FIFA WM Deutschland 2006™ - Qualifikation Europa
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14 von 32 WM-Teilnehmern kommen aus Europa Der Kontinental-Verband Europa (UEFA) stellt bei der FIFA WM-Endrunde 2006 fast die Hälfte aller Teilnehmer, nämlich 14 von 32. Dies ist auf die Größe des Verbandes zurückzuführen (52 Mitgliedsländer), aber vor allem auf den Einfluss innerhalb des Weltfußballs. Insgesamt acht FIFA WM-Titel sammelten die Teams aus der „alten Welt“: Italien (1934, 1938, 1982) und Deutschland (1954, 1974, 1990) gewannen je dreimal, England (1966) und Frankreich (1998) siegten je einmal. Modus: Einer der 14 UEFA-Startplätze bei der FIFA WM 2006™ ist bereits vergeben: Gastgeber Deutschland ist direkt qualifiziert. Die übrigen 13 werden werden in insgesamt 8 Gruppen ermittelt, in drei Gruppen zu je sieben Teams und in fünf Gruppen zu je sechs Mannschaften. Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich. Der letzte Gruppenspieltag findet am 12. Oktober 2005 statt. Ein direktes Ticket zur Endrunde lösen die acht Gruppensieger sowie die beiden punktbesten Gruppenzweiten. Bei der Ermittlung der besten Gruppenzweiten werden in den drei Siebener-Gruppen die Ergebnisse des Zweitplatzierten gegen den jeweiligen Gruppenletzten gestrichen. Die restlichen sechs Gruppenzweiten ermitteln in drei Playoff-Begegnungen (jeweils Hin- und Rückspiel am 12. und 16. November 2005) die drei übrigen europäischen Vertreter. Und so sieht’s derzeit in Europa aus: Der Stand der Europa-Qualifikation: Gruppe 1 (Niederlande, Tschechien, Rumänien, Finnland, Mazedonien, Andorra, Armenien): Keine andere Qualifikationsgruppe in Europa wird derart erdrückend von zwei Teams dominiert wie die Gruppe 1. Die Niederlande und Tschechien, beide Stammgast in den Top 5 der FIFA-Weltrangliste, haben ihre FIFA WM-Fahrkarten fast schon sicher. Denn außer dem Gruppensieger, der vermutlich im direkten Duell am 8. Oktober in Prag ermittelt wird, dürfte auch der Verlierer des Duells die Direktqualifikation als einer der beiden besten Gruppenzweiten in der Tasche haben. Zu souverän traten beide Favoriten bislang auf, holten 22 (Niederlande) und 21 (Tschechien) von 24 möglichen Punkten. Die Niederlande patzten einmal beim 2:2 in Mazedonien und distanzierten im Juni die Verfolger Rumänien (2:0) und Finnland (4:0); Tschechien verlor nur zum Auftakt in Holland, gewann anschließend siebenmal in Folge und feierte zuletzt mit 8:1 gegen Andorra und 6:1 gegen Mazedonien sogar Kantersiege. Rumänien hat als Dritter nur noch ganz geringe Aussichten. Bei 16 Punkten und nur noch drei ausstehenden Spielen sind die Ost-Europäer praktisch weg vom Fenster. Alle übrigen Teams (Finnland, Mazedonien, Armenien und Andorra) haben keine Chance mehr, in Deutschland dabei zu sein. Aktuelle Tabelle der Gruppe 1 ... ________________________________________________________________ Gruppe 2 (Ukraine, Dänemark, Türkei, Albanien, Griechenland, Georgien, Kasachstan): Ganz heiß her geht es in der Gruppe 2. Nicht etwa Europameister Griechenland, der FIFA WM 2002™-Dritte Türkei oder der dreimalige FIFA WM-Teilnehmer Dänemark dominieren das Feld – sondern die Ukraine! Die Elf von Trainer Oleg Blochin, die sich noch nie für die Endrunde eines großen Turniers qualifizieren konnte und im November 2001 in der FIFA WM-Qualifikations-Relegation für 2002 an Deutschland scheiterte, zieht unbeirrt ihre Kreise. Nach neun Spielen ist das Team um Superstar und Torjäger Andrej Shevchenko (AC Mailand) immer noch ungeschlagen und benötigt nur noch einen Sieg aus den restlichen Matches in Georgien, gegen die Türkei und gegen Albanien zum Gruppensieg und der direkten WM-Fahrkarte. Anfang Juni bestanden die Gelb-Blauen sogar den Härtetest in der „Höhle des Löwen“ mit Bravour: In Piräus wurde Europameister Griechenland 0:1 bezwungen. Das bedeutet, dass aus dem Favoriten-Trio Griechenland, Türkei und Dänemark zwei Teams den Sommer 2006 definitiv zu Hause verbringen müssen. Albanien, Georgien und Kasachstan spielen