FIFA WM Deutschland 2006™ Teilnehmer: Ecuador - Hurtado
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Ivan Hurtado: Das Märchen einer Verwandlung aus Ecuador Manchmal verändert sich das Leben durch leise Sprüche, die man auffängt. Wenn ein Mensch aus einer armen Gegend in Esmeraldas, einem kleinen Dorf am Meer in Ecuador, kommt, hat er Fernweh, weil Fortschritt in seiner Heimat nicht zu finden ist. Dann werden leise Sprüche schnell zu einer speziellen Art der Hoffnung. |
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![]() Ivan Hurtado soll die Nationalmannschaft aus Ecuador bei der FIFA WM 2006™ zu Erfolgen gegen Deutschland, Polen und Costa Rica führen. (Foto: GES/Augenklick) |
Ivan Hurtado (31) passte ganz genau auf, als er von Nationaltrainer Dusan Draskovic hörte: „Wir sind auf dem Fußballfeld alle gleich. Es ist keine Bestimmung, dass Ecuador immer verlieren muss. Ecuador kann auch gewinnen!“. Das war das Signal für ein ganz anderes Leben. Damals war Hurtado erst 17 Jahre alt, ein Anfänger im Profi-Fußball, der von Draskovic ein riesiges Geschenk bekam: Er durfte nämlich das Trikot seines Landes anziehen. Das war die erste Phase seiner Verwandlung. Der Abwehrspieler erlebte als Vorreiter die größte Revolution des ecuadorianischen Fußballs mit, der plötzlich an sich selbst glaubte und sich selbstbewusst international präsentierte. Im Jahr 1993 zeigte seine Generation erstmals das Potenzial, das in ihr steckte. Gastgeber Ecuador erreichte den dritten Platz bei der Copa América. |
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Es war sogar ein größerer Erfolg möglich, aber ein verletzter 19-jähriger Ivan Hurtado machte den entscheidenden Fehler im Spiel gegen Mexiko. Ecuador blieb der Einzug ins Finale verwehrt, da Hurtado eine Flanke, die Mexikos Torjäger Hugo Sanchez ins Tor setzte, verpasste. Sein Land schaffte den großen Durchbruch nicht und musste weitere acht Jahre darauf warten. Die Zwischenzeit nutzte „Bam Bam“, wie die Fans Hurtado nennen, um sich als Fußballer und Mensch weiter zu entwickeln. So wie er einmal Esmeraldas verlies, packte er seine Koffer ein, um ins Ausland zu ziehen, paradoxerweise nach Mexiko. In seinem Gepäck trug er die Lehre der großen Trainer Ecuadors, Francisco Maturana und Dario Gómez: „Man spielt, wie man lebt.“ Die zweite Phase seiner Verwandlung war damit in vollem Gang. Wenn Hurtado gelegentlich zurück nach Ecuador zum Urlaub oder für ein Spiel der Nationalmannschaft kam, haben ihn die Leute nicht wieder erkannt. Aus dem einst schüchternen, reservierten, rustikalen Jungen aus Esmeraldas war ein weltoffener Bürger geworden, einer, der die größte Lücke des ecuadorianischen Fußballs allein füllte – den Mangel an internationaler Erfahrung. Mit 27 Jahren verwirklichte er seine Träume und die seines Landes - die Teilnahme an einer FIFA WM, die Endrunde im Jahr 2002. In Korea und Japan zeigte er seinen besten Fußball, trotzdem scheiterte der FIFA WM-Neuling Ecuador in der ersten Runde. Die Erfahrung brachte Hurtado noch ein Stück weiter und gab ihm die Chance, in Europa zu spielen, bei Real Murcia in Spanien. Fünf bittere Monate musste er dort bleiben, bevor er nach Mexiko zurückkehrte und von dort nach Katar weiter wanderte. In dieser Zeit entschied Bam Bam, dass er noch eine menschliche Spur hinterlassen wollte. Deswegen gründete er in seinem Geburtsort die Stiftung Ivan Hurtado, deren Ziel ist, Straßenkindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. 300 Kids wohnen und lernen zurzeit im Gebäude der Stiftung, die die Familie von Hurtado verwaltet. Der Fußball-Profi finanziert sie aus eigener Tasche und mit Hilfe von Sponsoren. Seine Karriere erlebte noch Höhen und Tiefen. Als einer der beliebtesten Fußballer Ecuadors, und als Anerkennung an seine Führungsqualitäten, erbte er die Position als Kapitän der Nationalmannschaft von dem legendären Alex Aguinaga, der die Generation von Hurtado inspirierte. Hurtado schaffte mit Ecuador zum zweiten Mal in Folge die Qualifikation für eine FIFA WM. Der Weg war glänzend, mit Siegen gegen Brasilien und Argentinien trotz einiger Schwächen des Abwehrchefs, der bisher noch nicht seine Leistung von 2002 wiederholen konnte. Ivan Hurtado wird bei der FIFA WM 2006™ in Deutschland als Leitwolf einer jungen Mannschaft auftreten. Er ist einer von den wenigen aus der goldenen Generation, die 1993 begann und noch immer in der Nationalauswahl spielt. Als einer der ältesten ist er ihre Schlüsselfigur, verantwortlich für den Zusammenhalt, der das Team stark macht. Die Rolle übernimmt er gern. Lässig und lustig, auch streng wenn nötig, erklärt er den jungen Spielern, wie wichtig es ist, an sich selbst zu glauben, um sich selbst zu verwandeln. Ivan Hurtado ist geschaffen, als Vorbild zu dienen, viele Jahre nachdem er das kleine Dorf Esmeraldas verließ. |
