschaft, verbunden durch eine große Kameradschaft. Die Stars sind jedoch Kezman, Dejan Stankovic (Inter Mailand) und Routinier Savo Milosevic (Osasuna). |
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Plötzlich sind die Serben obenauf. Dies ist angesichts der Tatsache, dass sie eines der wenigen europäischen Teams ohne Niederlage in der WM-Qualifikation sind, zu verstehen. Doch es gab auch schwere Zeiten. In der Qualifikation zur Europameisterschaft 2004 unterlag das Team gegen Aserbaidschan. Diese Niederlage, im Land als Blamage eingestuft, leitete im Juni 2003 aber zugleich die Wende ein. Dejan Savicevic, der frühere Topstar und Liebling der Fans, wurde als Nationaltrainer von Petkovic abgelöst. Unter ihm hat die Mannschaft noch kein Pflichtspiel verloren. Statistik-Freunde unter den Fußball-Fans werden nicht allzu viele Angaben zu Serbien-Montenegro finden. Das ist kein Wunder, denn diese Landesbezeichnung wird beim Internationalen Fußball-Verband (FIFA) und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) erst seit etwas mehr als zwei Jahren geführt. Am 5. Februar 2003 löste das jugoslawische Parlament die Bundesrepublik Jugoslawien auf und proklamierte gleichzeitig den Staat Serbien und Montenegro. Im Prinzip handelt es sich um den Kern des früheren Jugoslawien, von dem sich während des Balkan-Kriegs vor eineinhalb Jahrzehnten Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina abtrennten und die Provinz Kosovo unter Verwaltung der Vereinten Nationen gestellt wurde. |
![]() Mladen Krstajic ist Kapitän des WM-Teilnehmers Serbien und Montenegro. Im Testspiel gegen Deutschland (0:1) im März 2003 lieferte er sich ein Kopfballduell mit Fredi Bobic. (Foto: GES/Augenklick) |
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Die Trikotfarben des alten Jugoslawiens haben die Serben beibehalten, die Nationalelf wird von den Fans „Plavi“ (die Blauen) genannt. Montenegriner sind im Team in der Unterzahl, um nicht zu sagen eine Seltenheit. Als feststand, dass die Mannschaft an der WM-Endrunde teilnehmen wird, deutete Trainer Petkovic eine gewisse Problematik an. Er sprach davon, dass heute noch „Menschen Probleme haben, den Namen unseres Landes auszusprechen“. Es gibt nicht wenige Menschen in Serbien und Montenegro, die den alten Namen Jugoslawien gerne behalten hätten. In gewissem Sinne ist der Auftritt der Nationalmannschaft bei der FIFA WM 2006 also ein „Werbeauftritt“ für das neue Land Serbien und Montenegro, nicht nur weltweit, um den neuen Namen in die Köpfe zu bringen, sondern auch in der Heimat. |
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![]() Mladen Krstajic entwickelte in Bremen zu einem Topverteidiger. Nun spielt er für Schalke 04, hier im Zweikampf mit dem Nürnberger Thomas Schroth. (Foto: GES/Augenklick) |
Jugoslawien nahm sieben Mal einer WM-Endrunde teil: das erste Mal beim WM-Debüt 1930 in Uruguay mit dem Halbfinal-Einzug, das letzte Mal 1998 in Frankreich. Zu vielen guten WM-Spielen trugen die Jugoslawen (übersetzt: Südslawen) bei. 1958 in Schweden erreichte man das Viertelfinale, 1962 in Chile sogar das Halbfinale. 1990 in Italien war wieder Endstation im Viertelfinale. Beim letzten WM-Auftritt 1998 steht ein K.o. im Achtelfinale nach einem 1:2 gegen die Niederlande in den Büchern. Die allerletzte Turnier-Teilnahme ist für die Jugoslawen mit einer großen Peinlichkeit verbunden: Bei der Europameisterschaft 2000 verabschiedete sich das Team, schon lange nur noch aus den alten Jugo-Teilrepubliken Serbien-Montenegro bestehend, mit einer 1:6-Blamage gegen Gastgeber Niederlande aus dem Wettbewerb. Auch die Qualifikation zur Europameisterschaft 2004 verlief schlecht, die Mannschaft erhielt elf Gegentore und leistete sich eine 1:2-Niederlage in Aserbaidschan. Aber dann kam Petkovic und brachte wieder alles ins Lot. |
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„Die Leute hier lieben den Fußball und leben für ihn. Aber der serbische Fußball neigt dazu, in Schönheit zu sterben“, sagte Lothar Matthäus, der deutsche Rekordnationalspieler, der 2003 als Trainer bei Partizan Belgrad arbeitete, ehe er in Ungarn das Amt des Nationalcoachs übernahm. Petkovic, der früher selbst Stürmer war, mit einer WM-Teilnahme 1974, kennt wohl die von Matthäus angesprochene Neigung der Serben. Er hat mit guter Defensivarbeit und vor allem einem vorbildlichem Teamgeist den Hang zu unproduktivem Spiel eingedämmt. „Unser Erfolgsgeheimnis ist die Harmonie“, sagt der Trainer, der im September 2005 seinen 60. Geburtstag feierte. Sein Kapitän Krstajic kann es noch gar nicht fassen, im Sommer 2006 in seiner Wahlheimat Deutschland für seine Nation zu spielen: „Was wir erreicht haben, müssen wir erst noch verarbeiten. Aber wir haben noch größeres Potenzial. Wir wollen noch öfter jubeln, auch bei der WM.“ |


