Juni 2007: Alexander Frei: Der Dortmunder Torjäger peilt den UEFA EURO 2008™ -Titel an
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In der abgelaufenen Saison der deutschen Bundesliga gab es eine Reihe von Stars, die mit ihren Leistungen ins Auge stachen: Der junge brasilianische Spielmacher Diego von Werder Bremen, der griechische Torschützenkönig Theofanis Gekas vom VfL Bochum, der deutsche Offensivspieler Jan Schlaudraff von Alemannia Aachen, dessen Dienste sich der FC Bayern München sicherte, als er Nationalspieler geworden war. Bei Borussia Dortmund feierten die Fans vor allem einen Spieler: Alexander Frei, den Schweizer, der sich mit 16 Toren in 32 Spielen ins Blickfeld schob. In seiner Heimat ist der gebürtige Basler schon lange ein Top-Star. Seit der Saison 2006/07 ist es der Stürmer auch in Deutschland. Bei einer Online-Abstimmung auf den Internet-Seiten der Bild-Zeitung wurde der 27-Jährige nach Abschluss der Spielzeit sogar zum „Spieler der Saison“ gewählt. |
![]() Alexander Frei im Trikot der Schweiz. Im Achtelfinale der FIFA WM 2006™ gegen Ukraine traf ausnahmsweise er nicht. (Foto: GES/Augenklick) |
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Im März machte Trainer Jakob Kuhn den Torjäger sogar zum Kapitän des Nationalteams der Schweiz, in Nachfolge von Johann Vogel, der künftig nicht mehr berufen werden soll. Beim 1:3 gegen Kolumbien am 25. März 2007 beim Test in Florida war Alex Frei erstmals Spielführer der „Nati“. Es war sein 56. Länderspiel-Einsatz, genau sechs Jahre und einen Tag nach seinem Debüt beim 1:1 gegen Jugoslawien in Belgrad. Aber nun muss der Stürmer, der meist über die linke Seite kommt, erst einmal aussetzen. Schon beim letzten Saisonspiel der Dortmunder bei Bayer Leverkusen fehlte Frei, weil er sich in der Woche zuvor einer Hüftoperation unterziehen musste. |
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Rund fünf Monate, so schätzen die Mediziner, wird Frei seinem Verein und der Nationalelf fehlen. Damit fällt der beste Stürmer für die UEFA EURO-Tests der Eidgenossen gegen Argentinien am 2. Juni in seiner Heimtstadt Basel und gegen die Niederlande am 22. August in Genf sicher aus. Auch beim Vier-Länder-Turnier gegen Chile am 7. September in Wien und gegen Japan am 11. September in Klagenfurt ist nicht mit seinem Einsatz zu rechnen. Die Teilnahme beim Duell zwischen der Schweiz und Österreich, den Gastgebern UEFA EURO 2008™, am 13. Oktober in Zürich kann sich Frei realistisch zum Ziel setzen. Dann geht der dynamische Alex wieder auf Rekordjagd. 32 Länderspieltore hat der Deutschschweizer bislang erzielt. Damit liegt er auf Rang drei der „ewigen“ Torschützenliste hinter Kubilay Türkyilmaz (1988-2001) und Xam Abegglen (1922-1937), die je 34 Mal trafen. Zum Vergleich: Stephane Chapuisat, der ebenfalls für Dortmund spielte, gelangen in 103 Länderspielen lediglich 21 Treffer. |
![]() Alex Frei auf Rekordjagd: Noch drei Tore fehlen dem Basler, um 35 Treffer für die Schweiz erzielt zu haben. Dann wäre er der beste Torschütze der Eidgenossen aller Zeiten. (Foto: GES/Augenklick) |
