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März 2009: Gomez leidet unter seinem „Torfluch“: „Es ist wie verhext“

Schwer angeschlagen war Mario Gomez, aber verließ das Zentralstadion in Leipzig aufrecht. Sehr gefasst wirkte der 23-Jährige, geduldig blieb er in der Interviewzone mehrmals stehen. Seine Situation zu erläutern, war allerdings eine komplizierte Aufgabe. „Es ist unerklärbar für mich. Ich mache eigentlich nichts anders als früher. Aber sobald ich auf den Platz gehe, ist es wie verhext“, sagte Gomez, der sich in der deutschen Nationalmannschaft zur tragischen Figur entwickelt.

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Mario Gomez verlässt nach dem 4:0 der deutschen Mannschaft gegen Liechtenstein das Spielfeld. Auf ihn warten die deutschen Medienchefs Harald Stenger (re.) und Uli Voigt. (Foto: GES/Augenklick)


Beim 4:0 (2:0) im Qualifikationsspiel zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ gegen Liechtenstein hatte er wieder einen rabenschwarzen Tag, dessen ganze Grausamkeit er in der 68. Minute erleben musste. Als der Stürmer einen Ball weit über das Tor schoss, war die Geduld des Publikums erschöpft. „Die Pfiffe haben sehr weh getan. Das tut nicht gut, es sind schließlich unsere Fans“, sagte Gomez. Fast jede Aktion bis zum Schlusspfiff wurde von einem Pfeifkonzert begleitet. Demütigend war auch das Lachen, dass er nach einem missratenen Fallrückzieher von der Tribüne zu hören bekam (53.).

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Mario Gomez beim missratenen Fallrückzieher im Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Liechtenstein (4:0) mit Yves Öhri. (Foto: GES/Augenklick)

Nach dem Spiel stand er lange regungslos auf einem Fleck: „Da war eine Leere in mir. Es sollte wieder nicht sein. Es hat jetzt alles seinen Lauf genommen. Es ist für mich im Moment sehr schwierig“, schilderte Gomez seine Gedanken und Gefühle. Seit einem Jahr, als ihm beim 4:0 in der Schweiz am 26. März 2008 ein Doppelpack gelang, hat er in Länderspielen nicht mehr getroffen. Die Boulevardpresse schreibt schon seit der UEFA Europameisterschaft 2008™ von einem „Torfluch“. Er selbst sieht sich als gestraft an: „Ich weiß nicht, was ich angestellt habe.“ Seit 13 Spielen mit 643 Einsatzminuten plagt ihn diese Ladehemmung. Dabei war sein Start in der Nationalelf mit sechs Toren in neun Spielen gut. Und Liechtenstein kam eigentlich wie gerufen.

„Man wünscht ihm Tore“, sagte Bundestrainer Joachim Löw, als er sich frühzeitig festlegte, dass Gomez von Beginn an spielen sollte. Dass er in Stuttgart sehr erfolgreich ist, macht die Geschichte richtig merkwürdig. In bisher 34 Saisonspielen für den VfB erzielte Gomez 23 Tore und gab sieben Torvorlagen. Trotz der Krise, die ihn befällt, sobald er das DFB-Trikot trägt, spürt er die Unterstützung aus der Mannschaft. Dort wird so getan, als wäre sie das Normalste der Welt. „Wir werden nicht alle auf sein Zimmer gehen und ihn trösten“, sagte Thomas Hitzlsperger. „Für jeden Stürmer ist es wichtig, dass er trifft, aber heute war es nicht so wichtig“, meinte Michael Ballack. Drei Punkte und der Teamerfolg überdeckten für den Kapitän das Einzelschicksal.

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Das Selbstvertrauen ist verschwunden, die Verzweiflung gekommen. Mario Gomez, der seit 13 Spielen ohne Tor, liegt auf dem Rasen des Zentralstadions in Leipzig. (Foto: GES/Augenklick)


Löw erklärte, er habe weder „Mitleid“ noch würde er eine „Tragik“ für Gomez erkennen. Der Bundestrainer steckt in der Zwickmühle. Setzt er Gomez am Mittwoch (1. April) in Wales auf die Bank, könnte er den Deutsch-Spanier damit noch tiefer in die Zweifel stoßen. Andererseits darf er nicht der Mannschaft schaden, in der Leverkusener Patrick Helmes auf einen Einsatz hofft. Die Tendenz geht aber klar dahin, dass Löw am Pechvogel festhält. „Jeder Stürmer hat diese Phase schon einmal durchgemacht, ob Klinsmann, Völler oder ich“, sagte Oliver Bierhoff. Der Teammanager war 2001 beim 0:0 gegen Finnland in Gelsenkirchen der letzte Nationalstürmer gewesen, der von deutschen Fans ausgepfiffen wurde. „Man merkt, bei Mario wird das zur Kopfsache“, sagte Bierhoff: „Man sieht dann Dinge voraus, wie sie negativ verlaufen können.“

Nachzudenken begann Gomez während der UEFA Europameisterschaft 2008™, was Gift für einen Torjäger ist. Es gibt eine Szene, mit der sich sein Misserfolg manifestierte. Gegen Österreich beförderte er, dicht vor dem leeren Tor stehend, den Ball nicht über die Linie, sondern in den Abendhimmel. Dieses Erlebnis „war nicht so einfach zu verarbeiten“, sagte er. Das Gefühl, ein Unglücksrabe zu sein, glaubte er, verarbeitet zu haben. Aber die Langzeitwirkung lässt doch nicht nach.

Aber Gomez kann ein Beispiel nehmen an Miroslav Klose. Der befand sich nach dem 6:0 im Hinspiel in Vaduz im September 2008 in der exakt gleichen Situation. Auch für Klose, momentan verletzt, sollte Liechtenstein der ideale Aufbaugegner werden. Klose traf aber nicht. Aber vier Tage später, beim 3:3 in Finnland, rettete der Münchner der deutschen Mannschaft einen wichtigen Punkt.