Argentiniens Trainer im Portrait: Jose Pekerman
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Fußball-Philosoph Luis Cesar Menotti schenkte Argentinien 1978 den ersten FIFA WM-Sieg. Der Mediziner Dr. Carlos Bilardo war der Vater des FIFA WM-Erfolges 1986. Fußball-Lehrer Marcelo Bielsa brachte 2004 aus Athen erstes olympisches Gold nach Buenos Aires. Die Namen dieser drei Trainer verbinden die Fans in Argentinien mit stolzen Fußball-Erfolgen auf der Weltbühne. |
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Aber wer ist Jose Nestor Pekerman? Als Julio Grondona, der Präsident des Argentinischen Fußball-Verbandes (AFA), nach dem sensationellen Rücktritt von Marcelo Bielsa im September 2004 verkündete: „Pekerman ist unser neuer Trainer", stellten selbst Fachleute die Frage: „Jose Nestor wer?“ Weltmeister Diego Maradona wunderte sich: „Der hat doch in seinem Leben nie eine Klub- oder Männer-Mannschaft trainiert. Wie kann er unsere Albiceleste zur FIFA WM 2006™ bringen?“ Der Kurzkommentar von Menotti sprach Bände: „Was ist Pekerman?" |
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![]() Der argentinische Trainer Jose Pekerman übernahm die Nationalelf im September 2004 von Marcelo Bielsa. Den Confed Cup betrachtet der 55-Jährige als idealen WM-Test. Foto: Firo/Augenklick |
Pekerman wurde als „reiner Nachwuchstrainer“ schwer in Frage gestellt. Offenbar niemand traute Bilardo ihm zu, auch mit erwachsenen Fußballspielern erfolgreich zu sein. „Pekerman hat als Nachfolger von Bielsa große Probleme. Er wird nur wenige Monate haben, um sich zu erproben, um seinen Stil zu finden. Pekerman wird Schwierigkeiten bekommen, die Stars zu einer Mannschaft zusammenzuschweißen“, sagte der ehemalige Nationalcoach. Aber seine Beanstandungsliste war damit noch nicht zu Ende. „Das zweite Problem ist die Leidenschaft. Dass er nie Trainer einer Profi-Mannschaft war, ist weniger gravierend. Dass er enormen Sachverstand hat, ist keine Frage. Aber dass er selbst nie Nationalspieler war, ist schlimm. Er weiß nicht, wie es ist, in Blau-Weiß aufzulaufen, wenn die ganze Welt zuschaut.“ |
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Dass er von den Fußball-Größen des Landes mehr oder weniger als Unglücksfall hingestellt wird, ist Pekerman bewusst. „Die Nationalmannschaft zu leiten, ist ein Traum und ein Privileg. Ich sollte den Job ja schon zu meiner Zeit als Generaldirektor der Nationalelf nach der FIFA WM 2002™ machen, aber da fühlte ich mich noch nicht reif.“ Sein Lebenslauf ist bewegt und interessant. Er wurde am 3. September 1949 in Villa Dominguez geboren, war Taxifahrer und Eisverkäufer, studierte in Spanien Sport-Management, wo er zuletzt im Jahre 2004 als Dozent kurzfristig als Dozent tätig war. Der Fußball-Zirkus ist Pekerman durchaus vertraut. Mit elf Jahren ging er mit seinem Vater erstmals auf einen Fußballplatz. Bei der Partie Boca gegen die Argentinos geriet er in schlimme Fan-Tumulte. Als Spieler trug er das Trikot der Argentinos Juniors von 1970 bis 1974, für Independiente Medelin/Kolumbien spielte er von 1975 bis 1978. Als Trainer wurde er Spezialist für die Talentförderung, für den Schliff von von Rohdiamanten. Nachwuchscoach war er erst bei den Argentinos, dann bei Colo Colo in Chile, ehe er schließlich sieben Jahre als Junioren-Nationaltrainer Argentiniens unter Vertrag stand. Pekerman kann sehr gut mit jungen Spielern umgehen. Der 56-Jährige führte die U-20-Auswahl der „Gauchos“ drei Mal (1995, 1997 und 2001) zum FIFA WM-Titel. Von 112 Spielern, die Vorgänger Bielsa durch das A-Team schleuste, hatte er 62 ausgebildet. Pekermans Eliteschüler schätzen ihren Coach. „Pekerman hat hervorragende Arbeit geleistet. Er ist ein fähiger Coach und dabei, eine starke Mannschaft zu formen. Pekerman nimmt weder auf Positionen noch Namen Rücksicht. Er will das Beste für das Land. Bislang hat er damit Erfolg“, sagt Javier Zanetti. |
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![]() Die argentinische Nationalelf vor dem Test-Länderspiel am 9. Februar 2005 in Düsseldorf gegen Deutschland (2:2). In der Südamerika-Qualifikation führen die Gauchos vor Brasilien. Foto: Firo/Augenklick |
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Experten meinen, es könnte Pekerman retten, dass er kaum Diven „unterrichtet“. „Die Jungen müssen sich als Team begreifen“, sagt er selbst. Ein großes Problem dürfte darin liegen, aus dem großen Fundus an absoluten Spitzenspielern eine optimal funktionierende Mannschaft zu formen. Gut 50 argentinischen Stars wird zugetraut, in der Nationalmannschaft zu spielen. Aber für ein Turnier wie den FIFA Confederationen Cup 2005 benötigt Pekerman nur 23 Akteure. Insofern finden ständig kontroverse Diskussionen statt. Das größte Pekerman-Problem indes, ist die hohe Erwartung der Fußball-Nation. Argentinien wünscht sich sehnlich wieder einen ganz großen Erfolg. Pekerman wird wie jeder andere Trainer an Titeln gemessen. Im Hintergrund lauern Menotti, Bilardo, Bielsa und Maradona mit mehr oder weniger gut gemeinten Ratschlägen. Hier finden Sie weitere Informationen zur Mannschaft aus Argentinien... Hier finden Sie weitere Informationen zum Star der argentinischen Nationalmannschaft... |