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Bei den Fans der Borussia näherte sich Frei in der abgelaufenen Saison schon dem Beliebtheitsgrad von Chapuisat, der mit 106 Bundesligatoren in 228 Einsätzen der zweiterfolgreichste ausländische Torschütze in der Geschichte der Bundesliga wurde. 102 Treffer erzielte er für Dortmund, vier für Bayer Uerdingen auf seiner ersten Station in Deutschland. Von der „Chappis“ Gesamtzahl ist Alex Frei noch weit entfernt, aber mit seinen ausgezeichneten Qualitäten eroberte er die Herzen des BVB-Anhangs. Für sein letztes Tor, das 16., schlossen die Dortmunder ihren Schweizer ganz besonders intensiv ins Herz. Alex erzielte am 33. Spieltag im Ruhrgebietsderby gegen den Schalke 04 die 1:0-Führung. Der Rivale aus Gelsenkirchen wurde mit einem 2:0 von der Tabellenspitze gestürzt. |
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![]() 16 Mal konnte Alexander Frei Tore für Dortmund bejubeln. Im Januar 2007 traf er zum 3:2-Sieg gegen Bayern München. Links sein Landsmann Philipp Degen. (Foto: GES/Augenklick) |
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Frei entschied den Kampf um den deutschen Meistertitel mit und er verhalf seinen Schweizer Landsmännern Marco Streller und Ludovic Magnin vom VfB Stuttgart damit eine Woche später zum sensationellen Titelgewinn. „Unsere Saison mit Sieg gegen Schalke war gerettet. Unsere Fans haben sich unheimlich gefreut“, beschrieb Frei die große Begeisterung nach dem Derby. Sechs Tore hatte er in 16 Spielen der Hinrunde erzielt, zehn Treffer schoss er in der Rückrunde. Alex Frei wurde mit einer unglaublichen Leistungssteigerung zur Lebensversicherung für die Dortmunder, die in große Schwierigkeiten geraten war. Mit Bert van Marwijk, Jürgen Röber und Thomas Doll lernte Alex gleich in seiner ersten Spielzeit in Deutschland drei Trainer kennen. Am 27. Spieltag nahm der BVB sogar einen Abstiegsplatz ein. Frei trug entscheidend dazu bei, dass das Spieljahr noch mit dem neunten Platz abgeschlossen wurde. In der Torschützenliste wurde er Zweiter hinter Gekas (20), gleichauf mit dem Niederländer Roy Makaay vom FC Bayern München und vor dem deutschen Nationalstürmer Kevin Kuranyi von Schalke 04 (15 Tore). Für eine Ablösesumme von gut vier Millionen Euro war Frei nach seiner Teilnahme an der FIFA WM 2006™ nach Dortmund gekommen, wo er einen Vertrag über vier Jahre unterzeichnete. Bei Stade Rennes hatte er sich nachhaltig in den Blickpunkt geschoben. Vier Jahre spielte er für die Franzosen und erzielte 47 Tore in 100 Erstligaspielen. 2005 wurde er mit 20 Treffern Torschützenkönig der „League 1“. Mit seiner ersten Saison in Dortmund ist er nur eingeschränkt zufrieden: „Der Anfang ist gemacht. Aber was nutzt es, wenn ich 30 Tore mache und am Ende für den Verein nur Platz zehn oder zwölf herausspringt“, sagte er kurz vor dem Ende des Spieljahres. Für die UEFA EURO 2008™ hat Alex Frei große Ziele. „Wir müssen das ganze Land, die ganze Schweiz elektrisieren. Alle müssen vom Virus befallen sein und daran glauben, dass wir es packen können. Ich wiederhole es gerne noch einmal. Wir wollen Europameister werden“, erklärte Frei in einem Interview mit „EuroSoccer“, dem größten Fußball-Magazin der Schweiz. Mit einem erfolgreichen Auftritt im kommenden Jahr möchte Alex auch das bisher schwärzeste Erlebnis seiner Karriere endgültig vergessen machen. Bei der UEFA EURO 2004™ in Portugal sorgte er für einen Eklat, als er seinem englischen Gegenspieler Steven Gerrard in den Nacken spuckte und von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gesperrt wurde. Seinen Sinn für Humor wies Frei daraufhin nach. Er übernahm die Patenschaft von zwei Lamas im Zoo von Basel. |