keine Rolle mehr. Die besten Karten besitzt die Türkei (9 Spiele, 16 Punkte), die den zweiten Platz aus eigener Kraft schaffen kann. Griechenland (9 Spiele, 15 Punkte) und Dänemark (8 Spiele, 12 Punkte) sind auf Schützenhilfe angewiesen. Aktuelle Tabelle der Gruppe 2 ... ________________________________________________________________ Gruppe 3 (Portugal, Slowakei, Russland, Lettland, Estland, Liechtenstein, Luxemburg): Vize-Europameister Portugal steuert zielbewusst auf die vierte FIFA WM-Endrundenteilnahme nach 1966, 1986 und 2002 zu. Nach acht Spielen (20 Punkte) ist die Elf von Trainer Luiz Felipe Scolari, der Brasilien vor drei Jahren zum FIFA WM-Triumph geführt hatte, immer noch ungeschlagen. Und hätte sich der EURO-Gastgeber 2004 nicht jenes peinliche 2:2 in Liechtenstein erlaubt, könnten Figo, Deco, Cristiano Ronaldo und Co. die FIFA WM-Tickets schon mal am Schalter hinterlegen lassen.So haben die Verfolger Slowakei (8 Spiele, 17 Punkte) und Russland (7 Spiele, 14 Punkte) zumindest noch eine reelle Chance auf den Gruppensieg, wenngleich auch nicht mehr aus eigener Kraft. Es sei denn, Russland würde den direkten Vergleich gegen Portugal nach dem 1:7 im Hinspiel noch gewinnen… Immerhin startete der neue russische Coach Juri Sjemin (58), der achte Nationaltrainer in 13 Jahren, im Juni mit einem Sieg über Lettland (2:0) in seine Amtszeit und verbuchte vier Tage später im Testspiel bei Vize-Weltmeister Deutschland mit dem 2:2 einen Prestigeerfolg. Zünglein an der Waage könnte EM-Teilnehmer Lettland spielen (8 Spiele, 13 Punkte), das noch gegen alle drei anderen FIFA WM-Kandidaten antreten muss. Aktuelle Tabelle der Gruppe 3 ... ________________________________________________________________ Gruppe 4 (Frankreich, Irland, Schweiz, Israel, Zypern, Färöer Inseln): Eine sehr eigentümliche Konstellation weist die Gruppe 4 auf. Nachdem fast zwei Drittel aller Spiele absolviert sind, dürfen sich mit Irland, der Schweiz, Israel und Frankreich sage und schreibe noch vier Mannschaften ungeschlagen nennen! Das liegt natürlich in erster Linie daran, dass bis einschließlich 8. Juni neun von 19 Gruppenspielen Unentschieden endeten. Ein Sieg, und sei es nur gegen die abgeschlagenen Nobodys Zypern und Färöer, bedeutet schon fast automatisch den Sprung auf Platz eins. Dies gelang zuletzt Anfang Juni der Schweiz und vier Tage später Irland mit Erfolgen auf den Färöer Inseln. Irland (7 Spiele, 13 Punkte), die Schweiz (6 Spiele, 12 Punkte), Israel (7 Spiele, 11 Punkte) und Ex-Welt- und Europameister Frankreich (6 Spiele, 10 Punkte) rangieren fast gleichauf. Die „Equipe tricolore“ hat zwei Heimspiele gegen die vermeintlichen „Zwerge“, muss aber noch nach Irland und in die Schweiz. Die Eidgenossen wiederum müssen am letzten Spieltag nach Irland. Auch Israel ist noch nicht aus dem Rennen, sofern die Elf das nächste Auswärtsspiel in der Schweiz unbeschadet übersteht. Anschließend stehen nur doch zwei Duelle gegen Färöer auf dem Programm. Prognosen fallen in dieser Gruppe sehr schwer. Feststehen dürfte nur eines: aufgrund der vielen Punkteteilungen hat der Gruppenzweite praktisch keine Chance auf die Direktqualifikation. Aktuelle Tabelle der Gruppe 4 ... ________________________________________________________________ Gruppe 5 (Italien, Norwegen, Slowenien, Weißrussland, Schottland, Moldawien): Vier Spieltage vor dem Ende hat sich Italien (6 Spiele, 13 Punkte) in der Gruppe 5 zunächst einmal einen komfortablen 4-Punkte-Vorsprung auf die Verfolger erspielt und gilt nach wie vor als heißester Anwärter auf den Gruppensieg, zumal der zweimalige FIFA Weltmeister das leichteste Restprogramm hat. Allerdings tritt die Elf von Trainer Marcello Lippi im bisherigen Verlauf der Ausscheidung alles andere als souverän auf. Vor allem Anfang Juni beim 0:0 in Norwegen zeigte sich, wie abhängig die „Squadra azzurra“ von ihren kreativen Köpfen Francesco Totti und Alessandro del Piero ist. Als in Oslo beide fehlten, zerrte Lippi ein längst überkommen geglaubtes taktisches Rezept