FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Deutschland
|
Deutschland: Klinsmanns Ziel ist der vierte WM-Titel |
|
|
Frankfurt/Main. 13 Mal hat die deutsche Nationalmannschaft seit 1954 ein Endspiel einer Welt- oder Europameisterschaft erreicht. Drei WM- und drei EM-Titel gewann die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die damit zur erfolgreichsten Mannschaft Europas wurde. |
|
|
Die Erwartungen an das Team bei der FIFA Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land sind hoch. Bei Umfragen in der deutschen Bevölkerung, wer am 9. Juli den Weltpokal des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA) entgegennehmen wird, nennt die Mehrzahl der Befragten, dass Deutschland die FIFA WM 2006 gewinnen wird. Zu diesem Optimismus hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der im August 2004 die Mannschaftsführung übernahm, viel beigetragen. Er wolle den Wunsch der deutschen Fußball-Fans erfüllen, die deutsche Elf zum vierten WM-Triumph nach 1954, 1974 und 1990 zu führen, erklärte Klinsmann bei seinem Amtsantritt. Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ... Beim FIFA Confederations Cup 2005 wurden diese Hoffnungen genährt. Ein Jahr nach einem enttäuschenden Abschneiden bei der UEFA Europameisterschaft in Portugal mit dem K.o. nach der Vorrunde präsentierte sich eine von Klinsmann rund erneuerte Mannschaft in erfreulicher Verfassung. Siege gegen Australien (4:3), gegen Tunesien (3:0) und ein Remis gegen Argentinien (2:2) führten ins Halbfinale, in dem das DFB-Team gegen Rekordweltmeister Brasilien nach einer spektakulären Partie mit 2:3 unterlag. Im Spiel um Platz drei wurde schließlich Mexiko, das den Brasilianer eine 0:1-Niederlage zugefügt hatte, nach Verlängerung mit 4:3 bezwungen. |
|
![]() Michael Ballack, den Bundestrainer Jürgen Klinsmann zum Kapitän machte, ist der beste Feldspieler der deutschen Nationalmannschaft. Foto: Kunz/Augenklick |
Die Ergebnisse machen deutlich, dass die deutsche Mannschaft unter der Regie des ehemaligen Weltklassestürmers Klinsmann einen Wandel erlebt hat. In früheren Zeiten war das deutsche Nationalteam einmal für seine konsequente Abwehrarbeit bekannt. Unter Welt- und Europameister Klinsmann aber legt das deutsche Team, oft als „junge Wilden“ bezeichnet, den Schwerpunkt auf die Offensive. In seiner ersten Saison erreichte Klinsmann eine starke Bilanz: Zehn Siege, vier Unentschieden und zwei Niederlagen (gegen Südkorea und Brasilien) mit 42:22 Toren standen nach zwölf Monaten in der Statistik. |
|
Die Defensive gilt hingegen als Schwachpunkt, den Klinsmann bis zum WM-Start am 9. Juni noch abstellen will. 35 Spieler hat der Stuttgarter, der vor einigen Jahren die hochwertigste Trainerlizenz des DFB erworben hat, bis zum Herbst 2005 eingesetzt, darunter elf Debütanten. Bei der dritten Niederlage seiner Amtszeit am 3. September 2005 in Bratislava gegen die Slowakei (0:2) schoss seine Elf erstmals kein Tor. Vier Tage später in Bremen gegen Südafrika aber präsentierte das Team wieder den Schwung wie beim FIFA Confederations Cup und gewann mit 4:2. Die „Balance“ zu finden zwischen Angriff und Abwehr wäre die wichtigste Aufgabe bis zum WM-Eröffnungsspiel in München, für das Deutschland bereits gesetzt ist. Klinsmann hat viele Neuerungen im Training eingeführt, den Betreuerstab des Teams weitgehend umgekrempelt, einen Psychologen und ein Team von Fitness-Experten aus seiner Wahlheimat USA eingestellt. Ungewöhnlich ist auch seine Entscheidung, die beiden Torhüter Oliver Kahn und Jens Lehmann nicht nur abwechselnd einzusetzen, sondern auch nur jeweils einen von ihnen für die Länderspiele zu nominieren. Ungewöhnlich groß ist das Vertrauen des 108-maligen Nationalspielers in junge Kräfte. Im September 2005 gab er mit Lukas Sinkiewicz und Marcell Jansen zwei 19-Jährigen in der Abwehr eine Chance zur Bewährung. Klinsmann schickte die jüngste deutsche Elf aller Zeiten auf das Spielfeld. |
|
|
Überraschend benannte der Bundestrainer bereits einen vorläufigen Kader für die FIFA WM 2006 mit 28 Spielern. Folgende Akteure gehören diesem Kreis an: Tor: Oliver Kahn (Bayern München), Jens Lehmann (FC Arsenal), Timo Hildebrand (VfB Stuttgart) Abwehr: Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Robert Huth (FC Chelsea), Marcell Jansen (Borussia Mönchengladbach), Per Mertesacker (Hannover 96), Patrick Owomoyela (Werder Bremen), Lukas Sinkiewicz (1. FC Köln), Christoph Metzelder, Christian Wörns (beide Borussia Dortmund), Andreas Hinkel (VfB Stuttgart), Philipp Lahm (Bayern München) Mittelfeld: Michael Ballack, Sebastian Deisler, Bastian Schweinsteiger (alle Bayern München), Tim Borowski, Torsten Frings (beide Werder Bremen), Fabian Ernst (Schalke 04), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Bernd Schneider (Bayer Leverkusen), Sebastian Kehl (Borussia Dortmund) Angriff: Kevin Kuranyi (Schalke 04), Miroslav Klose (Werder Bremen), Lukas Podolski (1. FC Köln), Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach), Gerald Asamoah (Schalke 04), Mike Hanke (VfL Wolfsburg) |
![]() Oliver Kahn ist nach wie vor der große Rückhalt von Vize-Weltmeister Deutschland. Beim FIFA Confederations Cup 2005 will der Torwart das Team vor Niederlagen bewahren. Foto: FIRO/Augenklick |

