Die Weltmeister:
Brasilien ist das Maß aller Dinge
Brasilien ist das Maß aller Dinge
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Brasilien ist das Maß aller Dinge im internationalen Fußball. Mit kurzer Unterbrechung von Mai 2001 bis Mai 2002 führt die "Seleçao", wie die brasilianische Nationalelf genannt wird, seit elf Jahren unangefochten die Weltrangliste an. |
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Und es gibt kaum einen Rekord, den die Ball-Virtuosen aus Rio de Janeiro und Sao Paulo nicht halten. Beim Thema FIFA Fussball-Weltmeisterschaften setzen die Südamerikaner die wichtigsten Bestmarken. Als einziges Land der Welt nahm Brasilien an allen bisherigen 17 FIFA WM-Turnieren teil. Fünfmal holten sich die Südamerikaner den FIFA Weltmeister-Titel. Zehnmal landete die "Seleçao" unter den besten Vier. Kein Land bestritt mehr FIFA WM-Endrundenspiele (87), gewann mehr FIFA WM-Partien (60), schoss mehr Tore (191) und sammelte mehr Punkte (194, nach 3-Punkte-Wertung). Bis zum 25. Juli 1993 blieb Brasilien in FIFA WM-Qualifikationsspielen ungeschlagen, ehe Bolivien diese einmalige Serie in der dünnen Höhenluft von La Paz (2:0) beendete. Nur den besten WM-Torjäger aller Zeiten, den stellt Brasilien (noch) nicht. Allerdings kann Ronaldo (12 Tore) den führenden Deutschen Gerd Müller (14) bereits bei der kommenden Endrunde überflügeln. |
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![]() Ronaldo, der erfolgreichste Torschütze der WM 2002, mit der begehrtesten Trophäe des Weltfußballs nach dem 2:0-Finalssieg in Yokohama/Japan über Deutschland. Foto: GES/Augenklick |
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Der brasilianische Fußball-Verband, Confederação Brasileira de Futebol (CBF), wurde 1914 in Rio de Janeiro gegründet. 1923 folgte der Beitritt zum internationalen Fußball-Verband FIFA. Der Start in die FIFA WM-Geschichte sieben Jahre später verlief allerdings holprig. In Uruguays Hauptstadt Montevideo schieden die Gelb-Blauen nach einer Niederlage gegen Jugoslawien bereits in der Vorrunde aus. Auch 1934 in Italien war bereits nach einem Spiel (2:3 n.V. gegen Österreich) Schluss. Besser lief es vier Jahre später in Frankreich, hier wurden die Ballzauberer erst im Halbfinale vom späteren Weltmeister Italien (1:2) gestoppt. Der erste Titel sollte 1950, bei der ersten Nachkriegs-Weltmeisterschaft, her. Im eigenen Land galt Brasilien als haushoher Favorit. Doch der kleine Nachbar aus Uruguay versalzte dem Gastgeber die Suppe: Im allerletzten Endrunden-Gruppenspiel (es gab bei dieser FIFA WM keine K.o.-Runde) verlor die "Seleçao", der ein Unentschieden zum Titelgewinn genügt hätte, mit 1:2. Unter den offiziell 174.000 Zuschauern im monumentalen Maracana-Stadion von Rio de Janeiro herrschte lähmendes Entsetzen. Von diesem Schock erholte sich die brasilianische Elf auch vier Jahre darauf in der Schweiz nicht. Nach passabler Vorrunde unterlag man im Viertelfinale 2:4 gegen die ungarische Wunderelf. |
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![]() Diese Elf erfüllte die Träume ihrer Landsleute. In Schweden gewann Brasilien 1958 den ersten von bisher fünf WM-Titeln. In der unteren Reihe der 17-jährige Pele (Vierter von rechts). Foto: Feuer |
