FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Ecuador
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Ecuador: Dritte Kraft in Südamerika hinter Brasilien und Argentinien Viele Jahre und viele Qualifikationen zu Fußball-Weltmeisterschaften sind vergangen, in denen Ecuador nur eine untergeordnete Rolle spielte. Oft freuten sich die Gegner, wenn es gegen den das Land aus dem Nordwesten Südamerikas ging. Ecuador galt als Punktelieferant. Als die Qualifikation zur FIFA Weltmeisterschaft 2002 lief, änderte sich das. Ecuador schloss die Runde zur Überraschung aller sogar noch vor dem späteren Weltmeister Brasilien auf dem zweiten Platz ab und fuhr zur Endrunde nach Japan und Südkorea. Im Sommer 2006 geht es nun wieder zur FIFA WM. Die „Tricolor“ ist in Deutschland dabei. Sie beendete die Qualifikation in Südamerika auf dem dritten Platz, sechs Punkte hinter Brasilien und Argentinien. Hier finden Sie weitere Informationen über den Star der Mannschaft ... |
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Ecuador, dessen Wirtschaft stark vom Export (besonders Rohöl und Bananen) abhängt, hat zwölf Millionen Einwohner. Die meisten von ihnen waren am 8. Oktober 2005 vor den Fernsehern versammelt. Im Heimspiel gegen Uruguay musste die Mannschaft von Trainer Luis Fernando Suárez einen Punkt holen, um sich für die WM zu qualifizieren. Nach der Partie feierten die Millionen an den TV-Schirmen und die Zuschauer im Estadio Olímpico Atahualpa. Ein 0:0 brachte den Punkt, den die Ecuadorianer benötigten, um sich vorzeitig zu qualifizieren. Das letzte Spiel in Chile hatte für die „Tri“ keine Bedeutung mehr, und das war auch gut so. Es liegen nämlich Welten zwischen den Leistungen Ecuadors im eigenen Land und denen in Auswärtsspielen. Von den 28 Punkten in der Qualifikationsrunde holten die Gelb-Blau-Roten 23 zuhause. Sogar gegen die beiden großen Mannschaften des südamerikanischen Kontinents gab es Siege. Im November 2004 wurde Weltmeister Brasilien mit 1:0, im Juni 2005 Argentinien 2:0 geschlagen. Die ersten fünf Auswärtsspiele in der Qualifikation gingen hingegen verloren. Meistens jedoch nur mit einem Tor Unterschied wie in Brasilien und Argentinien (jeweils 0:1). Wer nach den Gründen für die Heimstärke der Ecuadorianer sucht, sollte den Atlas zur Hilfe nehmen. Das Atahualpa-Stadion in der Hauptstadt Quito liegt auf 2.850 Metern Höhe. „Wir bestreiten nicht, dass die Höhenlage einen gewissen Einfluss hat“, gibt Trainer Suárez zu. Er wehrt sich aber vehement dagegen, die geographischen Umstände als alleinigen Grund für den Aufschwung des ecuadorianischen Fußballs zu sehen. „Die Mannschaft hat in den Partien eine hervorragende Einstellung gezeigt. Wir sind so weit gekommen, weil wir eine gute Mannschaft sind, die es mit jedem Gegner aufnehmen kann.“ Der Kolumbianer Suárez trainiert die „Tricolor“ seit Mitte 2004. Er löste seinen Freund und Landsmann Hernán Darío Gómez nach einer missratenen Copa America mit drei Niederlagen in drei Spielen ab. Gómez wird dennoch einen guten Ruf in Ecuador behalten, denn er führte die Mannschaft erstmals zu einer WM. Seine Methoden waren zwar ein bisschen ungewöhnlich, aber so erfolgreich, dass Suárez an ihnen festhält. Auch er versammelt seine Spieler häufig in der Escuela Superior Militar um sich. Das ist eine Militärschule bei Quito, in der es entsprechend diszipliniert zugeht. Der Drill lohnt sich. Ecuador spielt nicht nur mit einer besseren Ordnung des Teams. Auch das Selbstbewusstsein ist gestiegen. „Früher hatten wir vor Brasilien Angst, heute wissen wir, dass wir sie schlagen können“, sagt Stürmer Agustín Delgado. Allerdings wissen die Spieler auch, dass sie an schlechten Tagen gegen wesentlich schwächere Teams verlieren können, besonders auswärts. Es wird für Suárez vor der WM 2006 darauf ankommen, den Spielern einzuimpfen, dass sie auch zu großen Leistungen fähig sind, wenn sie nicht in der Höhe Quitos spielen. Nach der geglückten Qualifikation sagte der Coach: „Die hervorragenden Leistungen dürfen nicht auf Südamerika beschränkt bleiben. Unsere Erfolgsgeschichte darf hier nicht aufhören. Ich verspreche schon jetzt, dass wir bei der WM alles daran setzen werden, weit zu kommen und unser Land würdig zu vertreten.“ Bei der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea zahlten die Debütanten Lehrgeld. Allerdings durften sie erhobenen Hauptes die Heimreise antreten, denn nach den Niederlagen gegen Italien (0:2) und Mexiko (1:2) gelang mit dem 1:0 gegen Kroatien der historische erste Sieg bei einer WM-Endrunde. Für 2006 lautet das logische Ziel, die Zahl der Siege zu vermehren. Es wird das letzte große Turnier der so genannten Goldenen Generation sein, der unter anderen Delgado angehört, der sein Geld bis 2004 in der englischen Premier League beim FC Southampton verdiente. Der Generationswechsel hat aber schon unter Suárez eingesetzt. Jüngere Spieler wie Christian Lara, Luis Valencia oder Stürmer Franklin Salas wurden in ein eingespieltes Gerippe eingefügt. Das gesamte Team will nun beweisen, dass der Aufschwung des ecuadorianischen Fußballs auch anhält, wenn die Luft nicht ganz so dünn ist. |