Star der FIFA WM 1986: Diego Armando Maradona
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Wenn an Fan-Stammtischen die Frage erörtert wird, wer denn der beste Fußballer aller Zeiten gewesen sei, dann fällt ein Name unter Garantie: Diego Armando Maradona. |
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Er gilt als der beste Spieler, den der argentinische Fußball je hervor gebracht hat. Sein privates und sportliches Leben war allerdings geprägt von Höhen und Tiefen, von rauschenden Festen und handfesten Skandalen. Manchmal fiel bei Maradona sogar alles zusammen. Zum Beispiel bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko. Der 25-Jährige war auf dem Zenit seines Könnens, der geniale Denker, Lenker und Torjäger eines großartigen "Gaucho"-Teams. Der überragende Spieler des Turniers führte sein Land mit insgesamt fünf Treffern und fünf Vorlagen zum zweiten Titel nach 1978. |
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![]() Diego Maradona im WM-Spiel 1994 gegen Italien. Bei diesem Turnier wurde der Weltmeister von 1986 und Vize-Weltmeister von 1990 als Dopingsünder entlarvt. Foto: Firo/Augenklick |
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Bezeichnend für die zwei Seiten des Diego Maradona war das Viertelfinal-Match gegen England am 22. Juni 1986 vor 114.000 Zuschauern im Azteken-Stadion von Mexiko City (2:1). Zunächst erzielte er regelwidrig das 1:0, indem er den Ball mit der Hand über den englischen Torhüter Shilton hinweg lupfte, ehe er das Leder ins leere Tor schob. Nach dem Spiel sprach Maradona in diesem Zusammenhang von der "Hand Gottes" - und sorgte damit für einen der größten Skandale der FIFA WM-Geschichte. Drei Minuten später markierte der nur 1,65 Meter große Ausnahmefußballer das 2:0 - nach unglaublichen Dribblings über das halbe Spielfeld, bei dem er sechs englische Spieler wie Slalomstangen stehen ließ. Dieser Treffer wurde 2002 von der FIFA zum "Tor des Jahrhunderts" gekürt. Auch im Halbfinale gegen Belgien (2:0) erzielte Maradona beide Tore, während er im Finale gegen Deutschland (3:2) eher blass blieb. Lediglich einmal blitzte in diesem Endspiel Maradonas unnachahmliche Inspiration auf: in der 83. Minute, als er Jose Burruchaga mit einem langen Pass auf die Reise schickte und dieser Torhüter Harald Schumacher zum 3:2-Siegtreffer überwand. Der Sohn kroatischer Einwanderer wurde am 30. Oktober 1960 in Villa Fiorito, einem Wellblechhüttenviertel von Buenos Aires, als fünftes Kind von Diego Maradona und seiner Ehefrau Dalma Salvadora Franco geboren. Schon früh wurde klar, dass der "Pibe de oro" (Goldjunge) mit dem runden Leder umzugehen verstand wie kein anderer. Mit dem Jugendteam seines Clubs Argentinos Juniors, "Los Cebollitos" (die Zwiebelchen), blieb er 136 Spiele lang ungeschlagen. |
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![]() Diego Maradona in seiner Zeit, als er für den SSC Neapel stürmte. Der Argentinier trat in den 1980er Jahren in die Fußstapfen der Superstars Pele, Beckenbauer und Cruyff. Foto: Kunz/Augenklick |
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Kurz vor seinem 16. Geburtstag, am 20. Oktober 1976, debütierte er in der ersten Liga, vier Monate später war er Nationalspieler. Nationalcoach Cesar Luis Menotti verzichtete allerdings bei der FIFA WM 1978 noch auf eine Berufung. Bei der folgenden FIFA WM 1982 in Spanien war Maradona bereits Stammspieler, fiel aber in dem überalterten argentinischen Team nicht auf. Im letzten Spiel gegen Brasilien handelte er sich sogar einen Platzverweis ein. Nach dem Triumph 1986 führte Maradona sein Team auch bei den folgenden Titelkämpfen 1990 in Italien trotz eher durchwachsener Leistungen erneut ins Finale gegen Deutschland. Hier wurde er jedoch vom Stuttgarter Guido Buchwald "kalt gestellt" und unterlag mit seinem Team nach ganz schwachem Auftritt mit 0:1. Unrühmlicher Abschluss seiner FIFA WM-Karriere und der Beginn seines privaten Absturzes war die FIFA WM 1994 in den USA. Bei dem 33-Jährigen wurde bei einer Dopingprobe die verbotene Substanz Ephedrin festgestellt, was eine sofortige Sperre nach sich zog. Angeblich soll Maradona bereits 1989 durch Kontakte zur Mafia in Neapel in Kontakt mit Drogen, speziell Kokain, gekommen sein. Im März 1991 war er bereits einmal erwischt und für 15 Monate aus dem Verkehr gezogen worden. 1994 und 1995 folgten zwei kurze Erfahrungen als Trainer bei Deportivo Maniyú und Racing, bevor er sich 1995 entschied, wieder für Boca Juniors selbst zu spielen - was die Fans mit einem großartigen Fest in der "Bombonera", dem Stadion von Boca Juniors, feierten. Nach 20 Jahren Fußballzauber trat Diego Armando Maradona am 30. Oktober 1997, seinem 37. Geburtstag, fünf Tage nach seinem letzten Spiel, vom Fußballsport zurück. Wenige Wochen zuvor war er erneut bei einer Doping-Kontrolle positiv getestet worden. Am 4. Januar 2000 erlitt Maradona während eines Aufenthaltes im Badeort Punta del Este (Uruguay) einen schweren Herzinfarkt, der auf eine Überdosis Kokain zurückgeführt wurde. Er unterzog sich anschließend einer Entziehungskur auf Kuba, wo er Freundschaft mit dem kommunistischen Staatschef Fidel Castro schloss und seinen langjährigen Manager und Drogenbeschaffer Guillermo Cóppola in die Wüste schickte. Später kehrte er nach Argentinien zurück, ehe "Dieguito", der in Argentinien wie ein Heiliger verehrt wird, am 18. April 2004 wegen hohen Blutdrucks, Atemnot und einer Lungenentzündung erneut in eine Klinik in Buenos Aires eingeliefert wurde. Anfang 2005 hielt sich der inzwischen mit 120 Kilogramm stark übergewichtige "Maratonna" wieder zur Therapie auf Kuba auf. Einen Antrag des argentinischen Fußball-Verbandes, zu Ehren von Maradona künftig die Nummer "10" im Nationaltrikot nicht mehr zu vergeben, lehnte die FIFA übrigens ab. |

