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Team Serbien

Junioren-Team Serbien: Das Geld lockt die Talente ins Ausland

Die Fußballer des alten Jugoslawien haben in allen Altersklassen und mit allen ihren Mannschaften in allen Wettbewerben der Welt immer eine große Anerkennung errungen. Dies war bei FIFA Welt- und UEFA Europameisterschaft sowie bei allen internationalen Jugend- und Juniorenwettbewerben der Fall, ehe das Land im und als Folge des Balkankriegs nach und nach in die Einzelteile Serbien, Kroatien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Montenegro zerfiel.

Die einstige jugoslawische Nationalmannschaft war auf internationalen Turnieren immer recht erfolgreich. Jugoslawien errang bis 1992 einmal Gold (1960), dreimal Silber (1948, 1952 und 1956) und einmal Bronze (1984) bei Olympischen Spielen, einmal den dritten (1930) und einmal den vierten (1962) Platz bei der FIFA WM, zweimal den Vize-Europameistertitel (1960 und 1968). Große Namen des serbischen Fußballs aus jener Zeit: Dragan Dzajic, Dejan Savicevic, Dragan Stojkovic, Bora Milutinovic, um nur einige Beispiele zu nennen.

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Die Balkan-Junioren spielen bei der UEFA-U21-Europameisterschaft eine große Rolle: Branislav Ivanovic (links) in einem Test 2004 gegen Deutschland (3:5) gegen Alexander Ludwig. (Foto: FIRO/Augenklick)


Ein wirkliches Highlight des Jugendfußballs gab es für das einstige Jugoslawien am 22. Oktober 1987 in Santiago de Chile. Durch ein 6:5 nach Elfmeterschießen gegen Deutschland wurden die „Jugos“ Junioren-Weltmeister. Der Star des Teams war damals ein gewisser Robert Prosinecki, der in Schwaben aufgewachsene Topstar, der später für Kroatien spielte. Trainer diese Mannschaft war der Serbe Ilija Petkovic.

Bei den UEFA-U-21-Europameisterschaften siegte Jugoslawien 1978 durch ein 1:0 und 4:4 gegen die einstige DDR. 1990 unterlagen die Jungen aus Belgrad, Zagreb und Split der Sowjetunion 2:4 und 1:3. Am 8. Juni 2004 scheiterte eine bereits auf Spieler aus Serbien und Montenegro reduzierte Mannschaft in Bochum gegen Italien 0:3 im europäischen Finale. Bei den U-19-Wettbewerben der UEFA konnte sich seit 1981 keine Mannschaft unter dem Namen Jugoslawien oder Serbien und Montenegro für ein Endspiel qualifizieren.

Der Fußballverband von Serbien ist eines der jüngsten Kinder von FIFA und UEFA. Serbien gibt zwar an, 1919 gegründet und 1921 bzw. 1954 in die FIFA und UEFA aufgenommen worden zu sein. Aber damit hat man praktisch nur die eigene Historie im Verband von Jugoslawien übernommen. Tatsächlich bildete sich aus dem jugoslawischen Verband zunächst erst 1993 der Verband von Serbien und Montenegro plus der serbischen Teile von Bosnien. Die so genannte „Staatliche Gemeinschaft“ von Serbien und Montenegro existierte vom 4. Februar 2003 bis zum 3. Juni 2006. Unter dieser Bezeichnung trat das Team auch noch bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ in Deutschland an.

Mittlerweile gibt es aber auch diese Gemeinschaft nicht mehr. Serbien und Montenegro bilden seit Juli 2006 eigenständige Verbände. Serbiens UEFA U-21-Auswahl qualifizierte sich gleich danach für die UEFA-U-21-Europameisterschaft in den Niederlanden mit Siegen über Georgien (3:1), Litauen (2:0) und Schweden (5:0, 3:0).

Trainer dieser Mannschaft ist heute Miroslav Djukic. Der 48-malige Ex-Nationalspieler, der lange Jahre als Profi bzw. Trainer in Spanien (La Coruna, Valencia, Teneriffa) Karriere machte, übernahm dieses Team 2006.

Im Kader von Djukic stehen etwa 40 Spieler. Wie früher kommen viele Talente von den beiden Belgrader Großklubs Partizan und Roter Stern. Diese Klubs genießen nicht nur in Fachkreisen einen exzellenten Ruf als wahre Talent-Schmieden. Auffällig ist aber auch, dass hinter vielen Namen der jungen Spieler schon ausländische Klubs stehen. Viele der Jungen münzen also ihr Talent früh in Geld um und sichern damit oft die wirtschaftliche Basis für ganze Familien.

Fußballer wie die Verteidiger Branislav Ivanovic (Lok Moskau), Milan Stepanov (Trabzon) und Vlado Jeknic (Burghausen) oder die Mittelfeldspieler Simon Vukcevic (Saturn Moskau), Milos Krasic (ZSKA Moskau), Milos Ninkovic (Dynamo Kiew) und Aleksandar Trisovic (Kryvyi Rog) sowie Stürmer Mirko Vucinic (Lecce) kicken jedenfalls bereits im Ausland. Für die anderen der spielstarken jungen Serben wird das Finalturnier der UEFA-U-21-Europameisterschaft eine verlockende Schaubühne sein, um sich auch für einen Vertrag im Ausland zu empfehlen.

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Serbien und Montenegro stand bei der UEFA-U21-Europameisterschaft 2004 im Finale gegen Italien (0:3): Milan Bisevanc (hinten) im Zweikampf mit Alberto Gilardino. (Foto: Rzepka/Augenklick)