Teil 34: Italien und Frankreich nach Start-Problemen im WM-Finale
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Einer der größten Fußballer aller Zeiten, der in einer Reihe mit den Weltstars Pele, Beckenbauer, Cruyff und Maradona steht, hat es geschafft: Zinedine Zidane, der während der FIFA Weltmeisterschaft 2006TM 34 Jahre alt wurde, ist zum zweiten Mal in ein WM-Finale eingezogen. Sein Elfmetertor, erzielt im Halbfinale in München zum 1:0 (1:0)-Sieg gegen Vize-Europameister Portugal, führte die französische Nationalmannschaft zum zweiten Mal nach dem „Heimspiel" 1998 in das Endspiel. Am Sonntag, dem 9. Juli, kommt es damit in Berlin zum Duell der Ex-Weltmeister Italien und Frankreich. Die Partie um den dritten Platz tragen am Tag zuvor in Stuttgart Portugal und WM-Gastgeber Deutschland aus. |
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![]() Zinedine Zidane beim Elfmeterschuss gegen Portugal. Der Treffer zum 1:0-Sieg führte ihn und Frankreich zum zweiten Mal nach 1998 in ein Endspiel einer FIFA WM. (Foto: GES/Augenklick) |
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„Zizou", wie die Franzosen ihren noch immer schüchtern wirkenden Star nennen, verließ klatschnass geschwitzt die Münchner WM-Arena. Zidane war der überragende Akteur der auf hohem Niveau ausgetragenen Partie. Zwar nicht ganz so stark auftrumpfend wie im Viertelfinale beim 1:0 gegen Brasilien drückte der Mittelfeld-Regisseur von Real Madrid dem Geschehen seinen Stempel auf. Damit kann der große Zinedine, der in den Seitenstraßen von Marseille als Sohn algerischer Einwanderer einst mit dem Fußballspielen begann, auf großer Bühne in Berlin seine große Laufbahn beenden. „Ich will noch einmal Weltmeister werden", sagte er. Nach dem 108. Länderspiel in der deutschen Hauptstadt fällt der Vorhang für Zidane. Bereits vor der FIFA WM 2006TM hatte er angekündigt, seine Karriere zu beenden. Im Olympiastadion der deutschen Hauptstadt kommt für die Italiener zu einer Revanche für die Niederlage im Endspiel bei der UEFA Europameisterschaft 2000 am 2. Juli 2000 in Rotterdam. Damals unterlagen die Azzurri mit 1:2 nach einem Golden Goal des eingewechselten David Trezeguet in der 103. Minute. Frankreich gewann damit zwei Jahre nach dem WM-Titel im eigenen Land zum zweiten Mal nach 1984 die Kontinentalmeisterschaft. Für die Equipe tricolore wäre ein Erfolg in Berlin gleichbedeutend mit dem zweiten Triumph bei einer FIFA Weltmeisterschaft, die Squadra Azzurra könnte zum vierten Mal nach 1934, 1938 und 1982 den wertvollsten Titel des internationalen Sports gewinnen. |
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![]() Figo (rechts) erreichte das Finale der FIFA WM 2006™ nicht. Nach dem 0:1 gegen Frankreich tauschte der Portugiese das Trikot mit Zidane (Mitte), Henry (links) schaut zu. (Foto: GES/Augenklick) |
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Die Italiener zogen durch einen 2:0 (0:0, 0:0)-Sieg nach Verlängerung gegen Deutschland in das Endspiel ein. Die Begegnung der dreimaligen Weltmeister in Dortmund war an Spannung kaum zu überbieten und wurde zu einem der Höhepunkte der FIFA WM 2006TM. Die Tore erzielten Fabio Grosso (119.) und Alessandro Del Piero (120. +1) erst kurz vor Schluss der über zwei Stunden dauernden dramatischen Auseinandersetzung, die insgesamt – wie auch das zweite Semifinale in München – sehr fair ausgetragen wurde. Technisch