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Die große Ära des brasilianischen Fußballs begann 1958. Zu den sechsten Titelkämpfen in Schweden reiste Brasilien mit einem wahrhaften Star-Aufgebot an: Didi, Vava und Garrincha waren Namen, die die Gegner erzittern ließen. Im Aufgebot von Trainer Vicente Feola stand auch ein unscheinbarer 17-Jähriger namens Edson Arantes do Nascimento. Kein Mensch ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass dieser geschmeidige und ballgewandte Stürmer die Geschichte des Fußballs neu schreiben würde. Er nannte sich Pele. In der Vorrunde noch meist auf der Bank, entschied Pele das Viertelfinale gegen Wales (1:0), traf im Halbfinale dreimal beim 5:2 über Frankreich und im Endspiel zweimal beim 5:2 über Schweden. Damit war Brasilien erstmals Titelträger und Pele mit nicht einmal 18 Jahren der jüngste Weltmeister aller Zeiten. 1962 in Chile verteidigte die Mannschaft ihren Titel. Enttäuschend verlief hingegen für den Top-Favoriten das Turnier 1966 in England. Erneut war Superstar Pele nach einem brutalen Foul im Spiel gegen Bulgarien frühzeitig außer Gefecht und Brasilien ging in der Vorrunde unter. Höhepunkt von Peles Karriere war die Endrunde 1970 in Mexiko mit der vielleicht besten brasilianischen Mannschaft aller Zeiten. Mit fünf Toren führte der mittlerweile 29-Jährige sein Team zum dritten Titel und trat ein Jahr später von der internationalen Bühne ab. Nach seinem Rücktritt begann für Brasilien eine längere Durststrecke. 1974 "mogelte" sich der Titelverteidiger mehr schlecht als recht auf Platz vier, 1978 stand der Erzrivale Argentinien im Weg und es reichte "nur" zum dritten Platz. Die hochtalentierte Mannschaft von 1982 um Socrates, Zico und Falcao stand sich selbst im Weg und vergaß in ihrem Offensiv-Überschwang das Verteidigen. Die Folge war eine unnötige 2:3-Schlappe gegen Italien und das frühzeitige Aus in der Zwischenrunde. 1986 war im Viertelfinale im Elfmeterschießen gegen Frankreich Endstation, vier Jahre später gar bereits im Achtelfinale (0:1) gegen Argentinien. |
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![]() Die Elf des Rekord-Weltmeisters beim vierten WM-Sieg am 17. Juli 1994 gegen Italien in Pasadena/USA. Nach einem 0:0 über 120 Minuten gewann Brasilien das Elfmeterschießen mit 3:2. Foto: GES/Augenklick |
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Erst 24 Jahre nach dem triumphalen Erfolg in Mexiko konnte Brasilien wieder die FIFA WM-Trophäe in Empfang nehmen. In den USA hatten Romario, Bebeto und Dunga 1994 im Final-Elfmeterschießen gegen Italien das bessere Ende für sich. Zum ersten Mal hatte die "Seleçao" einen Titel aufgrund ihrer starken Defensive gewonnen - eine neue Fußball-Philosophie der einstigen Ball-Artisten, die im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts dem Spiel der Gelb-Blauen ihren Stempel aufdrückte. 1998 verlor Brasilien erstmals ein FIFA WM-Finale, beim 0:3 gegen Gastgeber Frankreich waren Ronaldo und Co. chancenlos, ehe das 2:0 über Deutschland im Endspiel 2002 die Kräfteverhältnisse im internationalen Fußball wieder zurecht rückte. Auch 2006 in Deutschland wird Brasilien aller Voraussicht nach wieder dabei sein, wenngleich der Titelverteidiger erstmals nicht mehr automatisch qualifiziert ist. Für die Vergabe der FIFA WM 2014, wenn Südamerika gemäß der FIFA-Rotation wieder an der Reihe sein sollte, gilt Brasilien übrigens schon heute als klarer Favorit. Vielleicht als Titelverteidiger der FIFA WM 2010 in Südafrika. |


