FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Polen
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Polen: Mit neuer Offensiv-Taktik werden alte Erfolge angestrebt Abgesehen von den deutschen Gastgebern freut sich wohl niemand so sehr darüber wie die Polen, dass die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ausgetragen wird. Denn die polnische Nationalmannschaft feierte ihre größten Erfolge im westlichen Nachbarland. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München gewann Polen die Goldmedaille, zwei Jahre später wurde das polnische Team bei der Weltmeisterschaft durch einen 1:0-Sieg gegen Brasilien Dritte. Fast hätte es sogar zum „großen“ Finale gereicht, doch der Münchner Torhüter Sepp Maier verhinderte beim 0:1 gegen Deutschland im entscheidenden Zwischenrundenspiel, der legendären „Wasserschlacht“ von Frankfurt, einen Erfolg des Teams um Kazimierz Deyna und Grzegorz Lato, den Torschützenkönig der WM 1974 mit sieben Treffern. Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ... |
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![]() Jacek Krzynowek wurde 2004 und 2005 zum besten Fußballer in Polen gewählt. Der Mittelfeldspieler trägt das Trikot von Bayer Leverkusen, nachdem er zuvor für Nürnberg aktiv war. Foto: GES/Augenklick |
An diese bislang beste Fußballer-Generation, die 1982 in Spanien noch einmal Platz drei bei der WM belegte, denken die Polen mit Wehmut zurück. Der heutige Nationaltorwart Jerzy Dudek sieht in der Vergangenheit einen Ansporn für die Zukunft: „Wir haben nicht die Absicht, mit vergangenen Triumphen zu konkurrieren, sondern schaffen unsere eigenen.“ Der Keeper des FC Liverpool, dem Sieger der Champions League 2005, gibt sich selbstbewusst: „Wir kreieren eine neue Geschichte.“ Dudek lehnt sich damit recht weit aus dem Fenster. Dabei dürfte ihm die jüngere Geschichte des polnischen Fußballs Warnung genug sein. Denn schon vor der WM 2002 in Japan und Südkorea dachten die Polen, dass sie an die vergangenen Erfolge anknüpfen können. Sie hatten sich unter Nationaltrainer Jerzy Engels als erstes Team in Europa und ganz souverän für die Titelkämpfe in Asien qualifiziert. Für einige Experten galten sie sogar als „Geheimfavorit“ auf den Titel. Die Ernüchterung war dementsprechend groß, als es schon nach der Vorrunde wieder nach Hause ging. Die ersten beiden Spiele gingen nach blamablen Auftritten mit 0:2 gegen Gastgeber Südkorea und sogar 0:4 gegen Portugal verloren. Das abschließende 3:1 gegen den späteren Viertelfinalisten USA vermochte in Polen niemanden mehr über eine große Enttäuschung hinweghelfen. |
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Als sich die Polen im September 2005 wieder frühzeitig für die Weltmeisterschaft qualifizierten, war die Freude daher eher gedämpft. „Viele erinnern sich noch an 2002“, sagte Tomasz Waldoch. Der Abwehrspieler des FC Schalke 04 spielt inzwischen, genau wie sein ehemaliger Mannschaftskollege Tomasz Hajto, keine Rolle mehr in der Nationalmannschaft. Die Qualifikation zur Europameisterschaft 2004 in Portugal verlief für die Polen ähnlich enttäuschend wie die WM zuvor. Zbigniew Boniek, ehemaliger Weltklassespieler, trat noch während der laufenden Runde entnervt als Nationaltrainer zurück. Pawel Janas übernahm die Aufgabe. Zur EM-Endrunde nach Portugal konnte er sein Team aufgrund der schlechten Ausgangsposition nicht mehr führen. Janas nutzte die Wettbewerbsspiele und auch die Tests, um viel zu experimentieren. Er wechselte das Personal, aber auch die Philosophie. Vergleichbar mit dem deutschen Bundestrainer Jürgen Klinsmann forcierte er die offensive Ausrichtung, wollte weg vom Spiel, das in erster Linie auf Kampf setzt. In der WM-Qualifikation zeigte die polnische Mannschaft, dass sie ihren Trainer verstanden hat. Mit 27 Toren erzielte die Elf von Janas zehn Treffer mehr als die Engländer, die in der Endabrechnung den ersten Platz belegten. |
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Mehr als die Hälfte der 27 Tore gehen auf die Konten von Maciej Zurawski und Tomas Frankowski. Zurawski ist einer von vielen Spielern in der Nationalmannschaft, die in der Jugend von Wisla Krakau spielten. Janas schätzt die Wisla-Schule in besonderem Maße. Vor der WM-Saison wechselte der Stoßstürmer in die schottische Premier League zu Celtic Glasgow. Auch die anderen Offensivkräfte verdienen inzwischen ihr Geld im Ausland. Dazu gehören der verletzungsanfällige Olisadebe (Panathinaikos Athen), Frankowski (Elche/Spanien), Grezegorz Rasiak (Tottenham Hotspur). Euzebiusz Smolarek, der bei Borussia Dortmund im Sturm eingesetzt wird und mit acht Treffern aus neun Spielen einen glänzenden Start in die Saison 2005/06 erwischte, kommt bei Janas meistens im Mittelfeld zum Zug. Die Fäden dort zieht mit Jacek Krzynowek (Bayer Leverkusen) ein weiterer Spieler aus der deutschen Bundesliga. Kamil Kosowski, aktuell beim FC Southampton, gab zuvor ein glückloses Gastspiel beim 1. FC Kaiserslautern. Die Polen gewannen acht ihrer zehn Qualifikationsspiele zur WM 2006. Da die bezwungenen Teams mit Nordirland, Wales, Österreich und Aserbaidschan aber nicht zu den besten in Europa gehören, wissen die „Weißen Adler“ nicht, wo sie sich einordnen können. Zumal die beiden Vergleiche mit dem Top-Team England jeweils mit 1:2 verloren wurden. Die Polen sind sich deswegen nicht sicher, was sie bei der WM erwarten können. Aber sie wissen, dass sie in Deutschland spielen. Das wird ihnen zumindest ein gutes Gefühl geben, wegen der Erfolge von 1972 und 1974 und wegen der zu erwartenden Unterstützung der polnischen Fans. |
![]() Smolarek – das ist ein großer Name im polnischen Fußball. Ebi Smolarek, Sohn des WM-Stürmers von 1974, spielte für Feyenoord Rotterdam und schießt nun für Borussia Dortmund Tore. Foto: GES/Augenklick |

