UEFA EM-Historie Teil 1: Langsamer Start der UEFA Europameisterschaft als Europapokal der Länder
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25 Jahre hatte es beim Internationalen Fußball-Verband (FIFA) gedauert, bis die Planungen für eine Weltmeisterschaft umgesetzt wurden. Schon 1905 wurde erstmals diskutiert, ein Weltturnier für Nationalmannschaften einzuführen. Aber erst 1930 war es soweit: In Uruguay fand die erste WM unter Regie der FIFA statt. Einige europäischen Länder hatten einen wichtigen Impuls gegeben: Vier Jahre zuvor hatten die Tschechoslowakei, Ungarn, Italien und Österreich den Vorstoß für einen Europapokal gemacht. Die FIFA bremste den Vorschlag, indem sie die WM-Initiative ergriff und endlich die Weltmeisterschaft einführte, was aber auch an der gewachsenen Bedeutung der Fußball-Turniere bei den Olympischen Spielen lag. |
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![]() Ebbe Schwartz war der erste Präsident der UEFA (1954-1962). Der Däne überreicht im Juni 1959 den UEFA-Meisterpokal an Jose Maria Zarraga von Real Madrid, das Stade Reims besiegte. (Foto: Horstmüller) |
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Europa hatte also einen gewissen Anteil daran, dass die FIFA die Weltmeisterschaften ins Leben gerufen hatte. Die Einführung einer Europameisterschaft folgte erst 30 Jahre später, 1960 fand ein Turnier statt, das als Vorläufer der EM gilt. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) wurde erst 1954 gegründet, 1955 fand in Wien der erste Kongress des neuen Verbandes statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die „Idee Europa“ verstärkt Anhänger gefunden, angetrieben von den politischen Entwicklungen. Bis in die zweite Hälfte der 50er Jahre wuchs der Wille zur europäischen Einigung, die am 25. März 1957 in der Ratifizierung der Römischen Verträge gipfelte. Dieses Vertragswerk bildet die Grundlage der Europäischen Union. Auf der Ebene des Fußballs war bereits im Mai 1955 die Einführung des Europapokals der Landesmeister auf Initiative der Pariser Sportzeitung „L`Equipe“ beschlossen worden. Am 4. September 1955 wurde das erste Spiel ausgetragen. Das Projekt einer Europameisterschaft für Nationalmannschaften wurde allerdings zurückgestellt. Die Rücksicht auf die FIFA und deren Weltmeisterschaften spielte dabei eine große Rolle. Und eine Diskussion, die bis heute aktuell geblieben ist, hielt die Europameisterschaft auf. Das Argument lautete, dass die Spitzenspieler durch zu viele Begegnungen überbelastet werden könnten. Die Idee einer EM wurde aber nur kurz auf Eis gelegt. Die FIFA benötigte 25 Jahre zur Einführung der FIFA WM, bei der UEFA waren es letztlich nur fünf Jahre bis zum ersten Endspiel des Länder-Turniers. Während der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden wurde die erste Auslosung durchgeführt. 17 Länder hatten ihre Teilnahme zugesagt. Wie anfangs bei der FIFA WM hielten sich einige große Fußball-Länder zurück. Italien, die Bundesrepublik Deutschland, England und die andern britischen Verbände nahmen nicht teil. Auch Belgien, die Niederlande und die Schweiz machten nicht mit. Am 28. September 1958 fand in Moskau zwischen den Mannschaften der UdSSR und Ungarn die erste Partie statt. Es war ein Achtelfinal-Hinspiel. Die Sowjets siegten 3:1 und gewannen auch das Rückspiel mit 1:0. Der Wettbewerb trug noch die Bezeichnung „Europapokal der Länder“ oder auch „UEFA-Wettbewerb für Nationen“. Die ersten beiden Austragungen, die in den Endspielen 1960 und 1964 mündeten, hatten fast noch einen inoffiziellen Charakter, werden aber – auch von UEFA – als Europameisterschaften betrachtet. Der UEFA EM-Vorläufer erhielt den Beinamen „Henri-Delaunay-Pokal“, womit die Verdienste des Mitbegründers und ersten Generalsekretärs des Französischen Fußball-Verbandes gewürdigt wurden. Der 1919 geborene und 1955 verstorbene Delaunay war auch der erste Generalsekretär der UEFA. Als Henri Delaunay starb, trat sein Sohn Pierre sowohl die Nachfolge im französischen Verband wie in der UEFA an. Die Franzosen waren damals schon eine treibende Kraft im Spitzensport: Aus ihren Initiativen erwuchsen die Europapokal-Wettbewerbe im Fußball, die Tour de France der Radrennfahrer und auch die Fußball-Europameisterschaften wären ohne die starken Impulse der Franzosen wohl wesentlich später entstanden. Der erste Präsident der UEFA war der Däne Ebbe Schwartz (1954 bis 1962). Die Endrunde der ersten Europameisterschaft fand vom 6. bis 10. Juli 1960 In Frankreich statt. Marseille und Paris waren die Schauplätze für die beiden Halbfinals, die Partie um Platz drei und das Endspiel, das die Sowjetunion mit 2:1 nach Verlängerung am 10. Juli gegen Jugoslawien vor 18 000 Zuschauern im Prinzenparkstadion gewann. Für die nächste EM-Auflage meldeten sich schon 29 Länder an. Italien, England und die anderen britischen Verbände nahmen teil. Die Bundesrepublik Deutschland hielt sich weiterhin, anders als die Deutsche Demokratische Republik, zurück. Die Endrunde fand vom 17. bis 21. Juni 1964 in Spanien statt, Madrid und Barcelona waren die Spielorte. Im Finale entthronte Spanien vor 105 000 Zuschauern im Bernabeu-Stadion mit einem 2:1 die Sowjetunion als Europameister. Danach kam die Europameisterschaft richtig in Fahrt. |
