Interview mit Continental-Partner Timo Hildebrand:
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Sie haben gegen Argentinien Ihr drittes Länderspiel bestritten nach Ihrem Debüt im April des vorigen Jahres in Rumänien und der zweiten Partie im Dezember in Thailand. Wie bewerten Sie die Leistung der deutschen Nationalmannschaft und auch Ihre eigene? Timo Hildebrand: „Wir haben gegen eine absolute Weltklassemannschaft gut gespielt und sind vor Argentinien Sieger der Gruppe geworden. Zu verbessern gibt es noch einige Dinge, aber wir können dennoch zufrieden sein. Wir freuen uns auf unser Halbfinale gegen Brasilien. Auch mit meiner eigenen Leistung bin ich zufrieden. An den Gegentoren konnte ich nichts machen. Der Freistoß zum 1:1 von Riquelme war überragend gut geschossen. Gegen solche Freistoß-Spezialisten ist es schwer, wenn sie den Ball optimal treffen. Dem Tor ging aber eigentlich gar kein Foulspiel von Fabian Ernst voraus.“ |
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Ihr Einsatz überraschte, als er zwei Tage vor der Partie von den Trainern bekannt gegeben wurde. Hatten Sie das Gefühl, dass dies ein Dankeschön von Jürgen Klinsmann war? Timo Hildebrand: „Mir war klar beim Beginn der Vorbereitung auf den FIFA Confederations Cup, die schon am 30. Mai losging vor der Eröffnung der Allianz-Arena in München, dass ich als dritter Mann hinten dran stehe und nicht zum Zug komme. Ich habe mir gesagt, dass ich Gas gebe in jedem Training, die Zeit nutze und mich präsentiere, damit ich einen guten Eindruck bei den Trainern hinterlasse. Es ist schon schwierig, wenn man nicht spielt. Deswegen freut es mich, dass ich dafür belohnt wurde. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich beim FIFA Confederations Cup zum Einsatz kommen würde, mich aber immer bereit gehalten.“ War Ihr drittes Länderspiel nur ein Bonbon für die gute Trainingsarbeit oder hat Bundestrainer Klinsmann Ihnen auch eine Perspektive aufgezeigt? Timo Hildebrand: „Nein, das hat er nicht. Ich glaube, er will jeden testen, wie er in einer Drucksituation reagiert. Ich sehe das als Chance, denn es ist ein Zeichen vom Trainer, dass ich auf einem guten Weg bin. Ich habe eine gute Saison gespielt, zu Anfang mit ein paar Höhen und Tiefen. Mit Blick auf das nächste Jahr glaube ich schon, dass Jürgen Klinsmann mir zeigen will, dass er auf mich setzt. Ich will ihm das Vertrauen zurückgeben.“ |
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Drei Einsätze in 14 Monaten sind nicht besonders viel. Andererseits gehören Sie nun regelmäßig zur Nationalmannschaft. Wie schwierig ist es, davon auszugehen, dass man als dritter Torhüter hinter Oliver Kahn und Jens Lehmann eher selten spielen kann? Timo Hildebrand: „Mir bleibt keine andere Möglichkeit. Ein Torhüter muss einfach Geduld haben und warten. Als Feldspieler hat man es einfacher, da ist die Fluktuation viel größer und es gibt mehrere Positionen, die ein Spieler in einer Mannschaft übernehmen kann. Als Torwart muss man Geduld haben, im Training arbeiten, die wenigen Einsatzchancen nutzen. Aber wer weiß, wie die Lage in einem Jahr ist.“ |
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Sie sind 26 Jahre alt. Bis wann wollen Sie die Nummer 1 der deutschen Nationalelf sein? Timo Hildebrand: „Es liegt auf der Hand, dass ich nach der FIFA WM™ meine Position verbessern will. Vielleicht spielen Jens und Oliver noch zwei Jahre weiter. Wer weiß es? Das Ziel ist schon, irgendwann die Nummer 1 zu sein, aber ich mache mir keinen Druck.“ Was lernen Sie von den beiden anderen Torhütern? Timo Hildebrand: „Sie haben zehn Jahre mehr Erfahrung als ich. Ich beobachte, wie sie sich auf dem Platz verhalten oder Kommandos geben. Man kann sich immer was abschauen. Oliver hat schon eine enorme Sprungkraft und einen wilden Ehrgeiz selbst in den Trainingseinheiten, nie ein Tor zu bekommen.“ |
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Was sagen Sie dazu, dass Giovanni Trapattoni Ihr neuer Trainer des VfB Stuttgart geworden ist? Timo Hildebrand: „Nächste Saison wird durch seine Anwesenheit viel Aufmerksamkeit auf den VfB gerichtet. Das tut der Mannschaft und dem Verein gut. Ich hoffe, dass wir den Umbruch gut überstehen und wieder angreifen können. Oliver Kahn sagt, dass der Trainer ein überragender Typ ist und dass er sehr viel von ihm gelernt hat, auch menschlich. Markus Babbel sagt, für junge Spieler ist er überragend. Davon haben wir viele. Sie können also viel von ihm lernen. Das wird den VfB nach vorne bringen.“ |