und taktisch bot die Mannschaft von Trainer Marcello Lippi die reifere Leistung. Die deutsche Nationalmannschaft schaffte es im sechsten Turnierspiel nicht mehr, ihre zuvor gezeigte Energie in vollem Maß zu entfalten. Die Italiener weisen vor dem Finale nun eine Serie von 24 Spielen ohne Niederlage auf. Bei den deutschen Spielern machte sich große Trauer breit. Kapitän Michael Ballack verabschiedete sich unter Tränen von den deutschen Fans in Dortmund. „Es ist so bitter", sagte der 29-Jährige, „wir sind alle sehr enttäuscht." Sein Freund Bernd Schneider sagte: „Wir hatten Großes vor, aber dieser Traum ist zerbrochen." Bundestrainer Jürgen Klinsmann reagierte sehr gefasst: „Ein solcher K.o. kurz vor Schluss tut sehr weh. Die Spieler sind am Boden zerstört. Aber ich habe ihnen gleich in der Kabine gesagt, dass sie riesig stolz sein können. Sie haben Phantastisches geleistet, sie haben ein ganzes Land stolz gemacht." |
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![]() Michael Ballack, der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, verabschiedet sich nach dem 0:2 gegen Italien in Dortmund enttäuscht von den Fans. (Foto: GES/Augenklick) |
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Ihm und dem Team schlug trotz der Niederlage eine Welle der Sympathie entgegen. Viele Stimmen wurden laut, die Klinsmann aufforderten, seine Tätigkeit als Bundestrainer mindestens bis zur UEFA Europameisterschaft 2008, die in der Schweiz und Österreich stattfindet, fortzusetzen. In der Partie gegen Portugal versprachen Klinsmann, der die FIFA WM mit einem Heimspiel in seiner Heimat Stuttgart beendet, und seine Spieler den deutschen Fans noch einmal eine optimale Vorstellung. |
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Im Finale treffen zwei technisch und taktisch starke Mannschaften aufeinander. Die Franzosen starteten zunächst mit Problemen beim 0:0 gegen die Schweiz und dem 1:1 gegen Südkorea in die WM-Endrunde. Das Achtelfinale hätte die Mannschaft von Trainer Raymond Domenech trotz des 2:0 gegen Togo im dritten Gruppenspiel nicht erreicht, wenn die parallel ausgetragene Partie zwischen der Schweiz und Südkorea mit einem Unentschieden geendet hätte. Aber die Schweizer siegten 2:0 und verhalfen dem Ex-Weltmeister damit zum zweiten Gruppenplatz und zur Teilnahme an der K.o.-Runde, wo die Franzosen beim 3:1 gegen Spanien erstmals voll überzeugen konnten. |
![]() Fabio Cannavaro, der Kapitän der italienischen Nationalmannschaft, bestreitet im Finale der FIFA WM 2006™ in Berlin gegen Frankreich sein 100. Länderspiel. (Foto: GES/Augenklick) |
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Die Italiener erreichten souveräner die Runde der besten 16 Teams, aber beim 1:1 gegen die USA und beim 1:0 gegen Australien im Achtelfinale boten sie schwächere Leistungen. Starke Auftritte präsentierten sie beim 2:0 gegen Ghana beim 2:0 gegen Tschechien in den Vorrundenspielen und beim 3:0 gegen die Ukraine im Achtelfinale. 11:1 Tore weisen die Azzurri nach sechs WM-Spielen auf. Torwart Gianluigi Buffon wurde bei der FIFA WM 2006TM bis zum Finale nur von einem Mitspieler bezwungen. Gegen das US-Team hatte Cristian Zaccardo ein Eigentor erzielt. Die Abwehr mit Kapitän Fabio Cannavaro, der im WM-Endspiel sein 100. Länderspiel bestritten wird, ist das Prunkstück des Teams, aber auch der Angriff steigerte sich zuletzt kontinuierlich. |



