FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Argentinien
|
Argentinien: Doppel-Weltmeister als Mit-Favorit Am 8. Juni 2005 qualifizierte sich die Nationalmannschaft von Argentinien als erste Mannschaft aus Südamerika für die FIFA Weltmeisterschaft 2006. Mit einem 3:1-Erfolg über den Erzrivalen gelang es dem Doppel-Weltmeister, die Fahrkarte zur WM-Endrunde nach Deutschland zu lösen. Dort hat die „Albiceleste“ vor allem ein Ziel: Die Enttäuschung des frühen Ausscheidens beim FIFA-Weltpokal 2002 in Korea und Japan soll wieder gut gemacht werden. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn die Argentinier gelten aktuell als eine der besten Mannschaften der Welt. Seine Klasse stellte das Team beim FIFA Confederations Cup 2005 in Deutschland unter Beweis. Allerdings verloren die Argentinier in Frankfurt/Main das Finale gegen Brasilien, 21 Tage nach dem Erfolg im WM-Qualifikationsspiel, mit 1:4. Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ... |
|
|
José Nestor Pekerman ist in einer beneidenswerten Lage. Der Cheftrainer des argentinischen Fußball-Verbandes AFA könnte vier verschiedene Mannschaften aufs Feld schicken, die alle in der Weltspitze mitmischen würden. „30 bis 50 Spieler zählen zum erweiterten Kreis unserer Albiceleste“, sagt Pekerman. Über eine solche Dichte an absoluten Top-Spielern verfügt momentan noch nicht einmal Weltmeister Brasilien. |
|
![]() Die argentinische Nationalelf vor dem Test-Länderspiel am 9. Februar 2005 in Düsseldorf gegen Deutschland (2:2). In der Südamerika-Qualifikation führen die Gauchos vor Brasilien. Foto: Firo/Augenklick |
|
Vom Luxus der unglaublich großen Spielerauswahl macht Pekerman üppig Gebrauch. Anfang Juni 2005 schickte er in der WM-Qualifikation bei der 0:2-Niederlage in Ecuador eine völlig andere Mannschaft ins Rennen als vier Tage später beim grandiosen 3:1-Erfolg über Brasilien. Nur Coloccini, Zanetti, Kily Gonzalez und Tevez waren in beiden Partien im Einsatz. Ähnlich war es beim Confederations Cup. Torjäger Hernan Crespo, einer der besten Torjäger, oder den kleinen Mittelfeld-Künstler Andres D’Alessandro nominierte Pekerman nicht einmal. Und bei den Spielen des Confed-Cup ließ Pekerman sein Personal munter rotieren. In jeder Begegnung stand praktisch eine andere Formation auf dem Platz. Lediglich die defensiven Schlüsselspieler Sorin und Zanetti sowie Mittelfeld-Regisseur Riquelme waren gesetzt. Fast unbemerkt hat sich auf hohem Niveau ein Generationswechsel im argentinischen Fußball vollzogen. Keiner ist prädestinierter dafür, diesen Umbruch einzuleiten, als Pekerman, der erfolgreichste Jugendtrainer der Welt. Dreimal (1995, 1997 und 2001) führte er die argentinischen U-20-Junioren zum Weltmeistertitel. Viele von ihnen sind inzwischen Stammkräfte im aktuellen Kader des zweimaligen Weltmeisters. |
|
|
Carlos Tévez und Javier Mascherano (beide Corinthians Sao Paulo) sind nur zwei Namen, die für den gegenwärtigen Umbau des Teams stehen. Auch D'Alessandro (VfL Wolfsburg), Luis „Lucho“ Gonzalez (River Plate), Cesar Delgado (Cruz Azul Mexiko), Mauro Rosales (Ajax Amsterdam), Lionel Messi (FC Barcelona) und Javier Saviola (AS Monaco), die alle gerade erst das Juniorenalter verlassen haben, verkörpern die jugendliche Frische der „Albiceleste“ des Jahres 2005. Insgesamt zehn Spieler entstammen allein dem „goldenen Jahrgang“ 1981, der 2001 hoch überlegen Junioren-Weltmeister wurde. Die junge Mannschaft ist beauftragt, die Erfolgsbilanz der großen Fußball-Nation aufzufrischen. Der letzte Triumph bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko liegt bereits zwei Jahrzehnte zurück, wenn die WM in Deutschland beginnt. Damals hatten die Argentinier zwei der letzten drei WM-Turniere gewonnen, nachdem sie 1978 im eigenen Land erstmals den Titel geholt hatten. Vor 20 Jahren wurde damit gerechnet, dass die Mannschaft um Superstar Diego Maradona auf Dauer das Geschehen bei Weltmeisterschaften mitbestimmen würde. 1990 in Italien erreichte das Team auch noch einmal das Endspiel, verlor aber in Rom die Revanche für das Finale vier Jahre zuvor gegen Deutschland. |
![]() Der argentinische Trainer Jose Pekerman übernahm die Nationalelf im September 2004 von Marcelo Bielsa. Den Confed Cup betrachtet der 55-Jährige als idealen WM-Test. Foto: Firo/Augenklick |
|
1994 bei den Titelkämpfen in den USA stürzte Maradona wegen eines Dopingskandals ab. Mit ihm geriet das gesamte Nationalteam in eine nach unten gerichtete Spirale. 1998 in Frankreich wurde England geschlagen, aber im Viertelfinale schieden die Südamerikaner gegen die Niederlande aus. Bei der WM 2002 in Asien scheiterte die „Albiceleste“ sogar in der Vorrunde. Mehr als ein Trost war der Olympiasieg 2004 in Athen, die erste Goldmedaille für den argentinischen Fußball. Dennoch trat Trainer Marcelo Bielsa im September 2004 zurück. Pekerman übernahm das Amt des Nationaltrainers. Nach anfänglicher Skepsis, ob der einstige Juniorencoach auch mit „Erwachsenen“ erfolgreich sein würde, erwies sich das Team unter Pekermans Regie als sehr spielstark. Die WM-Qualifikation wurde in Argentinien wie ein großer Triumph gefeiert, vor allem, weil sie mit dem 3:1 gegen Brasilien in Buenos Aires erkämpft wurde. Auch beim Confederations Cup, der eine Woche später begann, überzeugten die Spieler in den himmelblau-weißen Trikots die internationalen Experten. Im Endspiel zeigte die Mannschaft gegen Brasilien allerdings ihre schwächste Leistung. „Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir ein großartiges Turnier gespielt haben“, sagte Pekerman nach dem 1:4 (0:2) gegen Brasilien. Bei der 14. WM-Teilnahme in Deutschland wollen der Trainer und seine Mannschaft ihr Meisterstück ablegen. Ohne Zweifel geht Argentinien als Mitfavorit auf den Titelgewinn ins Rennen. "FIFA WM" / "Die Weltmeister" - Argentinien Hier finden Sie weitere Informationen zur argentinischen Mannschaft... Hier finden Sie weitere Informationen zu einem der Stars aus der argentinischen Mannschaft... Hier finden Sie weitere Informationen zum Trainer der argentinischen Nationalmannschaft... |

