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Dezember 2007: Großes Daumendrücken in Österreich: Bundeskanzler träumt vom UEFA EM-Titel

Thomas Morgenstern, der Doppel-Olympiasieger der Winterspiele 2006 in Turin, findet das Duell „das Geilste überhaupt“. Der 21 Jahre alte Skispringer der Superklasse spricht von einer Top-Partie der UEFA EURO 2008™. Sie findet am 20. Juni im Ernst-Happel-Stadion in Wien statt, die Paarung der Gruppe B heißt Österreich gegen Deutschland. Die Österreicher hoffen, dass ihre Nationalmannschaft in diesem letzten Vorrundenspiel um den Einzug in das Viertelfinale kämpft. Die Vorzeichen nach den beiden Länderspiel-Jahren 2006 und 2007 mit insgesamt schwachen Ergebnissen stehen nicht besonders gut, aber nach der Auslosung der Endrunde der UEFA EURO 2008™ in Luzern ist die Zuversicht der Österreicher wieder gestiegen. Die Fans der Austria-Auswahl machen sich, den Spielern und Teamchef Josef Hickersberger Mut. Die Devise lautet: Mit Glück und Können sind die Aufgaben gegen Kroatien (8. Juni) und Polen (12. Juni) sowie das alte, aber ewig junge Nachbarschaftsduell gegen die Deutschen erfolgreich zu bewältigen.

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Skispringer Thomas Morgenstern, hier mit seinen beiden Olympia-Goldmedaillen von Turin, traut der österreichischen Fußballer-Nationalmannschaft viel zu. (Foto: Perenyi/Augenklick)


Die Internet-Seite des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB / http://www.oefb.at/ ) präsentierte das kollektive Daumendrücken der Sport-Prominenz des Landes. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda kennt das Rezept: „Wir müssen fußballerisch überzeugen, damit der Funke so positiv auf die Bevölkerung überspringt, wie bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.“ Weil die Österreicher den Vorteil genießen, einer der beiden Gastgeber der UEFA EURO 2008™ zu sein, hatten schon die Trainer der gegnerischen Teams nach der Auslosung durchgehend betont, dass mit dem Hickersberger-Team zu rechnen ist. Im Fußball ist das einst große Austria zwar auf Platz 91 in der Weltrangliste zurückgefallen, aber im Skisport ist die Alpenrepublik nach wie vor die führende Nation. Neben dem nordischen Skisportler Morgenstern sind auch die alpinen Skifahrer-Asse Benjamin Raich und Michael Walchhofer optimistisch. „Leicht wird es nicht, aber wir haben ein gutes Los und attraktive Gegner gezogen“, sagten sie übereinstimmend.

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Niki Lauda, hier mit seinem Sohn Mathias bei einem DTM-Rennen am Nürburgring, wünscht den Austria-Fußballern eine Stimmung wie bei der FIFA WM 2006™. (Foto: Baumann/Augenklick)


Für ÖFB-Präsident Friedrich Stickler scheint ein Scheitern nach nur drei Spielen fast ausgeschlossen zu sein. „Unsere Zielsetzung bleibt das Viertelfinale. Es wird schwer, aber nicht unmöglich. Die Gegner sind sehr interessant, da sind sehr viele Emotionen drin, für Deutschland gilt das umso mehr. Es wird ein tolles, packendes drittes Spiel. Wir sind Außenseiter, haben aber ein engagiertes und ehrgeiziges Ziel, daran gilt es zu arbeiten.“ Teamchef Hickersberger differenzierte die Ausgangslage in der Gruppe und blickte ebenfalls schon dem Vergleich gegen den deutschen FIFA WM-Dritten mit besonderen Gefühlen entgegen: „Deutschland ist Favorit, Kroatien und Polen rechnen sich Chancen auf ein Weiterkommen aus. Es ist immer gut, so spät wie möglich gegen Deutschland zu spielen. Aber ich freue mich auf das Duell. Ich habe dort gespielt und war dort Trainer. Es ist ein schönes Aufeinandertreffen.“ Hickersbergers Assistent Andreas Herzog hob die Deutschen auch in die Favoritenrolle und kalkulierte die Chancen auf einen Einzug in das Viertelfinale: „Wir haben drei Gegner, die sich souverän qualifiziert haben. Aber es hätte schlimmer kommen können. Deutschland ist haushoher Favorit, aber gegen die anderen beiden Teams rechnen wir uns Chancen aus. Das sind Gegner, die wir an einem guten Tag schlagen können. Das stimmt mich zuversichtlich.“

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Friedrich Stickler (rechts), Präsident des Österreichischen Fußball-Bundes, und Teamchef-Assistent Andreas Herzog glauben an den UEFA EM-Viertelfinaleinzug der Austria-Auswahl. (Foto: GES/Augenklick)


Und die allerkräftigste Unterstützung in Form von maximalem Optimismus formulierte der österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. Der Regierungschef traut seiner Nationalmannschaft bei ihrem UEFA EM-Debüt gleich das Allerhöchste zu. „Zu den Titelfavoriten muss man Deutschland, Italien, Frankreich und Österreich rechnen. Als Schlagzeile nach dem Finale wünsche ich mir: ‚Österreich wird Europameister' und ‚Österreich war ein Gastgeber eines einmaligen Fußballturniers'“, erklärte Gusenbauer in einem Interview mit dem „Sport Journal“, einem im Dezember 2007 erstmals in Deutschland erschienenen Magazin. Die Argumente von Gusenbauer klangen gleichlautend wie die der Experten aus dem Lager der Austria-Konkurrenten. „Uns traut man derzeit wenig zu, das nimmt uns jeglichen Druck. Im Fußball kann eine Heimmannschaft mit dem Publikum im Rücken alles erreichen. Wir versuchen dafür ein Klima der Zuversicht aufzubauen. Österreich wird hinter seinem Team stehen, und daher traue ich dem Team alles zu“, sagte der Bundeskanzler. Das Klima der Zuversicht hat er selbst schon einmal entzündet.