wieder aus der Mottenkiste hervor: den "Catenaccio", den Abwehrriegel. Italien tat so gut wie nichts für den konstruktiven Spielaufbau und verschanzte sich in einer meist sicheren Deckung. Hinter Italien haben noch alle Teams außer Moldawien die Chance auf die FIFA WM-Fahrkarte. Norwegen und Slowenien (je 6 Spiele, 9 Punkte) rangieren vor Weißrussland (6 Spiele, 7 Punkte). Sogar Schottland (6 Spiele, 6 Punkte) ist nach dem ersten Sieg (2:0 über Moldawien) wieder im Geschäft. Unter dem neuen Coach Walter Smith (56), der Ende vergangenen Jahres Berti Vogts als Teamchef abgelöst hatte, hoffen die Fans der „Bravehearts“ nun auf die große Wende. Schon am 3. September könnte sich zeigen, wohin die Reise geht: dann kommt Italien nach Glasgow. Aktuelle Tabelle der Gruppe 5 ... ________________________________________________________________ Gruppe 6 (England, Polen, Österreich, Nordirland, Wales, Aserbaidschan): Auch in dieser Gruppe schält sich ein Duell um den Gruppensieg heraus: Polen (7 Spiele, 18 Punkte) und England (6 Spiele, 16 Punkte) werden voraussichtlich die Qualifikation unter sich ausmachen. Momentan sieht es sogar danach aus, als könnten beide zur FIFA WM 2006™ nach Deutschland reisen, denn neben Tschechien (Gruppe 1) weist der Gruppenzweite die beste Bilanz auf. Alle Trümpfe besitzt England, denn der Weltmeister von 1966 erwartet Polen am letzten Spieltag (12. Oktober) noch zu Hause. Österreich wird es trotz des überaschenden Punktgewinns in Wien gegen England schwer haben, denn die Elf von Trainer Hans Krankl muss noch dreimal auswärts antreten, darunter in England und Polen. Die sieglosen Teams aus Nordirland, Wales und Aserbaidschan sind bereits aus dem Rennen. Aktuelle Tabelle der Gruppe 6 ... ________________________________________________________________ Gruppe 7 (Belgien, Spanien, Serbien und Montenegro, Litauen, Bosnien-Herzegowina, San Marino): Mehr schlecht als recht wurschtelt sich Top-Favorit Spanien (7 Spiele, 13 Punkte) durch die Gruppe 7. Um ein Haar hätte sich das Star-Ensemble von Trainer Luis Aragones im Juni vor heimischem Publikum sogar die erste Niederlage eingefangen. Erst ein Tor von Abwehrspieler Carlos Marchena in der Nachspielzeit bewahrte Spanien in Valencia vor der Pleite gegen Bosnien-Herzegowina (Endstand 1:1). Die besten Aussichten auf den Gruppensieg hat Serbien und Montenegro (6 Spiele, 12 Punkte). Die Elf um den Schalker Abwehrchef Mladen Krstajic und Spielmacher Dejan Stankovic von Inter Mailand hat bislang noch kein Gegentor kassiert. Die Vorentscheidung könnte im direkten Duell am 7. September in Spanien fallen. Chancen auf Platz zwei haben auch noch Litauen (6 Spiele, 9 Punkte), Belgien (6 Spiele, 8 Punkte) und Bosnien-Herzegowina (6 Spiele, 7 Punkte). San Marino spielt keine Rolle. Aktuelle Tabelle der Gruppe 7 ... ________________________________________________________________ Gruppe 8 (Schweden, Bulgarien, Kroatien, Ungarn, Island, Malta): Kroatien hat zu alter Stärke zurückgefunden. Das bewies die Elf spätestens mit dem 3:1 in Sofia über Bulgarien, mit dem der FIFA WM-Dritte von 1998 im Juni ungeschlagen die Tabellenführung übernahm (6 Spiele, 16 Punkte). Aufgrund des relativ „leichten“ Restprogramms sowie der Tatsache, dass Verfolger Schweden (6 Spiele, 15 Punkte) am 8. Oktober noch in Zagreb antreten muss, gilt das Team von Coach Zlatko Kranjcar mittlerweile als heißester Anwärter auf die Direktfahrkarte nach Deutschland. Die offensivstarken Schweden um die Top-Angreifer Fredrik Ljungberg und Zlatan Ibrahimovic zeigten sich bisher extrem torhungrig (23 Treffer), „knabbern“ aber immer noch an der Heimniederlage in Göteborg gegen Kroatien (0:1). Ungarn (6 Spiele, 10 Punkte), das Team des deutschen Rekordnationalspielers Lothar Matthäus, sowie Bulgarien (6 Spiele, 8 Punkte) dürften es schwer haben, noch einmal in die Entscheidung einzugreifen. Erwartungsgemäß chancenlos sind Island und Malta. Aktuelle Tabelle der Gruppe 8 ... ________________________________________________________________ |