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Team Tschechien

Junioren-Team Tschechien: Nehoda, Cech und Baros als Vorbilder

Die Tschechoslowakei nimmt in der Geschichte der UEFA-U-21-Europameisterschaften von UEFA U-21 und UEFA U-23 einen ganz besonderen Platz ein. Die Jungen aus Prag und Bratislava waren schließlich die ersten Sieger des Wettbewerbs. Im ersten Endspiel am 22. Juni 1972 erreichten sie in Moskau gegen die damalige Sowjetunion ein 2:2 (0:0). Im Rückspiel am 30. Juni siegten sie in Ostrava (Ostrau) mit 3:1 (2:0). In dieser Mannschaft spielten auch die beiden Prager Top-Torjäger Zdenek Nehoda (Dukla) und Dusan Herda (Slavia). Vier Jahre später wurde sie nach einem Elfmeterschießen gegen Deutschland auch Europameister bei den A-Nationalmannschaften.

Nach der Trennung der Tschechen und Slowaken zu Beginn der 1990er Jahre stellte sich weiterhin Erfolg ein. Auch am zweiten Titel, dem Sieg der Tschechen im Jahr 2002, lassen sich die positiven Auswirkungen von jugendlichen Mannschaftserfolgen ausmachen. Die Tschechen dominierten den Wettbewerb von 2000 bis 2002, dessen Endrunde vom 16. bis 28. Mai 2002 in der Schweiz stattfand. Tschechiens Junioren setzten sich in der Vorrunden-Gruppe B mit Frankreich durch, gewannen ihr Halbfinale gegen Titelverteidiger Italien 3:2 und siegten im Finale am 28. Mai in Basel gegen Frankreich nach einem 0:0 im Elfmeterschießen 3:1.

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Torwart Petr Cech wurde 2002 mit Tschechien UEFA-U21-Europameister. Auch Filippo Inzaghi, der hier bei der FIFA WM 2006™ den Tschechen überwindet, gewann 1992 den Junioren-Titel. (Foto:GES/Augenklick)


Die 20 400 im St. Jakobs-Stadion machten erstmals mit Fußballern wie Torwart Petr Cech und Torjäger Milan Baros Bekanntschaft. Beide spielten schon wenig später bei den englischen Spitzenteams FC Chelsea London und FC Liverpool. Zwei Jahre nach dem Turnier standen Profis wie eben Cech und Baros, aber auch Tomas Hübschmann, Martin Jiranek, David Rohzenal und Zdenek Grygera schon bei den UEFA Europameisterschaft der Männer in Portugal auf dem Spielfeld. Milan Baros war sogar unter den 297 eingesetzten Spielern mit fünf Treffern der beste Torschütze. Cech – der zurzeit beim FC Chelsea wegen einer schweren Kopfverletzung ein Jahr pausieren muss – stand wie Baros auch im All-Star-Team des Turniers. Tschechiens Team selbst schied erst im Halbfinale gegen den späteren Europameister Griechenland aus, nachdem es zuvor die Niederlande und Deutschland besiegt hatte.

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Milan Baros holte 2002 mit Tschechien den Titel des UEFA-U21-Europameisters. 2004 war er mit dem A-Team bei der UEFA EM in Portugal, hier beim Sieg gegen Dänemark, erfolgreich. (Foto: GES/Augenklick)


Die Grundlagen für den Erfolg wurden durch die gute Nachwuchsarbeit gelegt. Bereits im Jahr 2000 erreichten die die Tschechen im ehemaligen Bruderland Slowakei das Finale der UEFA-U-21-Europameisterschaft. Damals unterlagen sie im EM in Bratislava Italien mit 1:2. Die „Löwen“ hatten aber auch gute UEFA-U-19-Teams. So wurden sie 1982 (1:3 gegen Schottland), 1983 (0:1 gegen Frankreich) und 2001 (gegen Polen 1:3) dreimal Vize-Europameister. In der Altersklasse UEFA-U16/-U17 gewannen sie 1990 die UEFA-Under-21-Europameisterschaft.

Das aktuelle U-21-Team von Tschechien qualifizierte sich für die Endrunde der UEFA U 21 Europameisterschaft 2007 in den Niederlanden durch Siege auf Zypern (2:0) und in Weißrussland (2:1) sowie durch ein 2:1 im Heimspiel und ein 1:1 in Bosnien-Herzegowina. Daniel Kolar und Kapitän Martin Latka sorgten mit Toren für den Heimsieg, Tomas Frejlach markierte im Rückspiel in der 83. Minute das 1:1. Beim Finalturnier trifft das Team in der Gruppe B auf England, Italien und Serbien. Die Rot-Weiß-Blauen schöpfen dabei als Verband aus einem relativ kleinen, aber feinen Potential von 3955 Klubs, 15 378 Mannschaften und 625 552 Spielern.

Trainer der tschechischen Talente ist seit 2004 Ladislav Skorpil. Der Coach stammt aus Hradec Kralove, wo er auch lange Zeit selbst spielte. Der Fußball-Lehrer war kein großer Star, bewies mit kluger Menschenführung jedoch schnell als Trainer eine gute Hand, mit Jugendmannschaften zu arbeiten. In seiner Heimat begann er auch erst mit der Jugendmannschaft von Spartak Hradec Kralove, übernahm im Verband anschließend die U 16 bzw. U 18. Er führte Slovan Liberec im Jahr 2000 zum Meistertitel und 2002 zum Pokalsieg, ehe er wieder zum Nationalverband wechselte. In seinen Prognosen für das Turnier hält sich der Trainer zurück: „Wir haben keine leichte Gruppe erwartet. Dazu sind alle EM-Teilnehmer viel zu gut. Wir hoffen, dass wir mithalten und uns vielleicht für das Halbfinale qualifizieren können.“

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