August 2007: Dreikampf um das Schweizer Tor: Benaglio und Coltorti bedrängen Zuberbühler
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Ein Jahr vor der FIFA Weltmeisterschaft herrschte ein großes Rätselraten im Umfeld der deutschen Nationalmannschaft um die Torhüter-Position. Oliver Kahn oder Jens Lehmann? Diese Frage beschäftigte Millionen deutscher Fußball-Fans, nachdem Bundestrainer Jürgen Klinsmann den Kampf um die Position eröffnet hatte. Ein Jahr vor der UEFA Europameisterschaft ist bei der Nationalmannschaft der Schweiz der Platz zwischen den Pfosten auch noch nicht fix vergeben. In der „Nati“ hat Nationalcoach Jakob Kuhn im Vergleich zu Klinsmann den Kampf sogar noch auf die Spitze getrieben. Nicht zwei Torhüter, sondern drei buhlen um den Torhüterposten im Team der Eidgenossen.
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![]() Diego Benaglio: Mit 23 Jahren ist er der jüngere der beiden Herausforderer von Pascal Zuberbühler im Kampf um den Stammplatz im Schweizer Tor. (Foto: GES/Augenklick) |
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Pascal Zuberbühler, Diego Benaglio und Fabio Coltorti heißen die Kandidaten auf den Stammplatz bei der UEFA EURO 2008™, die im Juni 2008 in Österreich und in der Schweiz und ausgetragen wird. Auch in Österreich hat sich Bundestrainer Josef Hickersberger noch nicht festgelegt. Im Austria-Team liefern sich Jürgen Macho, Helge Payer und Alexander Manninger eine Auseinandersetzung um die Nummer 1. In der Schweiz hat Kuhn nach der FIFA WM 2006™ die Rivalität neu geschürt. Dort war Pascal Zuberbühler noch fest gesetzt, aber der Basler ist inzwischen etwas in die Jahre gekommen. Zudem bot der 36-Jährige nicht immer verlässliche Leistungen. In seinen Vereinen wie bei Westbromich Albion nach der FIFA WM 2006™ bis zu seinem Wechsel in die zweite Schweizer Liga zu Xamax Neuenburg war „Zubi“ nicht stetig erste Wahl. |
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![]() Pascal Zuberbühler: Mit 36 Jahren und 48 Einsätzen hat er die größte Erfahrung im Trio der drei Schweizer Stammtorwart-Kandidaten. (Foto: Uhlsport) |
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Mit 48 Einsätzen seit 1994 ist der 1,98 m große Hüne, der in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen unter Vertrag stand, aber noch der Platzhirsch in der „Nati“ der Schweizer. Aber die jungen Hirsche mit deutlicher weniger Enden am Geweih sind von Kuhn in das Gehege getrieben worden, um Zuberbühler herauszufordern. Diego Benaglio, 23 Jahre alt, von CD Nacional Funchal auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira und Fabio Coltorti, 26 Jahre alt, vom Grasshopper-Club Zürich sind starke Konkurrenten für Zuberbühler. Beide haben es bisher auf jeweils sechs Einsätze in der Schweizer Auswahl gebracht. Dass es Kuhn ernst meint mit seiner Erklärung, der Torwartkampf sei offen, zeigt die Rotation. Beim letzten Länderspiel der Schweiz in Basel am 2. Juni gegen Argentinien (1:1) stand Benaglio im Tor. Davor, am 25. März in Miami gegen Kolumbien (1:3) hütete „Zubi“ den Kasten, drei Tage zuvor in Fort Lauderdale gegen Jamaika (2:0) war Coltorti an der Reihe. Benaglio hatte den Reigen von bisher vier Länderspielen im Jahr 2007 in Düsseldorf gegen Deutschland (1:3) eröffnet. Wird die Rotation der Schlussleute fortgesetzt, wie es allgemein erwartet wird, kommt am 22. August in Genf gegen die Niederlande wieder Coltorti in den Genuss eines Einsatzes. Der 1,97 m große Keeper trug erstmals gegen Jamaika 90 Minuten das Trikot mit dem Schweizer Kreuz, vorher hatte er lediglich fünf Halbzeit-Einsätze in der Statistik stehen. Benaglio, der von 2002 bis 2005 beim VfB Stuttgart unter Vertrag stand, war viermal über 45 Minuten eingesetzt worden, ehe er in diesem Jahr gegen Deutschland und Argentinien über die volle zeit das Tor hüten durfte. |
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Benaglio hat einen gewissen Wettbewerbsnachteil auszugleichen. Seine Spiele in Funchal auf der Blumeninsel, weit entfernt vom europäischen Kontinent, werden in der Heimat kaum wahrgenommen. National Funchal kämpft gegen die starken Klubs aus Lissabon und Porto, belegte vorige Saison Platz acht in der Meisterschaft, aber selbst bei sehr guten Leistungen werden kaum TV-Bilder von Benaglios Künsten in die Schweiz übermittelt. Für Coltorti als Schlussmann des Traditionsverein GC Zürich sieht das anders aus. Zuberbühler schaffte mit Ex-Meister Neuchatel in diesem Sommer erst die Rückkehr aus der Zweitklassigkeit in die Topliga der Schweiz. Zuberbühler, der bei der FIFA WM 2006™ bis zum Ausscheiden der Nationalmannschaft ohne Gegentor (abgesehen von den Treffern der Ukraine im Elfmeterschießen des Achtelfinales) blieb, hofft natürlich, sich im Herbst seiner Karriere noch einmal für ein großes Ereignis qualifizieren zu können. „Ein solch bedeutsames Event wie eine UEFA EM im eigenen Land zu erleben, bringt eine enorme Vorfreude mit sich. Selbstverständlich werde ich alles dafür tun, um den Erwartungen gerecht zu werden“, sagt „Zubi“. Wann „Köbi“ Kuhn sich festlegt, ist noch ungewiss. Aber er wird wohl kaum mit seiner Wahl zugunsten von Zuberbühler, pro Benaglio oder für Coltorti bis sechs Wochen vor Turnierbeginn warten. Sein deutscher Kollege Klinsmann entschied sich erst kurz vor dem Start der FIFA WM 2006™ für den Herausforderer Lehmann und gegen Stammtorwart Kahn. |


