November 2007: Interview mit Continental-Partner Timo Hildebrand:
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Timo Hildebrand beantwortet zehn aktuelle Fragen |
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Nationaltorwart Timo Hildebrand ist seit Anfang 2004 Werbepartner der Continental AG. Seit dem läuft auch der TV-Spot "Goalkeeper" international im Fußballumfeld. Damit hat das Unternehmen dem Engagement im Fußball ein konkretes Gesicht gegeben, dass in den letzten Monaten nicht nur in Deutschland und Spanien für eine hohe Aufmerksamkeit gesorgt hat. nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft haben die brisante Situation unter den deutschen Nationaltorhütern und die Herausforderung, sich in der Primra Division durchzusetzen, dafür gesorgt, dass Timo Hildebrand besonders kritisch beobachtet wurde. Nun stehen die letzten zwei Spiele in der bereits sichergestellten Qualifikation für die UEFA-Fußball-Europameisterschaft 2008 an. |
![]() Darauf hat Timo Hildebrand lange gewartet: Seit Mitte Juni trägt der frühere Stuttgarter das Trikot des Valencia Club de Futbol. (Foto: gd-Archiv) |
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Vor diesem Hintergrund hat sich Timo Hildebrand zu 10 aktuellen Fußball-Themen und seiner persönlichen Situatiuon geäußert. Frage: Wie ist die Situation auf der Torhüter-Position in Valencia nach dem Trainerwechsel? Hildebrand: Grundsätzlich ist es so, dass wir hier in Valencia auf wirklich jeder Position sehr, sehr gut bestückt sind. Es gibt keine Freibriefe, für niemand. Und genau diese personelle Qualität sorgt dafür, dass sich jeder in jedem Training, bei jedem Einsatz reinhängen muss, sein volles Leistungspotenzial abrufen muss. Wer das nicht tut muss damit rechnen, dass ein anderer seine Chance bekommt. Dieser Konkurrenzkampf, ohne Rücksicht auf Namen oder frühere Verdienste, der fördert bei jedem von uns die Konzentration aufs Wesentliche. Und er ist meiner Meinung nach auch die Voraussetzung dafür, dass eine Mannschaft die nötige Konstanz hat um vorne mitzuspielen. Ich habe kein Problem damit, dass auf der Torhüterposition keine Ausnahme gemacht wird, dass da die gleiche Situation herrscht wie auf jeder anderen auch. Frage: Was es ein Fehler, nach Valencia gewechselt zu sein? Hildebrand: Nein. Frage: Wo liegen die Unterschiede zwischen der Primera Division und der Bundesliga? Hildebrand: So weit ich das jetzt schon, nach den paar Spielen beurteilen kann, dann ist hier das Leistungsgefälle nicht so groß wie in der Bundesliga. Hier kann wirklich jeder jeden schlagen. Und wenn das passiert, dann wird das nicht als riesige Sensation bewertet, sondern als Konsequenz der gezeigten Leistung. Es ist einfach so, dass selbst Teams der unteren Tabellenregion mit enorm guten Spielern bestückt sind, die an einem guten Tag eine Partie fast im Alleingang dominieren können. Und die Stimmung in den Stadien ist eine andere als ich es gewohnt war. Die Leute gehen hier zum Fußball wie sie auch zum Stierkampf, ins Kino oder einem anderen Fest gehen würden. Mit Familie, Kinder – und natürlich dem Knabberzeug und dem obligatorischen Pausenbrötchen. Frage: Wo sehen Sie ihr Plus im Zweikampf mit Jens Lehmann? Hildebrand: Jens hat seine Stärken, ich habe meine. Wir kommen gut miteinander klar und reden lieber miteinander als übereinander. Frage: Ist die deutsche Nationalmannschaft stärker als bei der WM 2006 einzuschätzen? Hildebrand: Ach, ich weiß nicht – und ganz ehrlich: Ich tue mich mit solchen Einschätzungen immer sehr, sehr schwer. Entscheidend ist ohnehin nicht die gefühlte Stärke, sondern das Resultat nach jedem Spiel. Es sind in den letzten Jahren doch schon etliche Teams mit breiter Brust und einem riesigen Selbstbewusstsein in ein Turnier gegangen, danach tief frustriert wieder vorzeitig heimgefahren. Jedenfalls ist eine Europameisterschaft meiner Meinung nach von der Leistungsdichte aller Teams viel höher anzusiedeln als eine WM. Frage: Was zeichnet Bundestrainer Joachim Löw besonders aus? Hildebrand: Sein Wissen, seine Kompetenz, seine Methodik – und sein Umgang mit uns und auch anderen. Frage: War es richtig, dass der DFB den beschrittenen Weg mit Löw, seinem Trainergespann und seiner Fußball-Philosophie weitergeht? Hildebrand: Na klar. Oder kennen Sie jemand, der das anders sieht? Frage: Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Stuttgarter Mannschaft in der Saison 2007/2008? Hildebrand: Ich bin viel zu weit weg, als dass ich mir da ein Urteil erlauben kann – und auch will. Ich bekomme die Ergebnisse mit, schaue auf die Bundesliga-Tabelle, telefoniere mal hier und mal da nach Stuttgart. Ich war so lange beim VfB, er liegt mir am Herzen, ich beurteile ihn so, wie es auch die Fans tun. Bei einem Sieg freue ich mich, nach Niederlagen frage ich mich: Warum das denn? Frage: Weshalb gibt es so viele sehr gute deutsche Torhüter, während in anderen Ländern (England z.B.) Notstand bei den Torhütern herrscht? Hildebrand: Notstand? Sehe ich nun wirklich nicht so. Etliche ausländische Keeper spielen in der Bundesliga, Italien hat Legionäre im Tor, Spanien, natürlich auch England. Wir sollten uns mal langsam aber sicher von diesen Vorurteilen verabschieden, wie: Brasilien hat gute Stürmer, Italien den Abwehrriegel, Deutschland die besten Torleute. Derartige Sichtweisen sind von der Gegenwart überholt worden. Frage: Andererseits: Sie und Lehmann kämpfen in ihren Vereinen um einen Stammplatz. Sehen Sie die Gefahr, dass bis zur EM noch ein dritter Torhüter aus der Bundesliga aus diesem Grund an Ihnen beiden vorbeizieht? Hildebrand: Ich sehe das total entspannt. Bei der EM sollen die Besten ran, werden dann ihr Bestes geben – und mal schauen, wer dann am Schluss besser war als die Deutschen. |
